ÖV

Neuer Bahntunnel soll Nadelöhr entschärfen

Der Zuger Kantonsrat fordert den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Zug und Zürich. Er hat eine entsprechende Motion überwiesen. Zwischen Horgen Oberdorf und Sihlbrugg soll ein Sanierungstunnel gebaut werden.

Um das Nadelöhr zwischen Baar und Horgen-Oberdorf zu entschärfen, soll ein Sanierungstunnel gebaut werden.

Um das Nadelöhr zwischen Baar und Horgen-Oberdorf zu entschärfen, soll ein Sanierungstunnel gebaut werden. Bild: Archivbild Manuela Matt

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Für viele Zuger Kantonsräte ist das Nadelöhr zwischen Zug und Zürich «eine der grössten Schwächen des Schweizer Schienennetzes«. Die Züge müssen sich zwischen Thalwil und Baar immer noch durch zwei einspurige Tunnels aus dem Jahr 1897 schlängeln. Das führt immer wieder zu Problemen, wie sich auch jüngst wieder gezeigt hat. Anfang Januar hat eine Fahrleitungsstörung im Bahnhof Sihlbrugg zu einem Pendlerchaos geführt. Ende November hat der Defekt einer Lokomotive im Zimmerbergtunnel den Bahnverkehr komplett lahmgelegt. Die Passagiere mussten gar aus dem Tunnelevakuiert werden. Momentan erneuert die SBB auch noch die 3,3 Kilometer langen Gleise des Albistunnels. Eine Vollsperrung an vier Wochenenden ist die Folge.

Für eine Mehrheit des Zuger Parlaments ist dieser Zustand nicht haltbar. Gefordert wird, dass sich der Kanton Zug beim Bund für einen raschen Bau eines doppelspurigen Sanierungstunnels zwischen Horgen Oberdorf und Sihlbrugg einsetzt. Eine entsprechende Motion der SVP wurde am Donnerstag mit 38 zu 35 Stimmen überwiesen. Gemäss Motionstext ist der Regierungsrat nun beauftragt, sich «mit allen geeigneten Mitteln» für den raschen Bau eines zwei Kilometer langen Tunnels einzusetzen. Wenn nötig sei eine Vorfinanzierung durch den Kanton Zug ins Auge zu fassen. In zwei weiteren Etappen sollen gemäss Motion ein eingleisiger neuer Tunnel zwischen Sihlbrugg und Litti-Baar sowie die Sanierung des alten Tunnels folgen.

Zuständig ist der Bund

Die Zuger Regierung war zwar ebenfalls der Meinung, dass ein Kapazitätsausbau notwendig ist. Zuständig dafür seien jedoch Bund und SBB, nicht der Kanton Zug. Eine Mehrheit des Parlaments wollte trotzdem politischen Druck aufsetzen. Die Regierung wird somit verpflichtet, sich in Bern für den Bau eines Sanierungstunnels einzusetzen.

Die Strecke zwischen Zürich und Baar ist seit Jahren ein Politikum. 2006 wurde der bereits begonnene Bau des Zimmerberg-Basistunnels II zwischen Thalwil und Baar aus Kostengründen gestoppt. Er ist auch nicht mehr im Ausbauschritt 2025 des Bundes enthalten. Seither ist unklar, wie der Flaschenhals entschärft werden soll. Als Idee liegt neben dem nach wie vor unter anderem von der Planungsgruppe Zimmerberg favorisierten Zimmerberg-Basistunnel II die Variante «Zimmerberg light» auf dem Tisch: ein zweigleisiger Bahntunnel von Horgen nach Sihlbrugg und ein zweiter, einspuriger Tunnel von Sihlbrugg nach Litti-Baar.

Erstellt: 26.01.2017, 17:21 Uhr

Artikel zum Thema

SBB erneuert Gleise: Albistunnel viermal gesperrt

Albistunnel Der Albistunnel zwischen Sihlbrugg und Baar wird im Januar und Februar jeweils an zwei Wochenenden gesperrt. Mehr...

Albistunnel bringt SBB-Fahrplan durcheinander

Zürich / Horgen Wegen Problemen bei den Bauarbeiten im Albistunnel kam es in den letzten Tagen auf der Bahnstrecke zwischen Horgen und Baar zu Verzögerungen. Die S24 fällt bis auf weiteres aus. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben