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Zürichseefähre hat 2017 wieder zugelegt

Die Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG hat ein solides Betriebsjahr hinter sich. Die Beförderungszahlen sind nach einem schwachen Jahr wieder gestiegen. Vom Schiffszuschlag bei der ZSG profitiert die Fähre jedoch nicht.

Die Zürichsee-Fähren transportierten im Vorjahr 1,351 Millionen Fahrzeuge, das sind 1,1 Prozent mehr als 2016.
Die Zürichsee-Fähren transportierten im Vorjahr 1,351 Millionen Fahrzeuge, das sind 1,1 Prozent mehr als 2016.
Christian Dietz-Saluz

Die Autofähre auf dem Zürichsee hat wieder Fahrt aufgenommen. In den wichtigsten vier Beförderungskategorien verzeichnete sie 2017 Zuwachsraten. Damit korrigiert das seit 1932 bestehende Unternehmen das enttäuschende Jahr 2016. Umso zufriedener blickt nun Geschäftsführer Marin Zemp auf das vergangene Jahr zurück. 2017 querten rund 1,351 Millionen Fahrzeuge den See. Das sind etwa 15 000 mehr als im Vorjahr. Am stärksten nahm die Kategorie Zweiräder zu. Die fast 90 000 Motorräder, Roller und Velos bedeuten einen Zuwachs von 9,9 Prozent. «Das haben wir vor allem dem warmen Frühling zu verdanken», sagt Zemp.

Reger Baustellenverkehr

Das Beispiel zeigt, wie abhängig die Fähre von nicht beeinflussbaren Umständen wie dem Wetter ist. Auch die am zweitstärksten gewachsene Fahrzeugkategorie wurde eher vom Zufall vermehrt auf die Fähre geleitet. Im Vorjahr wechselten fast 13 000 Lastwagen die Ufer. Das entspricht einer Zunahme von 9,3 Prozent. «Das ist hauptsächlich auf den Baustellenverkehr zurückzuführen», erklärt der Geschäftsführer. «Offenbar sind die Baustellen immer auf der anderen Seeseite.» Daher ist die Fähre bei dieser Fahrzeugkategorie stark abhängig von der Bautätigkeit in der Region.

Weiterhin fallende Tendenz weisen die Anhänger auf. Auch das hat mit einer Entwicklung zu tun, an der die Fähre nichts ändern kann. «Wir beobachten, dass fast alle Lastwagen heute Sattelschlepper sind», sagt Zemp. Grosse Anhänger seien fast verschwunden. Wenn Anhänger, an Deck kämen, dann handle es sich dabei um Kleintrailer von Gewerbebetrieben und Wohnwagen.

2,031 Millionen Personen

Etwas enttäuschend ist der Zuwachs bei der grössten Kategorie, den Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen, worunter auch Personenwagen fallen. Mit 1,243 Millionen beförderten Autos beträgt hier der Anstieg nur 0,5 Prozent.

Insgesamt benützten 2,031 Millionen Personen die Zürichsee-Fähre. Die Steigerung um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr lässt nicht darauf schliessen, dass der neue Schiffsfünfliber für Fahrten mit der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) der Fähre mehr Passagiere zuspielt. Dies, obwohl der Preisunterschied für eine Querfahrt nun riesig ist: 1,50 Franken mit der Fähre und 8.10 Franken mit der ZSG.

Kein Anschluss an öV

«Wegen des Schiffszuschlags haben wir nicht mehr erwartet», winkt Zemp ab. Wer die ZSG meide, seien vor allem die Ausflügler. Berufspendler auf dem See könne die Fähre kaum übernehmen, weil sie sich abseits der Querkurse Thalwil-Küsnacht/Erlenbach sowie Wädenswil-Stäfa/Männedorf bewegt. Überhaupt sei die Fähre zu wenig an den öffentlichen Verkehr angebunden, als dass sie eine Alternative für die vom Schiffsfünfliber verärgerten Passagiere sei. Die Bahnhöfe liegen mindestens fünf Gehminuten entfernt von den Fährenanlegestellen, auch befinden sich keine Busstationen in der Nähe.

Wie sich die Beförderungsfrequenzen auf die Finanzen ausgewirkt haben, wird der Verwaltungsrat im April mit dem Geschäftsbericht darlegen. Das letzte Wort zum Fährenjahr 2017 hat die Generalversammlung der Aktionäre am 25. Mai in Horgen.

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