Zürichsee

ZSG will neue Rundfahrten für Touristen schaffen – Pendlerschiffe werden überprüft

Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft hat ihr Fahrplankonzept für die Jahre ab 2020/2021 präsentiert: Die ZSG will ihr Angebot besser an der Nachfrage ausrichten.

Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft hat ihre Ideen für den Fahrplan 2020 präsentiert.

Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft hat ihre Ideen für den Fahrplan 2020 präsentiert. Bild: Archiv Manuela Matt

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«Moderner und bedürfnisgerechter» soll der Fahrplan der Zürichsee-Schiffe werden. Mit diesen Worten beschreibt Roman Knecht, Direktor der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) das neue Angebot ab dem Fahrplanjahr 2020/2021.

Die Stossrichtung der ZSG ist klar: Dort wo es Potenzial für viele Fahrgäste gibt, wird ausgebaut. Dort wo nur wenige Passagiere unterwegs sind, werden Kurse gestrichen. Noch bleibt Roman Knecht allerdings vage, welche konkreten Anpassungen es gibt. Einige Details nannte er an der Medienkonferenz am Dienstagabend aber doch: Neu angeboten wird eine 55-minütige Rundfahrt im Zürcher Seebecken, welche die gut besuchten Limmat-Boote entlasten sollen. Diese verkehren ab 2020 auf einer angepassten Route. Die kleine Rundfahrt, welche auch die unteren Seegemeinden wie Erlenbach oder Thalwil bedient, soll weiter 85 Minuten dauern. Ebenso wird die grosse Rundfahrt im Angebot bleiben.

In Rapperswil soll zudem ein Schiff im Hafen stationiert sein, um neue Rundfahrten im oberen Seeteil und dem Obersee anbieten zu können. «Wir haben in dieser Region einen hohen Anteil an Pensionären, die gerne längere Rundfahrten unternehmen möchten», sagt Knecht. Allerdings sei die neue Rundfahrt kein Ausbau. «Wir haben das Ziel, die Fahrten auf dem Obersee erhalten zu können.» Gerade auf der Schwyzer Seite ist den Gemeinden ein grösseres Angebot zu teuer – sie strichen die Finanzierung von zusätzlichen Kursen. Mit diesen Gemeinden will Knecht sprechen, um die Bedürfnisse abzuholen.

Querfahrten im Fokus

Besonders in den Dialog treten muss die ZSG wohl auch mit jenen Gemeinden, die mit Pendlerschiffen verbunden sind. Im Querverkehr will man punktuelle Anpassungen bei den Anschlüssen an die S-Bahnen und bei den Kursen am Wochenende vornehmen. Will die ZSG also hier den Rotstift ansetzen, um neue Angebote im Freizeitverkehr zu ermöglichen? «Entschieden ist noch nichts», betont der ZSG-Direktor um im gleichen Atemzug aber anzufügen: «Wenn am Sonntagmorgen nur ein bis zwei Passagiere unterwegs sind, stellen wir schon in Frage, ob sich das lohnt.»

Die ZSG will auch die Saisonzeiten der Nachfrage anpassen und dafür samstags und sonntags das gleiche Angebot anbieten. Die Fahrplanentwürfe werden im Herbst mit den Gemeinden diskutiert und im November der Öffentlichkeit präsentiert. Die angesprochenen Massnahmen der ZSG werden nötig, um den Kostendeckungsgrad der Schifffahrten zu erhöhen. Dies ist politisch gefordert, nachdem der Schiffszuschlag im März abgeschafft wurde. Allerdings hat die ZSG, anders als vielerorts befürchtet, nun vom Zürcher Verkehrsverbund keinen konkreten Sparauftrag erhalten. Viel mehr wurde ein unternehmerischer Tatbeweis gefordert. Diesen will das Schifffahrtsunternehmen auch mit neuen Angeboten auf den Schiffen erbringen: Eine Lounge soll etwa auf dem Motorschiff Helvetia zum Verweilen und neue Cocktails zum Konsumieren einladen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 29.05.2018, 20:42 Uhr

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