Zürichsee

ZSG ist zurück in alter Stärke

Die Abschaffung des Schiffszuschlags hat sich schlagartig auf die Fahrgastzahlen ausgewirkt. Seit Ostern sind die Kursschiffe auf dem Zürichsee wieder gut gefüllt unterwegs. Für 2018 werden sogar bessere Zahlen erwartet als wie sie kurz vor Einführung des Schiffsfünflibers verzeichnet wurden.

Volle Schiffe: Die Abschaffung des ungeliebten Schiffsfünflibers hat sich positiv auf die Fahrgastzahlen auf dem Zürichsee ausgewirkt.

Volle Schiffe: Die Abschaffung des ungeliebten Schiffsfünflibers hat sich positiv auf die Fahrgastzahlen auf dem Zürichsee ausgewirkt. Bild: Archiv Michael Trost

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Als ob der unpopuläre Zuschlag nur ein böser Traum war. Jetzt ist wieder alles wie früher. In diesem Licht erscheinen die neusten Zahlen der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) vor und nach Einführung des Schiffsfünflibers im Dezember 2016 sowie seit Rücknahme der Massnahme vor drei Monaten durch den Zürcher Regierungsrat.

2017 brachen die Passagierzahlen um rund 30 Prozent ein. Jetzt sind sie wieder auf dem Niveau von früher. Diese frohe Botschaft brachte ZSG-Direktor Roman Knecht am Montag den 347 Aktionären in den Schinzenhof Horgen anlässlich der 127. Generalversammlung des Unternehmens. «Der Trend hat sich seit April verändert», sagte er. Mai und Juni lägen gar deutlich über dem Fünfjahresschnitt. «2018 könnte ein sehr erfreuliches Jahr werden.»

In Zahlen heisst dies, dass die ZSG nach dem Katastrophenjahr mit dem Schiffszuschlag und bloss noch knapp 1,2 Millionen Fahrgästen wieder zu alter Stärke zurückfindet. 2016 benutzte fast eine halbe Million Passagiere mehr die 17 Schiffe der ZSG. Hält der Trend an, würden in diesem Jahr wieder zwischen 1,6 und 1,7 Millionen Menschen mit der weissen Flotte fahren. Auch die Extrafahrten und Themenschiffe entwickelten sich wieder mit stark steigender Nachfrage.

Abgefärbt auf Extraschiffe

Die Generalversammlung befasste sich aber hauptsächlich noch mit dem alten Jahr. Es bescherte der ZSG einen Verlust von rund 150 000 Franken. Ein Minus stellt in der bald 30-jährigen Zugehörigkeit zum Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) eine Ausnahme dar. Verwaltungsratspräsident Peter Weber (Au) bezeichnete 2017 als «ganz schwieriges Jahr». Nicht nur sei die ZSG unerwartet heftig vom Schiffsfünfliber getroffen worden. Auch die Bordgastronomie habe dermassen gelitten, dass Personal entlassen und dem Pächter ein Teil des Zinses erlassen werden musste. Sogar die vom Zuschlag unberührten Extrafahrten und abendlichen Themenschiffe hätten gelitten. Den dortigen Umsatzrückgang von 390 000 Franken führt Weber auf das Negativimage des Schiffsfünflibers zurück.

Mit der Abschaffung des Zuschlags habe sich die Lage schlagartig normalisiert, berichtete der Verwaltungsratspräsident. Der Gastrounternehmer konnte auch alle im Herbst entlassenene Mitarbeiter wieder einstellen.

Die ZSG muss bis Ende 2022 ohne Zuschlag und zusätzlichen Beiträgen des ZVV ihren tiefen Kostendeckungsgrad eigenständig auf rund 50 Prozent erhöhen. Weber sieht dies nicht als Sparauftrag des Regierungsrats und ist optimistisch: «Wir schaffen tausendmal lieber an der Umsetzung von Effizienzsteigerung als an der Umsetzung des Schiffszuschlags.»

Dazu gehören auch strategische Massnahmen wie Anpassungen im Kursangebot. Die ZSG wollen zukünftig ihre Schiffe dort und dann einsetzen, wo auch die Nachfrage am grössten ist. (Züritipp)

Erstellt: 25.06.2018, 19:19 Uhr

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