Rüschlikon/Thalwil

Zarte Wesen, anspruchsvolle Sportart

Der Verein Rhythmische Gymnastik Rüschlikon erfreut sich wachsender Nachfrage. Unter den begeisterten Turnerinnen ist auch die zehnjährige Laetitia Beuret aus Thalwil. Mit sechs Kolleginnen sorgte sie kürzlich für Hochstimmung.

Die Mädchen der Rhythmischen Sportgymnastik Richterswil vereinen Elemente des Balletts, des Kunstturnens und der Artistik. Laetitia Beuret ist die Zweite von links.

Die Mädchen der Rhythmischen Sportgymnastik Richterswil vereinen Elemente des Balletts, des Kunstturnens und der Artistik. Laetitia Beuret ist die Zweite von links. Bild: Patrick Gutenberg

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Sie sind weder ganz das eine noch das andere. Kind, junge Erwachsene – und was man sich gemeinhin unter Elfen vorstellt: Das alles mischt sich in ihnen auf unterschiedlichste Weise.

Die Rede ist von den 30 Mädchen zwischen fünf und 13 Jahren, die an jenem Nachmittag durch die Rüschliker Sporthalle Gulliver schwirren – kurz vor einem ihrer mehreren wöchentlichen Trainings. Von ihrem Alter her gesehen also Kinder. Aber da ist eben dieses Leichte, Schwebende in ihren Schritten, die Eleganz überhaupt in ihren Bewegungen, die graziöse Körperhaltung, die sie von ihren sonstigen Gleichaltrigen unterscheidet. Dieses Elfenähnliche hat denn auch stark mit ihrer Sportart zu tun: der rhythmischen Gymnastik.

Sie vereint Elemente des Balletts, des Kunstturnens und der Artistik in sich; sie wird in Gruppen und einzeln geturnt, in den Disziplinen Ball, Seil, Band, Reif, Keule und ohne Handgeräte. Wer sie ausüben will, muss jung beginnen, äusserst beweglich sein, über Ausdrucksstärke, Koordination und Zielgerichtetheit verfügen.

Erfolg dank Trainerinnen

Sieben der Mädchen des Vereins Rhythmische Gymnastik (RG) Rüschlikon erscheinen im Wettkampftenü zum Training. Zwar nur für das Foto in der vorliegenden Zeitung. Letztes Wochenende aber zogen sie den Dress an den Schweizer Meisterschaften in Biasca an: einem Wettkampf, der Vereinspräsidentin Antonia Concilio schon im Vorfeld mit Stolz erfüllt hat. Sei es doch das erste Mal seit ihrem Beitritt zum Verein vor fünf Jahren, dass sich die Gruppengymnastinnen für Schweizer Meisterschaften qualifiziert hätten.

«Das liegt daran», meint sie, «dass sich der Verein in den letzten Jahren gut entwickelt hat.» So habe man zum einen Trainerinnen aus Russland, Bulgarien, der Ukraine und Italien gewinnen können. Zudem wirkt die ehemalige Nationalkadergymnastin Carol Rohatsch als Trainerin in dem Verein, in dem sie einst selber grossgeworden ist.

«Mich zu der Musik auszudrücken, das Herz zu öffnen, gefällt mir.»
Laetitia Beuret

Zum andern kämen immer mehr Familien als Expats in die Region, und eben auch aus Ländern mit breiter Verankerung der Sportart. «Dadurch ist uns eine grössere Nachfrage entstanden», sagt Concilio. Die Eltern wiederum bildeten parallel zu den Kindern einen Freundeskreis, ohne den der Verein kaum funktionieren würde. Sei es, dass sie Geld zusammenlegen, um einen Trainingsteppich anzuschaffen, sei es, um Sponsoren aufzutreiben, oder, wie derzeit, um die kantonale Meisterschaft in Wädenswil zu organisieren.

Das Engagement für den Verein trifft auch auf Mascha Beuret zu. Die Thalwilerin und gebürtige Weissrussin ist im Vorstand und Mutter der zehnjährigen Laetitia. Diese wiederum hat, nebst den fünf Gruppenturnerinnen aus Wädenswil, der Au, Oberrieden, Horgen und Wollerau, beim Verein für einen weiteren Höhepunkt gesorgt: Als Einzelkämpferin hat auch sie sich für die Schweizer Meisterschaft qualifiziert.

Musik ist wichtig

Sie sei zwar schon etwas nervös, sagt Laetitia, die seit fünf Jahren den Sport betreibt. Dabei ist für sie die Teilnahme an Prüfungen im In- und Ausland nichts Neues. Mit einer Selbstverständlichkeit trägt sie denn auch ihr Wettkampfgewand und das Make-up mit roten Lippen und dramatischen schwarzen Augenrändern. Das feminine Erscheinungsbild steht in starkem Kontrast zu ihrem kindlichen Körper – und macht doch eine Eigenart des Sports aus, nicht nur in der Aufmachung der Gymnastinnen.

Reif und dennoch locker wirkt die Eleganz in ihren Bewegungsabläufen und in ihrem Ausdruck. «Mich zu der Musik auszudrücken, das Herz zu öffnen, gefällt mir besonders», sagt sie. Das war auch so beim Eiskunstlauf, dem sie vordem gefrönt hatte, trainiert von der Mutter. Weil man dies nicht ganzjährig ausüben könne, habe sie zur rhythmischen Gymnastik gewechselt. Sie hat es nie bereut. Mache sie doch alles gern in dem Training.

Übrigens verpasste Laetitia an der Schweizer Meisterschaft am 26. Mai nur knapp das Podest, sie erreichte den vierten Platz.

2. und 3. Juni, kantonale Meisterschaften in Wädenswil, organisiert von der Rhythmischen Gymnastik Rüschlikon. Gemeldet sind 206 Athletinnen und Einzel- und Gruppenprüfungen. Start 9 Uhr. Sporthalle Glärnisch, Glärnischstrasse 5, Wädenswil. www.rgrueschlikon.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.05.2018, 16:20 Uhr

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