Richterswil

Diese Wohnungen an der Grenze sind begehrt

Gemeinschaft wird in der Siedlung Wohnenplus oberhalb des Alterszentrums Wisli grossgeschrieben werden. Nun sind die fünf Mehrfamilienhäuser mit den 81 Wohnungen fertiggestellt.

Mit einem Eröffnungsfest wird der Einzug der Mieter an der Schwyzerstrasse in Richterswil gefeiert.

Mit einem Eröffnungsfest wird der Einzug der Mieter an der Schwyzerstrasse in Richterswil gefeiert. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Den Einzug der Mieter an der Schwyzerstrasse, direkt an der Grenze zu Wollerau, feiert die Gemeinnützige Baugenossenschaft Richterswil (GBR) mit einem Eröffnungsfest. Auch die Richterswiler Bevölkerung ist zu diesem Tag der offenen Tür herzlich willkommen.

Von Anfang an soll auf diese Weise das Motto der Wohnenplus-Siedlung: «Lieber gemeinsam statt einsam» gelebt werden. «In der Siedlung soll keiner der Mieter alleine sein, der dies nicht möchte», sagt Renate Büchi, Präsidentin der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Richterswil.

Bereits in der Planungsphase der Siedlung mit der Hatt Architekten und Partner AG flossen daher Ideen ein, welche einer Anonymität entgegenwirken sollen. Die fünf Mehrfamilienhäuser stehen direkt oberhalb des Alterszentrums im Wisli und haben einen fantastischen Seeblick. Jedes Haus erhält durch seine eigene Farbgebung einen Wiedererkennungswert.

Treffpunkt Waschsalon

Im Erdgeschoss befindet sich ein für die Mieter breites Dienstleistungsangebot. Für Kinder steht ein Kindergarten und eine Kindertagesstätte zur Verfügung. Auch die Spitex ist im Erdgeschoss eingemietet. Grosszügige Gemeinschaftsräume mit Küche können für private, aber auch öffentliche Anlässe genutzt werden. «Wir werden den Gemeinschaftsraum auch an externe vermieten», sagt Renate Büchi. Gebucht sei zum Beispiel bereits der Tag des älteren Menschen, der im Oktober im Gemeinschaftsraum an der Schwyzerstrasse begangen wird. Und auch die Gemeindepräsidentenkonferenz soll dort stattfinden.

Kontakte sollen die Mieter aber nicht nur auf der zentralen Piazza oder dem Spielplatz der Wohnenplus-Siedlung knüpfen können. Auch bei alltäglichen Hausarbeiten wird dies möglich sein. «Anstelle der üblichen Waschräume für die Häuser, haben wir einen zentralen Waschsalon für die 81 Wohnungen eingerichtet», sagt Büchi. Darin befinden sich mehrere Waschmaschinen, Tumbler und auch Schliessfächer für Waschmittel und Utensilien der Mieter. «Wir wollen, dass der Waschsalon zu einem Begegnungsort wird», sagt sie.

Ein Blick ins Innere einer Wohnung.

Ein weiterer Ort, wo die Menschen miteinander in Kontakt treten können, ist die siedlungseigene Werkstatt. Auch für diese hätten die Mieter bereits Ideen, wie zum Beispiel eine Mal- und Bastelecke für die Kinder, wie Büchi mitteilt. Generell seien bereits einige Aktivitäten an sie herangetragen worden, die nach dem Bezug der Wohnungen in Angriff genommen werden können.

Unter anderem um solche Anliegen seitens der Mieter zu bündeln, hat die Gemeinnützige Baugenossenschaft eine Stelle für eine Siedlungsassistenz geschaffen. «Sie wird drei Tage pro Woche anwesend sein», sagt Büchi. Weitere Aufgaben der Siedlungsassistenz werden sein, die Gemeinschaft und Nachbarschaftshilfe zu stärken, Begegnungen innerhalb und zwischen den Generationen zu schaffen. Zudem soll sie die Vernetzung und Zusammenarbeit intern sowie mit externen Dienstleistern wie der Altersbeauftragten oder der Jugendarbeit sichern.

Jokerwohnung für Gäste

Die Nachfrage für die 2,5 bis 4 Zimmer-Wohnungen ist gross und die Warteliste inzwischen lang. Von den 81 Wohnungen werden 23 subventioniert vermietet. Aber auch ohne Unterstützung, kostet die teuerste Wohnung 2400 Franken. Eine weitere Besonderheit, sagt Büchi, sei die «Jokerwohnung».

Dabei handle es sich um eine Einzimmerwohnung, die für maximal ein Jahr gemietet werden könne. «Falls jemand vorübergehend Betreuung von Angehörigen benötigt, können diese dank der Jokerwohnung vorübergehend in unmittelbare Nähe der zu betreueneden Person ziehen», sagt die Präsidentin der Genossenschaft. Oder Jugendliche könnten auf Zeit ausziehen und testen, wie es sich ohne «Hotel Mama» aber dennoch in dessen Reichweite lebt.

Das Startkapital über 4 Millionen Franken für das insgesamt rund 40 Millionen Franken teure Projekt, wurde hauptsächlich von Genossenschaftlern beigesteuert. Damit konnte der Kredit bei der ZKB beantragt werden. An den Baukosten beteiligt haben sich aber auch die Gemeinde Richterswil und der Kanton Zürich mit je 2,3 Millionen Franken. Der Kanton stellt diesen Betrag in Aussicht, weil die GBR ein Drittel der Wohnungen der Wohnbauförderung unterstellt hat.

Sich selbst einen Eindruck von dieser neuen Wohnform in Richterswil machen, können Interessierte am Samstag am Tag der offenen Tür. Dann werden auch der Kindergarten, die Kindertagesstätte und die Spitex eröffnet. Bei Speis und Trank auf der Piazza der Siedlung besteht auch für Externe die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen.

An dieser Stelle ist die neue Siedlung zu finden.

Tag der offenen Tür am 29. Juni von 10 bis 16 Uhr, Schwyzerstrasse, Richterswil.

Erstellt: 27.06.2019, 15:48 Uhr

Artikel zum Thema

Richterswiler Kindergärtler bekommen mehr Platz

Richterswil Nicht nur der Verkauf des Hotels Drei Könige gab an der Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend zu reden. Auch die Miete von Kindergartenräumen in der Überbauung Wohnenplus sorgte für Diskussionen. Die Stimmbürger sprachen sich letzten Endes jedoch deutlich für das Geschäft aus. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben