Wädenswil

Wo Hochstammbäume gedeihen und ein Hühnermobil steht

Das Bauernpaar Werner und Karin Fankhauser Hüppi bewirtschaftet den «Schluchtalhof» in Wädenswil. Gestern fand dort ein «Tag der offenen Hoftüren» statt.

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Die Bewirtschaftung der Hochstamm-Obstbäume ist aufwändig. Trotzdem werden sie auf dem Schluchtalhof in Wädenswil in speziellen Baumgärten gehegt und gepflegt. Die Bäume liefern bestes Mostobst, sind ökologisch sinnvoll und werden subventioniert. Viele Tiere, darunter der seltene Trauerschnäpper nisten in ihren Ästen. In den 80er-Jahren gab es in der Schweiz noch rund 15 Millionen Hochstammbäume, heute sind es nur noch rund 2,3 Millionen.

«Es ist schade, dass die Hochstämmer nicht mehr so verbreitet sind wie früher», findet Landwirt Werner Fankhauser, der am «Tag der offenen Hoftüren» auf einem Rundgang Gross und Klein seine Hochstammbäume und den gesamten, vielfältigen, 29 Hektaren grossen Bio-Betrieb zeigte. Der Tag fand am gestrigen 2. Juni, dem Europäischen Tag der Landwirtschaft, auf Initiative des Schweizerischen Bauernverbandes auch in der Schweiz statt. Allerdings war der Schluchtalhof im Bezirk Horgen und Meilen der einzige Betrieb, der dem Publikum Tür und Tor öffnete und auch zu Speis' und Trank, zu Alphornmusik und Kinderschminken einlud.

Vielfältiger Bio-Betrieb

Zu bewundern gab es aber nicht nur Bäume. Auch das Öko-Getreide interessierte die Gäste: Am meisten produziert wird im Schluchtalhof Bio-Weizen, Dinkel, Emmerich wie Futtergetreide. Neu wird es, wenn alles gut kommt, im Herbst feine Bio-Haferflöckli und «Ribelmais» geben, wie Karin Hüppi erläuterte. Anklang fanden besonders die Hühner im «Hühnermobil». 220 Hühner, darunter 40 seltene Appenzeller Barthühner, liefern täglich 120 Eier. Besonders die Kinder freuten sich über die gackernden Zweibeiner.

Kaum zu entdecken waren im hohen Gras die fünf Turopolje Weideschweine, die sich vor der prallen Sonne in den Schatten flüchteten. Hingegen liessen sich die Schafe im grünen Paradies unter den Obstbäumen nicht beirren. Sie sind gute Fleischlieferanten, grasen im steilen Gelände und bieten Wolle, die in Zukunft in Duvets verarbeitet werden soll. Im Freilaufstall gab es weiter 20 Mutterkühe mit ihren Kälbchen und einen Stier zu besichtigen. Auf dem Hof leben acht Pensionspferde, die mit ihren Besitzern regelmässig im Wädenswiler Berg, etwa im schönen «Häxetäli» unterwegs sind.

Direktvermarktung gelingt

Das Ehepaar Fankhauser Hüppi samt seinen Mitarbeitern gaben einen Einblick in die Produktionskette. Wichtig seien die Direktvermarktung und der Kontakt zu den Konsumenten. Sie sind wöchentlich am Samstagsmarkt in Wädenswil anzutreffen. Die Produkte des Betriebes können zu 80 Prozent direkt vermarktet werden, nur 20 Prozent gehen in den Handel. Am Tag der offenen Tür informierten zudem die Partner des Schluchtalhofes über ihre Fachbereiche, etwa über den Solarstromverkauf, das Wiesel-Projekt und die Verarbeitung in der Maismühle in Näfels.

Erstellt: 02.06.2019, 19:36 Uhr

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