Kilchberg

Wird Kilchberg zum Beverly Hills vom Zürichsee?

Die acht Kandidaten der Gemeinderatswahlen haben an einem Podium über die Zukunft Kilchbergs und die Neugestaltung des Dorfzentrums diskutiert.

Diskutierten vor 40 Zuhörern: Moderator und ZSZ-Chefredaktor Benjamin Geiger, Barbara Baruffol, Christian Benz, Martin Berger, Max Charles Schneble, Remo Moser, Dieter Lehner, Niklaus Kunz und Tina Neuenschwander (v.l.n.r.).

Diskutierten vor 40 Zuhörern: Moderator und ZSZ-Chefredaktor Benjamin Geiger, Barbara Baruffol, Christian Benz, Martin Berger, Max Charles Schneble, Remo Moser, Dieter Lehner, Niklaus Kunz und Tina Neuenschwander (v.l.n.r.). Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sieben Plätze sind zu vergeben. Acht Personen streiten sich darum. Wie diese acht Kandidaten der Kilchberger Gemeinderatswahlen vom 4. März ticken, konnte man am Dienstagabend im Kilchberger Gemeindesaal erfahren.

An einer Podiumsdiskussion, organisiert vom Ortsverein Kilchberg, stellten sich die fünf bisherigen Gemeinderäte und die drei neuen Kandidaten den Fragen von Moderator Benjamin Geiger. Der Chefredaktor der «Zürichsee-Zeitung» wollte von den Politikern zum Beispiel wissen, was sie von der These hielten, dass Kilchberg in zehn Jahren das Beverly Hills vom Zürichsee ist. Ein Schlafdorf mit vielen älteren, reichen Leuten.

«Diesbezüglich stehen wir sehr wohl vor einer grossen Herausforderung», meinte Finanzanalyst Christian Benz (GLP), der seit 2006 in der Gemeinde wohnt und jetzt erstmals für ein politisches Amt kandidiert. «Um attraktiv zu bleiben, dürfen wir uns nicht nur auf den Steuerfuss verlassen. Das soziale Gleichgewicht und die tolle Infrastruktur müssen wir bewahren.»

Vor den 40 Zuhörern schwärmte auch Finanzvorstand Dieter Lehner (FDP) von dieser Infrastruktur. Sehr viel Geld sei in den letzten Jahren darin investiert worden, zum Beispiel für die Hallenbadsanierung. «Und wir stehen immer noch gut da.» In diesem Stil werde es auch weitergehen.

Bis zu 9000 Einwohner

Der Schlafgemeinde-These wurde fast durchs Band widersprochen. Aber Verbesserungspotenzial gebe es schon. «Es ist bereits vieles in Bewegung. Ich selber habe ein grosses Sportlerherz, darum wäre es mir wichtig, die Vereine noch mehr zu stärken und die Leute zusammenzubringen», sagte beispielsweise Architekt und CVP-Mann Max Charles Schneble, der ebenfalls neu kandidiert.

Angesprochen auf das stete Wachstum der Gemeinde, meinte Tina Neuenschwander (FDP), Vorsteherin Tiefbau/Werke, dass dieses eine Ende finden werde. «Die Landreserven sind in Kilchberg bald aufgebraucht. Die Einwohnerzahl wird sich wohl bei 9000 Personen einpendeln.»

Niklaus Kunz (SVP) ergänzte: «Wichtiger als die Einwohnerzahl ist, dass die Leute hier leben und nicht nur hier wohnen. Dafür muss man die Leute abholen, zum Beispiel mit Quartierfesten.» Der Rechtsanwalt mit Jahrgang 1982 lebt selber seit jeher in Kilchberg und gehört nun zu den neuen Kandidaten.

Dass sich die Kilchbergerinnen und Kilchberger mehr begegnen, diese Hoffnung äusserten die Kandidaten vor allem auch in Zusammenhang mit der Umgestaltung des Zentrums. Dabei war mehrmals von einer «Riesenchance» die Rede. Denn gemäss privatem Gestaltungsplan Bahnhofstrasse sollen im Zentrum ein neuer, grösserer Coop und eine dazugehörige Tiefgarage entstehen sowie die Bahnhofstrasse umgestaltet werden.

Marktforschung in Langnau

«Damit sind wir nun auf gutem Weg zu einem richtigen Zentrum, wie wir uns das vorstellen», kommentierte Gesundheits- und Sicherheitsvorsteherin Barbara Baruffol (FDP). Damit das Zentrum auch zu einem Begegnungsort wird, brauche es «ein Magnet», ergänzte ihre Parteikollegin Neuenschwander, die damit die neue Coop-Filiale meinte.

Von deren Wichtigkeit für die umliegenden Läden ist auch Gemeindepräsident Martin Berger (parteilos) felsenfest überzeugt. Vor allem seit letztem Samstag, als er in Langnau diesbezüglich «Marktforschung» betrieben habe: «Ich besuchte Geschäfte rund um den dortigen Coop. In all diesen Läden ist man sehr froh um die Anwesenheit des Grossverteilers.» Entscheidend für das Zentrum sei aber auch, dass die Post als Filiale oder zumindest als Agentur in Kilchberg bleibe.

Dies findet auch Sozialvorstand Remo Moser (Vereinigung der Parteilosen) wichtig. Hätte die Gemeinde unbeschränkte Mittel, würde er sich für einen Kauf des heutigen Postgebäudes einsetzen und dort «von einem Investor einen Laden mit Postagentur und Wohnungen bauen lassen. Damit wären alle zufrieden.»

Die erste reale Entscheidung, die das neue Gremium nach dem 4. März fällen werden muss, ist jene der Verteilung der einzelnen Ressorts. An der konstituierenden Sitzung wird wohl vor allem die Wahl des künftigen Bildungsvorstehers unter den Kandidaten für Kribbeln sorgen. Denn: Ganz freiwillig scheint das Amt niemand übernehmen zu wollen – auch die drei Neuen nicht –, wie sich am Dienstagabend herausgestellt hat. Werkvorsteherin und Gymilehrerin Tina Neuenschwander rang sich deshalb am Schluss zu einem «Ich würde es vielleicht machen» durch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 24.01.2018, 18:42 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.