Zugunglück

«Wir befolgen die Empfehlungen»

Eine Fehlkonstruktion hat beim Bahnunfall in Samstagern eine Kettenreaktion ausgelöst. Jetzt spricht der Chef der Gleisbaufirma.

Am 13. Juli 2017 verunglückte in Samstagern ein Gleisbauzug der Carlo Vanoli AG. Gemäss Geschäftsführer Marco Vanoli hat die Firma wegen des Unglücks die Bremskonstruktion der Kompositionen ändern lassen.

Am 13. Juli 2017 verunglückte in Samstagern ein Gleisbauzug der Carlo Vanoli AG. Gemäss Geschäftsführer Marco Vanoli hat die Firma wegen des Unglücks die Bremskonstruktion der Kompositionen ändern lassen. Bild: Archiv Manuela Matt

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Beim Unfall in Samstagern verunglückte am 13. Juli 2017 ein Gleisbauzug der Carlo Vanoli AG. Wie schnell hat Ihre Firma reagiert?
Marco Vanoli: Schon auf dem Schadensplatz haben wir erkannt, dass die Bremskonstruktion zumindest teilweise Aus­löser des Unfalls war. Daher haben wir in Zusammenarbeit mit der Sust (Schweizer Sicherheitsuntersuchungsstelle; Anm. d. Red.) die Konstruktion beim Hersteller ändern lassen. Das ­geschah bis Ende August 2017. Wir wollten schnell und vor allem sicher wieder mit diesen Fahrzeugen arbeiten.

Wie viele solche Gleisbaufahrzeuge besitzt Ihre Firma?
Wir haben sechs solche Schienenfahrzeuge in zwei Kompositionen: eine mit vier und eine mit zwei Waggons.

Wie geht es dem beim Unfall verletzten Maschinisten?
Er ist gesund und konnte glücklicherweise bald nach dem Unfall wieder arbeiten.

Welche Erkenntnis hat Ihre Unternehmung aus dem Unfall gezogen?
Wir befolgen die Empfehlung der Sust, wonach Einsätze auf Strecken mit starkem Gefälle zusätzliche Vorkehrungen benötigen. Hier ist das BAV gefordert, die entsprechende Fahrdienstverordnung zu überarbeiten.

Um welche Empfehlung geht es?
Es geht insbesondere darum, dass beim Abhängen einzelner Wagen erneut die Bremsfähigkeit der am Zug verbleibenden Wagen geprüft werden soll. Bis anhin ist diese Prüfung nur auszuführen beim Anhängen von Wagen an einen Zug.

Der Unfall geschah auf einem Gleis mit 50 Promille Gefälle: Ist das aussergewöhnlich steil?
Ja, 50 Promille sind sehr aussergewöhnlich. Auf den Anlagen der SBB geht es nur bis rund 26 Promille.

Wäre der ungebremste Bauzug ohne die Kollision mit dem Schienenbagger bis nach Wädenswil gerollt?
Das ist zwar eine Werweissung, aber durchaus im Bereich des Möglichen.

Marco Vanoli ist Geschäftsführer in dritter Familiengeneration der 1932 gegründeten Gleisbaufirma Carlo Vanoli AG mit Sitz in Samstagern.

Erstellt: 07.01.2019, 16:57 Uhr

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