Horgen

Wie Schulklassen das Horgner Erholungsgebiet von Abfall befreien

Am Clean-Up-Day wird mit Aufräumaktionen ein Zeichen gegen Littering gesetzt. Die Gemeinde Horgen verzeichnet dieses Jahr einen Teilnehmerrekord.

Die Schulklasse von Lehrer Peter Schwerzmann sammelte Abfall im Horgenberg. Viel gefunden hat sie allerdings nicht.

Die Schulklasse von Lehrer Peter Schwerzmann sammelte Abfall im Horgenberg. Viel gefunden hat sie allerdings nicht. Bild: André Springer

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Der Schweizer Clean-Up-Day findet offiziell zwar erst am Freitag und Samstag statt. Trotzdem laufen in Horgen bereits unter der Woche diverse dazugehörige Aktionen. So waren die Klassen 3a und 6b des Schulhauses Rotweg am Dienstagmorgen rund um den Horgner Bergweiher im Einsatz.

44 Kinder, ausgerüstet mit Leuchtwesten, Handschuhen und Abfallsäcken, durchkämmen an jenem Morgen gruppenweise den Wald und die Wiesen rund um den Bergweiher und entlang der Fusswege. Vorwärts kommen sie nur schleichend. Denn mit genauen Blicken, wollen die Kinder keine noch so kleinen Abfallfetzen übersehen. Angeführt werden die Kinder von Peter Schwerzmann, Klassenlehrer der 6b: «Wir haben explizit dieses Gebiet ausgesucht, denn Teile davon rund um den Weiher stehen unter Naturschutz. Da ist es besonders wichtig, dieses nahe gelegene Erholungsgebiet sauber zu halten.»

Abfall neben Abfalleimer

«Die Kinder sind motiviert und gerne in der Natur», erklärt Fabio Pacifico, die zweite Klassenlehrperson, einen weiteren Grund zur Teilnahme. Sowohl er als auch Peter Schwerzmann haben bereits mehrmals mit ihren Klassen am Clean-Up-Day mitgeholfen.

Nebst dem «Fötzelen» rund um den Bergweiher lernten die Schüler an zwei anderen Posten auch etwas zum Thema Wasser.

Auf dem diesjährigen Streifzug durch den Wald fällt ihnen auf: Viel Müll liegt nicht herum. Hauptsächlich sind es kleine Plastikfetzen, Nastücher oder Zigarettenstummel. Am meisten Abfall finden die Kinder um Sitzbänke und um die Feuerstelle – dort, wo es eigentlich gewöhnliche Abfalleimer in unmittelbarer Nähe hat. Dass nicht so viel Müll herumliegt, spornt die Primarschüler jedoch zusätzlich an. Immer wieder schauen sie in die Abfallsäcke der anderen Kleingruppen, um die Abfallart- und menge zu vergleichen. Als ein Drittklässler gerade über den Fund einer Glasflasche prahlt, ermahnt ihn ein Sechstklässler: «Das hier ist kein Wettkampf, es geht nur darum, den Wald sauber zu machen.»

Die beiden Klassen seien sogenannte Göttiklassen, sagt Lehrer Fabio Pacifico. «Der Tag wird deshalb auch genutzt, um wieder einmal gemeinsam etwas zu unternehmen.» Nebst dem «Fötzelen» rund um den Bergweiher lernen die Schüler an zwei anderen Posten auch etwas zum Thema Wasser. Bei den Praktikantinnen der 6. Klasse schätzen oder messen sie einerseits Daten zum Weiher: Etwa wie kalt, breit oder tief er ist. Andererseits tauchen die Kinder mit kleinen Netzen vom Uferrand ins Wasser ein, auf der Suche nach kleinen Wassertierchen.

Beinahe 1000 Teilnehmer

Der Clean-Up-Day organisiert in Horgen die Abteilung Energie und Umwelt der Gemeinde. 985 Personen haben sich dieses Jahr angemeldet. Abteilungsleiter Marco Gradenecker: «Schon in den vergangenen Jahren haben immer mehr Leute teilgenommen und auch dieses Jahr verzeichnen wir erneut einen Teilnehmerrekord.» Das Thema Littering bewege die Leute, erklärt sich Gradenecker das steigende Interesse an Clean-Up-Days, die in Horgen seit 15 Jahren durchgeführt werden. Die offizielle nationale Austragung wurde 2013 von der Interessensgemeinschaft Saubere Umwelt ins Leben gerufen.

«Schon in den vergangenen Jahren haben immer mehr Leute teilgenommen.»Marco Gradenecker, Abteilung Energie und Umwelt der Gemeinde Horgen

In anderen Gemeinden im Bezirk ist die Teilnahmebereitschaft am Clean-Up-Day vergleichsweise gering. Einzig in Thalwil, Langnau und Wädenswil gibt es am Samstag vereinzelte Aktionen. Während in Thalwil der Verein Ökopolis zusammen mit der Gemeinde den Anlass organisiert, hält die Pfadiabteilung Thalwil-Langnau vor allem die Waldgebiete in beiden Gemeinden sauber. In Wädenswil werden Mitarbeitende der McDonald’s- Filiale und Mitglieder der FDP Wädenswil an diversen öffentlichen Plätzen freiliegenden Abfall einsammeln.

An diesen Clean-Up-Aktionen ist am Samstag eine spontane Teilnahme möglich: Verein Ökopolis, Thalwil: Treffpunkt Plattenplatz, Alte Landstrasse 85, 9 bis 11 Uhr. Pfadi, Thalwil: Treffpunkt Plattenplatz, Alte Landstrasse 85, 8 bis 11 Uhr. FDP, Wädenswil: Treffpunkte Brunnen am Meierhofweg, Bühlbrunnen, Bretterbadi, Bushaltestelle Strandbad, 9.30 bis 11.30 Uhr.

Erstellt: 11.09.2019, 16:58 Uhr

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