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Werkstadt Zürisee bleibt auf Kurs

Die Wädenswiler Stimmberechtigten haben an der Urne einen Kredit von 8 Millionen Franken wuchtig gutheissen. Damit kann die Stadt nun das Rütihof-Areal für die Werkstadt Zürisee erschliessen und von Altlasten befreien.

Der Rütihof in der Nähe der Autobahn Wädenswil darf erschlossen werden. Die Kosten für Altlastensanierung, die Strassen und Leitungen wurden von den Stimmbürgern bewilligt.
Der Rütihof in der Nähe der Autobahn Wädenswil darf erschlossen werden. Die Kosten für Altlastensanierung, die Strassen und Leitungen wurden von den Stimmbürgern bewilligt.
Patrick Gutenberg

Nach hitzigem Abstimmungskampf haben die Wädenswiler Stimmberechtigten vor gut zweieinhalb Jahren 23 Millionen Franken für den Kauf des Rütihof-Areals gutgeheissen. Und zwar mit einem Ja-Anteil von ­damals 56,5 Prozent. Nun kann das 40 000 Quadratmeter grosse Grundstück etwas unterhalb des Autobahnanschlusses für den künftigen Gewerbe-und Technologiepark Werkstadt Zürisee weiterentwickelt, erschlossen und auch von Altlasten befreit werden.

Den dafür ­erforderlichen Kredit von 8 Millionen Franken für die Vorfi­nanzierung durch die Stadt ­Wädenswil haben die Stimm­berechtigten bei einer Stimm­beteiligung von 27,94 Prozent mit 938 Nein und 2853 Ja, und damit mit einem Stimmenanteil von 75,26 Prozent, wuchtig bewilligt.

Vorlage wurde von fast allen Parteien unterstützt

«Ich habe durchaus mit einer Zustimmung gerechnet – aber nicht unbedingt in dieser Deutlichkeit», sagt Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) zum Resultat. Für Kutter ist das «sehr erfreuliche» Ergebnis «auch Ausdruck davon, dass heute viele einstige Skeptiker nun wohl ebenfalls hinter dem Projekt ­stehen».

Dass die Stimmbeteiligung diesmal nicht einmal mehr halb so gross ausfiel wie bei der Referendumsabstimmung zum Kauf des Rütihof-Areals vom 30. November 2014 (Stimmbeteiligung 60 Prozent) erklärt sich Kutter vor allem damit, dass damals eine ganze Reihe weiterer brisanter Geschäfte an die Urne ­kamen: auf Gemeinde- und Bezirksebene das einstige Golfplatzprojekt in Wädenswil, auf nationaler Ebene die Ecopop- und Goldinitiative. Zudem machte damals ein Referendumskomitee gegen den Rütihof-Kauf mobil.

Der Stadtrat wollte den Erschliessungskredit ursprünglich bloss vom Parlament absegnen lassen, beugte sich dann aber mit der nachträglichen Ansetzung einer Urnenabstimmung dem Bezirksrat. Die Vorlage war von fast allen Parteien unterstützt worden. Einzig die Grünliberalen, die an den Erfolgsaussichten des Projekts zweifeln, hatten Stimmfreigabe beschlossen.

Bei einem Nein wäre die Werkstadt Zürisee womöglich ins Wanken geraten, mit Sicherheit aber verzögert worden. Nun sollen gemäss Kutter schon im August die Tiefbauarbeiten für die Erschliessung vergeben werden und im Herbst dann die Bagger auffahren. Sodass die ersten ­Firmen im Sommer 2018 mit der Erstellung ihrer Betriebsgebäude beginnen können. Die Sihl-tal-Zürich-Uetliberg-Bahn, SZU AG, etwa plant auf dem Gelän-de eine regionale unterirdische Busgarage samt Werkstatt für die Zimmerbergbusse. In den Rütihof ziehen will beispielsweise aber auch ein Kletterzentrum.

Investoren übernehmen vorfinanzierte Kosten

Das vier Hektaren grosse Areal hatte die Stadt gekauft, um dort einen Gewerbe- und Technologiepark zu realisieren. Und um damit bestehenden lokalen und regionalen Firmen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Die Stadt Wädenswil hofft damit, zusätzliche Arbeitsplätze anzuziehen und auch Steuereinnahmen zu generieren.

Das Land wird parzellenweise verkauft oder im Baurecht abgegeben. Die Investoren müssen anteilmässig die nun von der Stadt vorfinanzierten Kosten für die Erschliessung und Entwicklung des Areals sowie für die Altlastensanierung übernehmen. Die Behörden konnten nach eigenen Angaben bislang für rund die Hälfte der Gewerbe­fläche Reservationsverträge abschliessen.

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