Verkehr

Wer über Temporeduktionen entscheidet

Die ZPZ will das Tempo auf der Seestrasse innerorts zwischen Kilchberg und Horgen auf 50 senken. Doch wer entscheidet eigentlich, wie schnell auf Kantonsstrassen gefahren wird?

50 oder 60 auf der Seestrasse? Die Kantonspolizei hat die Signalisationshoheit und somit das letzte Wort bezüglich Tempoänderungen.

50 oder 60 auf der Seestrasse? Die Kantonspolizei hat die Signalisationshoheit und somit das letzte Wort bezüglich Tempoänderungen. Bild: David Baer

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Der Verkehr auf der Seestrasse soll entschleunigt werden. Dies hat am Donnerstag die Planungsgruppe Zimmerberg (ZPZ) bei der Kantonspolizei beantragt. Konkret soll das Tempo zwischen Kilchberg und Horgen innerorts von 60 auf 50 Stundenkilometer reduziert werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass solche Forderungen für die Kantonsstrasse gestellt werden. So gilt auf der Seestrasse in Wollishofen seit Anfang 2017 eine Tempolimite von 50 Stundenkilometern. Die Diskussion wird auch am rechten Seeufer geführt. Die Seestrasse beim Kehlhof in Stäfa soll ebenfalls entschleunigt werden. Meist sind Lärmemissionen der Grund, im aktuellen Fall der ZPZ sind Sicherheitsaspekte und eine Verflüssigung des Verkehrsstroms die Argumente. Doch wie kann eine Temporeduktion überhaupt durchgesetzt werden?

Gemeinden werden involviert

Es ist das Zusammenspiel mehrerer Parteien notwendig. Handelt es sich um eine Strasse, die sich in Planung befindet, ist das kantonale Amt für Verkehr involviert. Dieses ist in Zusammenarbeit mit der betroffenen Gemeinde für die Vorbereitung verantwortlich und beauftragt dann das kantonale Tiefbauamt, den betroffenen Strassenabschnitt zu realisieren.

Als vierte Partei kommt die Kantonspolizei ins Spiel. Diese hat die Signalisationshoheit und somit das letzte Wort bezüglich Tempoänderungen. «Dies geschieht jedoch immer in Absprache mit dem Tiefbauamt, dem Amt für Verkehr und der betroffenen Gemeinde», sagt Thomas Maag, Mediensprecher der kantonalen Baudirektion. Nur weil auf einer breiten Strasse plötzlich 50 statt 60 Stundenkilometer gilt, sei nicht gewährleistet, dass nachher auch nur 50 gefahren werde. «Deshalb macht es oft Sinn, eine Temporeduktion mit baulichen Massnahmen wie Einbuchtungen oder Fussgängerschutzinseln zu unterstützen», sagt Maag. Sind sich Gemeinde, Ämter und Polizei nicht einig, hat die Kantonspolizei das letzte Wort.

In der Causa Seestrasse zwischen Kilchberg und Horgen muss nun ebenfalls die Kantonspolizei entscheiden. Diese konnte zum jetzigen Zeitpunkt auf Anfrage dieser Zeitung noch keine Auskunft geben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.09.2018, 16:44 Uhr

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