Justiz

Weil er nicht arbeiten wollte, griff er an

Er sass schon im Gefängnis. Doch das hielt einen Rumänen nicht davon ab, weiter straffällig zu werden. Der 30-Jährige griff im Gefängnis Horgen eine Aufseherin an, die ihn zur Arbeit aufforderte. Zur Strafe muss er noch länger sitzen.

Im Gefängnis Horgen rastete ein Insasse aus – und attackierte eine Aufseherin.

Im Gefängnis Horgen rastete ein Insasse aus – und attackierte eine Aufseherin. Bild: Sabine Rock

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Raue Sitten im Horgner Gefängnis: Eine Aufseherin erdreistete sich um 8 Uhr morgens einen Insassen zum Arbeitsantritt aufzufordern. Der 30-Jährige hatte offensichtlich «kä Luscht». Doch er weigerte sich nicht nur der Aufforderung nachzukommen, sondern griff die Aufseherin auch noch tätlich an. Er schlug auf den Hinterkopf und das Gesicht der Frau ein. Sie zog sich dadurch eine Schädelprellung zu.

Mit der letzlich sinnlosen Attacke, arbeiten muss er ja trotzdem, schneidet sich der Rumäne tief ins eigene Fleisch. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis hat ihn zu sechs weiteren Monaten hinter Gittern verurteilt. Eigentlich dürfte der Mann gar nicht in der Schweiz sein, wegen früherer Straftaten wurde ein zweijähriges Einreiseverbot gegen ihn verhängt. Teil des Strafbefehls ist denn auch, dass er zweimal im Raum Basel aufgegriffen wurde. Das erste Mal gerade mal einen Tag nachdem die Sperre inkraft getreten war. Darum wurde er jetzt auch wegen illegalem Aufenthalt verurteilt.

Warum ihm die Einreise in die Schweiz verboten ist, geht aus dem Strafbefehl nicht hervor. Klar ist aber, dass er sich hierzulande schon einiges zu schulden hat kommen lassen. Darauf weist auch die unbedingte Freiheitsstrafe wegen des Angriffs hin.

Die Zelle angezündet

Mit renitenten Häftlingen hat es das Gefängnispersonal immer wieder zu tun. Bekanntestes Beispiel aus jüngster Zeit ist der in den Medien «Carlos» genannte Straftäter, der schon mehrfach Aufseher angegriffen und in seiner Zelle randaliert hat. Ihm droht jetzt im Alter von bloss 23 Jahren gar die ordentliche Verwahrung, wie die NZZ kürzlich aufgedeckt hat.

Probleme, die vor Gericht verhandelt werden, gab es aber auch im Gefängnis Horgen schon. Vor vier Jahren entfachte ein Insasse aus Algerien in seiner Zelle ein Feuer. Offenbar wollte er sich auf diese Weise selber töten. An die anderen Leute im Gefängnis habe er nicht gedacht, sagte er am Prozess im Jahr danach. Dass ihm ein Aufseher das Leben rettete, regte ihn sichtlich auf. Nach seiner Verlegung ins Gefängnis Affoltern hatte er erneut einen Brand in seiner Zelle gelegt. Auch diesen hat er überlebt.

Erstellt: 21.12.2018, 16:53 Uhr

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