Adliswil

Weihnachtskrippe entzweit Gewerbler

Überraschung im Handwerk- und Gewerbeverein Adliswil: Präsident Rolf Wertli hat per sofort den Rücktritt erklärt. Zu gross waren die Meinungsverschiedenheiten um die Krippe am Weihnachtsmarkt.

Jahrelang war die Krippe in der Weihnachtszeit Kulisse für Geschichtenerzähler. Die Mehrheit des HGVA-Vorstands wollte diese Tradition nicht selber fortführen.

Jahrelang war die Krippe in der Weihnachtszeit Kulisse für Geschichtenerzähler. Die Mehrheit des HGVA-Vorstands wollte diese Tradition nicht selber fortführen. Bild: Archiv André Springer

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Die Adliswiler Gewerbetreibenden wundern sich. Grund ist ein Mail, das der Vorstand des Handwerk- und Gewerbevereins (HGVA) diese Woche an die Mitglieder verschickt hat. Darin teilt er mit, dass Präsident Rolf Wertli entschieden habe, «per sofort aus dem Vorstand zurückzutreten».

Wertli ist Inhaber einer Plattenlegerfirma, langjähriges HGVA-Vorstandsmitglied und seit 2018 dessen Präsident. Was hinter dem überraschenden Rücktritt steckt, bleibt in der Nachricht unklar. Auf Anfrage sagt Wertli jedoch: «Ausschlaggebend waren Meinungsverschiedenheiten rund um die Weihnachtskrippe.»

Dabei handelt es sich um die Holzkonstruktion mit Stall, Krippe und zehn mannshohen Figuren, die in der Adventszeit jeweils auf dem Bruggeplatz aufgestellt wurden. Die letzten 18 Jahre dienten sie dort als Kulisse für den Adliswiler Weihnachtskalender, einer Erzählveranstaltung von Kamil Krejci, Brigitte Schmidlin und Beat Gärtner.

Trotz finanziellem Risiko

Letzten Juni kündigten diese drei an, den Weihnachtskalender nicht mehr weiterzuführen. Angedacht war, dass der HGVA das Material übernimmt und sich um die Weiterführung kümmert. Dies zumindest wollte Rolf Wertli. «Es wäre möglich gewesen, diese Tradition fortzusetzen, auch wenn die Übernahme ein finanzielles Risiko für den HGVA bedeutet hätte», ist Wertli überzeugt.

Doch seine ehemaligen Vorstandskollegen waren dagegen. Auch den Weihnachtsmarkt auf dem Bruggeplatz würden sie verändern wollen, «schneller als ich es für sinnvoll halte». All dies habe ihn zu seinem Schritt bewogen, sagt Rolf Wertli.

Im HGVA-Vorstand zuständig für Veranstaltungen ist Versicherungsberater Donat Schwab. Er bestätigt gegenüber dieser Zeitung, dass die Mehrheit des Vorstands entschieden habe, die Krippe nicht zu übernehmen. «Wir wollen und können dies nicht», sagt Schwab. «Einerseits fehlt uns dazu Personal, andererseits würde die Lagerung des Krippenmaterials unter dem Jahr Kosten verursachen, die die Rechnung des HGVA zusätzlich belasten würde.»

Krippe wird trotzdem stehen

Allen Uneinigkeiten zum Trotz: Die Zukunft der in Adliswil beliebten Krippe scheint inzwischen – auf anderem Wege – gerettet zu sein. Walter Diem, OK-Chef des Weihnachtsmarktes, hat als Reaktion auf die Absage des HGVA am Donnerstagabend einen Verein für die Krippe gegründet. Dieser wird das Material laut Diem «zu super Konditionen» lagern können. In der kommenden Adventszeit wird sie also wieder zu bestaunen sein, wenn auch ohne Auftritten von Geschichtenerzählern.

Unklar ist hingegen, wer das Amt des HGVA-Präsidenten übernehmen wird. Bis zur Generalversammlung im März muss der Vorstand Kandidaten finden.







Erstellt: 14.11.2019, 18:47 Uhr

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