Horgen

Wegen eines dummen Streits kam es zu einer schweren Verletzung

Drei Männer handeln mit Drogen. Es kommt zum Streit. Die Mehrheit nimmt die Minderheit aus. Diese will sich mit einem Messer wehren. Das hat schlimme Folgen. Eine Szene, die sich vor einem Jahr in einem Horgner Wohnquartier abgespielt hat, nicht in der Bronx.

Zwischen den Horgner Drogendealern kam es zum Streit. Einer der Dealer wurde mit einem Fleischmesser stark verletzt. Am Mittwoch stand einer der Männer vor dem Bezirksgericht Horgen.

Zwischen den Horgner Drogendealern kam es zum Streit. Einer der Dealer wurde mit einem Fleischmesser stark verletzt. Am Mittwoch stand einer der Männer vor dem Bezirksgericht Horgen.

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Am Mittwoch stand ein 28-jähriger Spanier am Bezirksgericht Horgen, weil er im Sommer 2017 einen ­23-jährigen Kosovaren mit einem Messer schwer verletzt hatte. Warum es so weit gekommen ist, dafür gibt es zwei Versionen.

Zuerst die der Opfer: Zwei junge Kosovaren sitzen in Horgen am See, trinken und koksen. Gegen drei Uhr morgens geht ihnen das Kokain aus. Der Jüngere kennt einen Dealer, sie haben schon zusammen gekifft. Er habe mehrmals kleine Mengen Kokain bei ihm gekauft. Er ruft ihn an, man fährt zur Wohnung des Spaniers. Der Jüngere holt das Kokain, geht wieder zum Kollegen, Dieser merkt, dass im Säcklein weniger als ein Gramm drin ist, höchstens 0,6 Gramm. Sie gehen wieder zur Wohnung, fordern die 100 Franken zurück, die sie bezahlt haben, oder mehr Kokain. Der Dealer weigert sich, setzt einen Pfefferspray ein.

Der Jüngere wird leicht von etwas Spitzem getroffen, es gehen aber nur Kleider kaputt. Halbblind schnappen sich die beiden das Geld und rennen raus. Der Dealer folgt, bewaffnet mit einem Fleischmesser. Er ruft dem Jüngeren etwas zu. Der Ältere stellt sich in den Weg und packt ihn. Er drückt den Verfolger gegen ein Auto, schmeisst ihn in die Heckscheibe, die dabei in die Brüche geht. Plötzlich merkt er, dass er stark blutet. Dass er gestochen wurde, hat er zuvor nicht bemerkt. Doch das Messer ist durch seinen ganzen Oberarm hindurchgegangen. Die geschockten Kosovaren versuchen das Blut zu stillen. Durch rasche medizinische Versorgung wird Schlimmeres verhindert.

Gezielter Angriff

Die Version des Spaniers geht so: Ab und zu hat er beim Jüngeren Marihuana bestellt. Immer 25 Gramm für 200 Franken. So auch am Vorabend. Die Lieferung läuft glatt. Doch als die beiden Gäste draussen sind, melden sie sich noch mal. Er habe das Portemonnaie vergessen, sagt der Jüngere. Sie kommen noch mal hoch.

Jetzt haben sie Waffen dabei, auch ein Messer. Sie prügeln auf ihn ein, es kommt zu einem kurzen Pfeffersprayeinsatz. Die beiden schnappen sich das Marihuana und das Geld und laufen raus. Der Beklaute holt ein Messer und rennt ihnen nach. Die beiden stehen beim Auto, der Ältere geht ihm entgegen. Es kommt zum Kampf. Das Messer wird eingesetzt, doch er habe nicht bewusst zugestochen, erklärt der 28-jährige Spanier.

Nach der Tat taucht er unter. Erst einen Monat später stellt er sich der Polizei. Er habe Angst vor einer Racheaktion gehabt, sagt der Beschuldigte vor Gericht. Es tue ihm leid, was passiert ist, vor allem, dass jemand so schwer verletzt worden ist. Doch er habe das nie gewollt.

Sein Verteidiger spricht von Notwehr, allenfalls Notwehrexzess. Er habe auf die harten Schläge seines Kontrahenten reagiert. Eine bedingte Freiheitsstrafe sei angemessen. Der Verteidiger zieht die Glaubwürdigkeit der Opfer infrage. Die Kokaingeschichte sei frei erfunden. Die beiden hätten den Beschuldigten von Anfang an beklauen wollen.

Noch immer arbeitsunfähig

Der Staatsanwalt fordert wegen schwerer Körperverletzung und weiterer Delikte fünf Jahre Gefängnis. Der Beschuldigte habe brutal gehandelt und sich seither kaltherzig gezeigt. Die Waffe ­habe er geholt, obwohl er mit Gegenwehr habe rechnen müssen. Die Folgen für das Opfer seien gravierend. Der junge Mann ist noch immer arbeitsunfähig, die Nerven noch nicht geheilt. Die Kraft beim Stoss müsse zudem gross gewesen sein, so der Staatsanwalt. Sonst wäre die Verletzung nicht so schwer gewesen.

Die Richter konnten noch kein Urteil fällen. Es wird zu einem späteren Zeitpunkt schriftlich bekannt gegeben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.07.2018, 19:13 Uhr

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