Verkehr

Was aus den Plänen für den Hirzeltunnel geworden ist

Seit 30 Jahren fordern Politiker und Anwohner einen Tunnel von Wädenswil nach Sihlbrugg – ohne Erfolg. 2020 werden die Karten aber neu gemischt: Eine Chance für das Komitee Pro Hirzel-Strassentunnel.

Per 1. Januar 2020 tritt der Kanton die Hirzelpassstrasse an den Bund ab.

Per 1. Januar 2020 tritt der Kanton die Hirzelpassstrasse an den Bund ab. Bild: Archiv ZSZ

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Täglich fahren rund 17'000 Fahrzeuge über den Hirzel – Tendenz steigend. Bereits vor über dreissig Jahren wollten Politiker und Anwohner den Verkehr auf dem Hirzelpass reduzieren. Sie forderten zur Entlastung der Passstrasse einen zweispurigen, fünf Kilometer langen Tunnel, der von Wädenswil nach Sihlbrugg führt und die A3 mit der A4 verbindet.

Nicht nur ein 1983 gegründetes Komitee macht sich bis heute für den Tunnel stark, auch die Politik beschäftigt das Thema seit Jahren. Die Debatte um die Kantonsstrasse erreichte gar die Bundesebene. Walter Bosshard, ehemaliger Nationalrat und Alt-Gemeindepräsident von Horgen, forderte 1999 den Bundesrat mit einer Motion auf, ein entsprechendes Tunnel in Angriff zu nehmen. «Die Überwindung einer Höhendifferenz von über 150 Metern mit einer schmalen, kurvenreichen Strasse, um von einer Nationalstrasse zur anderen zu gelangen, ist wirtschaftlich und ökologisch unsinnig,» begründete er damals seinen Antrag.

Aus dem Tunnel wurde bis heute nichts. Der Bundesrat wollte damals zuerst das beschlossene Netz fertigstellen und sich noch keinem Ausbau annehmen. Der Regierungsrat hingegen sprach schon vor Jahren von einem «dringenden Ausbauvorhaben.» Seit 2007 ist die Verbindung denn auch im kantonalen Richtplan eingetragen. Ein konkretes Projekt wurde aus Kostengründen nie ausgearbeitet.

Hoffnung keimt auf

Dank der Annahme des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) im Jahr 2017 keimt für die Befürworter eines Tunnels wieder Hoffnung auf. Der Kanton tritt ab dem 1. Januar 2020 die Hirzelpassstrasse an den Bund ab. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dereinst ein Tunnel entstehen wird.

Der Besitzerwechsel hat vor wenigen Tagen die drei Kantonsräte Christina Zurfluh Fräfel (SVP, Wädenswil), Astrid Furrer (FDP, Wädenswil) und Hans-Peter Brunner (FDP, Horgen) dazu veranlasst, beim Regierungsrat eine Anfrage einzureichen. Sie wollen unter anderem wissen, was dieser in den vergangenen Jahren unternommen hat, um beim Bund und den angrenzenden Kantonen auf die Problematik aufmerksam zu machen. Das Komitee Pro Hirzel-Strassentunnel hat auf seiner Homepage bereits einen Vorstoss auf nationaler Ebene nach den Erneuerungswahlen im Herbst angekündigt.

Erstellt: 19.07.2019, 14:51 Uhr

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