Wetter

Warm und trocken – aber nicht heiss

Der Sommer war am Zürichsee bisher zu warm und zu trocken. Ein Merkmal fehlte in der ersten Hälfte des Sommers jedoch komplett: Hitzetage mit über 30 Grad. Die Luft kam dafür schlichtweg aus der falschen Richtung.

Zu warm, aber nicht heiss: Markante Hitzewellen sind diesen Sommer bisher ausgeblieben. Dennoch ist die Trockenheit gebietsweise akut.

Zu warm, aber nicht heiss: Markante Hitzewellen sind diesen Sommer bisher ausgeblieben. Dennoch ist die Trockenheit gebietsweise akut. Bild: Archiv David Baer

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Der Sommer ist bereits zur Hälfte vorbei. Das bisherige Fazit in der Zürichseeregion aus meteorologischer Sicht: Es war zu warm und zu trocken. Vor allem das Defizit beim Niederschlag sticht ins Auge.

Im Juni kam gemäss den Auswertungen von Meteoschweiz in der Region nur 40 bis 80 Prozent der üblichen Regenmenge vom Himmel. Besonders betroffen von der Trockenheit sind der untere Teil des Zürichsees sowie das Linthgebiet. Etwas mehr Regen gab es im Bereich des mittleren Seeteils, weil dort häufiger Gewitter durchzogen.

Im Juli zeigt sich bisher ein vergleichbares Bild: Manche Gegenden profitierten von kurzen Gewitterregen – andere blieben hingegen komplett trocken.

Das Regendefizit für den Monat Juni. In der Zürichseeregion war es überall zu trocken, wobei Gewitter die Bilanz gebietsweise etwas aufbesserten. Quelle: Meteoschweiz

Weil es bereits im April und Mai viel zu wenig Regen gab, macht sich die Trockenheit nicht nur auf Wiesen und Feldern, sondern zusehends auch in den Gewässern bemerkbar. Vor allem kleinere Bäche und Flüsse führen nur noch sehr wenig Wasser, mancherorts droht gar die Austrocknung.

Viel Wärme, aber keine Hitze

Was die Temperaturen angeht, weist der Sommer 2018 bei Halbzeitbilanz noch ein weiteres aussergewöhnliches Merkmal auf: Hitzetage – also Tage, an denen die Temperatur über 30 Grad steigt – fehlten in der Zürichseeregion bis und mit 17. Juli komplett. Die bislang wärmste Tages-Temperatur wurde am 2. Juli mit 29,5 Grad an der Meteoschweiz-Wetterstation in Wädenswil gemessen. Diese Station gilt als Referenzstation für die Region.

«Normal», also dem langjährigen Durchschnitt entsprechend, wären für die Zeitspanne zwischen 1. Juni und 17. Juli in Wädenswil gemäss Meteoschweiz etwa 3 bis 4 Hitzetage.

Die Temperaturen bewegten sich meistens im sommerlichen Bereich. An der Wetterstation in Wädenswil wurden in der genannten Zeitspanne 25 Sommertage registriert – das ist mehr als im langjährigen Durchschnitt. Ein Sommertag ist in der Meteorologie dann erfüllt, wenn die Tagestemperatur über 25 Grad ansteigt.

Der Hitzewert von 30 Grad wurde aber nicht «geknackt». Erklären lässt sich das mit der Herkunft der Luftmassen. Für eine Hitzewelle mit Werten über 30 Grad braucht es in der Regel Luftmassen subtropischen Ursprungs. Das heisst: Die Luft muss aus südlicher oder südwestlicher Richtung von der iberischen Halbinsel her zu den Alpen strömen. In diesem Sommer war das allerdings praktisch nie der Fall – zumindest nicht in ausgeprägter Form.

Im Gegenteil: Wegen hartnäckiger Hochdruckgebiete über Skandinavien kam die Luft oft aus nördlicher, ja sogar östlicher Richtung. Das brachte am Zürichsee tagsüber zwar Wärme, aber keine intensive Hitze – und sorgte im Handumdrehen für angenehm kühle Nächte.

Die heisseste Phase des Sommers kommt noch

Bereits heute Mittwoch könnte die lange andauernde hitzefreie Phase in Wädenswil jedoch zu Ende gehen. Die Höhenströmung dreht langsam auf Südwest, es ist möglich, dass die Temperatur 30 Grad erreicht. Auch am Donnerstag und Freitag sind Hitzetage zu erwarten, bevor die Temperatur am Wochenende dann mit Durchzug einer Gewitterstörung wieder deutlich sinkt.

Und auch im restlichen Verlauf des Sommers muss damit gerechnet werden, dass es zu weiteren Hitzetagen kommt . Die heisseste Phase des Jahres, die sogenannten «Hundstage» zwischen Mitte Juli und Mitte August haben nämlich erst gerade begonnen. Ein Wechsel zu kühlerem, regnerischen Sommerwetter ist in den Modellen derzeit nicht absehbar. (zsz.ch)

Erstellt: 18.07.2018, 13:44 Uhr

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