Bienen

Waldhonig rettet Honigernte

Die diesjährige Honigernte stellt die Bienenzüchtervereine rund um den See zufrieden. Nach einem schlechten Vorjahr können die Imker nun aufatmen.

Trotz warmen Temperaturen schon früh im Jahr bleibt der Anteil Blütenhonig in der Ernte klein.

Trotz warmen Temperaturen schon früh im Jahr bleibt der Anteil Blütenhonig in der Ernte klein. Bild: Lisa Maire

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Die Bienen am Zürichsee waren fleissig: Die diesjährige Honigernte ist mehr als zufriedenstellend. Das berichten unisono die Imkervereine von Horgen, Meilen und der Oberseeregion.

Im Bezirk Horgen gibt es um die 70 aktive Imker. Eine davon ist Myriam Nieto aus Rüschlikon. Sie konnte in diesem Sommer 400 Kilo Honig ernten. Das sind im Schnitt pro Bienenvolk 15 bis 18 Kilo. «Wir können auf einen erfolg­reichen Sommer zurückschauen», sagt Nieto. In Bienenzüchterkreisen gilt ein Ertrag ab 15 Kilo pro Population als gut. Da die Ernte gerade erst abgeschlossen wurde, gibt es bis jetzt noch keine exakten Zahlen für die gesamte Region. Das berichtet der Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde auf Anfrage. Man erwarte jedoch eine gute Ernte.

Früher Saisonstart

Speziell an der diesjährigen Honig­ernte war vor allem ihr ­Beginn. «In meiner ganzen Imker­karriere konnte ich noch nie so früh im Jahr die Waben in die Stöcke hängen“, sagt Samuel Stä­deli, Präsident des Bienenzüchtervereins Bezirk Meilen, wel­cher rund 110 aktive Mitglieder zählt. Einige Pflanzen blühten bereits im März und produzierten so schon ungewöhnlich früh den für die Bienen und ihre Blütenhonigproduktion relevanten Nektar.

Der Anteil an Blütenhonig in der diesjährigen Ernte ist dennoch geringer als in anderen Jahren. Denn die starken Frost­nächte Ende April mitsamt Schneefall führten dazu, dass ­viele der Blüten verendeten. Ausser­dem brauchten die Bienen den Grossteil des bereits gesammelten Blütenhonigs als Nahrung, wie Stä­deli erklärt. 2017 wurde dennoch ein gutes Honigjahr. Der Waldhonig, welcher bei den meisten Imkern den Grossteil des Ertrags ausmacht, ret­tete die ­Ernte. Waldhonig ist die Bezeichnung für den Honig, der mithilfe von Läusen entsteht. Blattläuse, soge­nannte Honigtau-Produzenten, saugen den Pflanzensaft von Bäumen und anderen Pflanzen ein und scheiden verschiedene Zucker wieder aus. In der Honigblase werden diese Zucker­ von den Bienen dann zu Honig verarbeitet. Von jenen Läusen muss es dieses Jahr besonders viele gegeben haben. «Normalerweise gibt es Waldhonig erst ab Juni. Heuer vermeldeten Imker bereits im April und Mai Funde», sagt Beat Jörger, Präsident des Imkervereins Horgen.

Erleichterung nach Vorjahr

Der gute Honig­ertrag ist für die Imker ein Grund zum Aufatmen. Denn letztes Jahr konnten die meisten Bienenzüchter wegen des verregneten Sommers kaum Ernten einfahren. Ausser­dem mussten erst Anfang 2017 Imker um den ganzen Zürichsee ein gros­ses Bienensterben vermelden. Um die 30 Prozent der Bienen­population sind über den Winter eingegangen.

Koni Arnold ist Bieneninspektor im Linthgebiet, wo circa 150 aktive Imker wohnen. Er erklärt sich das grosse Bienensterben vor allem­ durch ein ungenügendes Schützen der Bienenvölker vor der Varroamilbe. Der Parasit ist seit Jahren eine Plage für Bienenzüchter weltweit. Nun, da die Ernte­zeit vorüber ist, müssen die Imker laut Arnold ihren Fokus auf den Aufbau ihrer Bienen­stöcke legen. «Wenn die Imker jetzt ihre Bienenvölker auffüttern und präventiv auf die Varroa­milbe hin behandeln, können sie mit starken Völkern ins nächste Jahr starten.» (zsz.ch)

Erstellt: 20.08.2017, 15:41 Uhr

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