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Wädenswiler Sparmassnahmen zeigen Wirkung

Das Defizit der Stadt Wädenswil beträgt nur ein Zehntel vom budgetierten Minus. Sparmassnahmen und höhere Einkünfte haben dazu beigetragen. Aufatmen ist aber verfrüht, denn nicht alle verzeichneten Entwicklungen sind nachhaltig.

Erstmals schwarze Zahlen: Das Alterszentrum Frohmatt schloss 2016 zum ersten Mal in seiner Geschichte mit einem positiven Betriebsergebnis.
Erstmals schwarze Zahlen: Das Alterszentrum Frohmatt schloss 2016 zum ersten Mal in seiner Geschichte mit einem positiven Betriebsergebnis.
Sabine Rock

Die Zahl überrascht. Anstelle des budgetierten Defizits von 4 Mio. Franken schliesst Wädenswil die Rechnung für das Jahr 2016 mit einem Minus von 0,4 Mio. Franken. Dieser Betrag ergibt sich aus dem Gesamtaufwand für 2016 von 175,5 Mio. Franken und dem Gesamtertrag von 175,1 Mio. Franken.

Rückblende: Noch Ende 2015 betrug das Defizit 6,8 Mio. Franken. Dies führte vergangenes Jahr zu Sparmassnahmen und im Dezember 2016 wurde der Steuerfuss der Politischen Gemeinde um einen Prozentpunkt auf 85 Prozent erhöht. Gleichzeitig senkte die Oberstufenschulgemeinde ihren Steuerfuss auf21 Prozent, sodass der Gesamtsteuerfuss unverändert 106 Prozent beträgt.

Stadtrat Peter Schuppli (FDP) sagt zum Jahresergebnis, dass es trotz des geringeren Defizits das Ziel bleibe, wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Frohmatt erstmals im Plus

Zum besseren als budgetierten Ergebnis hat unter anderem das Alterszentrum Frohmatt beigetragen. Denn mit 60 000 Franken weist das Alterszentrum zum ersten Mal in seiner Geschichte ein positives Betriebsergebnis auf. «Nachdem die Frohmatt jahrelang defizitär war, hat sie mit einer externen Firma die Prozesse hinterfragt», sagt Stefan Müller, Leiter Finanzen. So seien unter anderem betriebliche Abläufe verbessert und die Preise angehoben worden. Unter dem Strich reduzierte sich dadurch der Aufwand gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Mio. Franken, während sich der Ertrag um 0,6 Mio. Franken erhöhte.

Auch der Stadtrat und die Verwaltung haben gespart. «Wir haben die Arbeit neu verteilt», sagt Stadtrat Schuppli. Bei natürlichen Abgängen seien in der Folge mehrere Stellen nicht mehr neu besetzt worden. Die Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen betrugen 20,3 Mio. Franken und wichen nur minim von den budgetierten 20,9 Mio. ab.

Während die Massnahmen für das Alterszentrum und die Stadtverwaltung nachhaltig sein dürften, ist dies bei den Einnahmen aufgrund der Quellen- und Grundstückgewinnsteuern in der Höhe von 3,6 Mio. Franken nicht zwingend der Fall. «Vor allem die Quellensteuern sind im vergangenen Jahr höher ausgefallen als üblich», sagt Müller. Dies sei auf den Kanton zurückzuführen, der Pendenzen abgebaut habe.

Als ebenfalls noch nicht nachhaltig einzustufen sind die geringeren Jugendheimkosten in der Höhe von ungefähr 1 Mio. für das vergangene Jahr. Im Juni 2016 entschied das Bundesgericht, dass für die Beteiligung der Gemeinden an den Heimkosten die gesetzliche Grundlage fehle. In der Folge stellte die Stadt Wädenswil im August ihre Zahlungen für die Heimkosten ein. Zurzeit ist das neue Kinder- und Jugendheimgesetz des Kantons Zürich in Arbeit, sodass noch nicht klar ist, in welchem Ausmass sich die Gemeinden künftig wieder an den Kosten werden beteiligen müssen.

Die Nettoinvestitionen in der Höhe von 23 Mio. Franken imFinanzvermögen sind fast ausschliesslich auf das Projekt Werkstadt Zürisee zurückzuführen, wo sich allein der Landkauf auf 21 Mio. belief. Das Eigenkapital der Stadt betrug 51,9 Mio. Franken.

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