Wädenswil

Das Budget von Gross-Wädenswil ist im Lot

Das Budget 2019 der Stadt Wädenswil steht im Zeichen der Eingemeindung von Schönenberg und Hütten. Wie prognostiziert, ist es für die Stadt saldoneutral. Der Steuerfuss bleibt stabil.

Trotz leichtem Plus will die Stadt Wädenswil den Steuerfuss bei 85 Prozent belassen.

Trotz leichtem Plus will die Stadt Wädenswil den Steuerfuss bei 85 Prozent belassen. Bild: Archiv Sabine Rock

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Die Stadt Wädenswil dürfte die Eingemeindung von Schönenberg und Hütten finanziell gut verkraften können. Der Stadtrat hat für nächstes Jahr ein Budget für die Grossgemeinde verabschiedet, das ein Plus von 6,9 Millionen Franken ausweist. Der Steuerfuss soll bei 85 Prozent bleiben (ohne Oberstufenschulgemeinde, aktuell 19 Prozent). Folgt das Parlament dem Antrag, wird der Steuerfuss für die Einwohner von Schönenberg um 8 Prozentpunkte, für jene in Hütten sogar um 27 Prozentpunkte sinken.Der Effekt der Eingemeindung sei für die Stadt saldoneutral, sagt Walter Münch (FDP), Stadtrat Finanzen. Der Aufwand pro Einwohner bleibe im gleichen Rahmen (7960 Franken), ebenso die Steuerkraft (3226 Franken). Die Eingemeindung fördert also keine Überraschungen zutage. «Die Modellrechnung scheint sich zu bestätigen», sagt er.

Das Budget 2019 kann wegen der Eingemeindung nicht mit jenem des Vorjahres verglichen werden. Es sieht einen Gesamtaufwand von 197,2 und ein Ertrag von 204,1 Millionen Franken vor.

Einnahmen steigen

Nächstes Jahr fliesst der ausserordentliche Kantonsbeitrag von 7,6 Millionen Franken für die Eingemeindung in die Stadtkasse. Er dient dazu, die Kosten der Eingemeindung und die Verschuldung von Hütten abzufedern. Ohne diesen Sondereffekt würde ein Defizit von 700 000 Franken resultieren, was laut Stadtrat verkraftbar wäre.

Das wirtschaftliche Umfeld schätzt Walter Münch als günstig ein: «Mit der Werkstadt Zürisee wird der Wirtschaftsstandort gestärkt.» Es kämen Firmen nach Wädenswil, mittelfristig würden die Einnahmen steigen. «Wir gehen davon aus, dass die ordentlichen Steuern und die Grundstückgewinnsteuern nächstes Jahr leicht steigen», sagt Walter Münch.

Eine Herausforderung für Wädenswil ist das Wachstum. Es ziehen neue Einwohner in die Stadt, die deshalb ihre Infrastruktur anpassen muss. In den nächsten Jahren baut und erneuert sie die Schulhäuser Glärnisch, Steinacher, den Kindergarten Meierhof und voraussichtlich auch das Schulhaus Ort.

Nächstes Jahr will der Stadtrat 29,9 Millionen Franken investieren. Ein Grossteil davon fliesst in die Schulbauten und die neue Hauptsammelstelle Winterberg. Wädenswil wird somit 12 bis 13 Millionen Franken mehr für Investitionen ausgeben als im langjährigen Schnitt, erklärt Stefan Müller, Leiter Finanzen.

130 Millionen Schulden

Der Stadt kommt dabei entgegen, dass das Zinsniveau tief ist, wie Stefan Müller ausführt. Allerdings drückt eine hohe Verschuldung. Ende 2017 hatte die Stadt verzinsliche Schulden im Umfang von rund 130 Millionen Franken. Das entspricht einer Nettoschuld von 602 Franken pro Einwohner. Aufgrund hoher Investitionen und eines tiefen Selbstfinanzierungsgrads von etwa 49 Prozent wird die Verschuldung weiter zunehmen. «Wir müssen sie im Auge behalten», sagt der Finanzvorstand.

Nebst der Eingemeindung gibt es einen zweiten Sondereffekt im Budget 2019: Das neue Rechnungslegungsmodell HRM2, mit dem alle Gemeinden seit diesem Jahr arbeiten müssen. Für Wädenswil bedeutet das, dass die Abschreibungen rund 4,2 Millionen Franken tiefer ausfallen als zuvor. Die finanzpolitische Lage der Stadt habe sich im Vergleich zu früheren Jahren beruhigt, hält der Stadtrat fest, «es bleiben aber weiterhin grosse finanzpolitische Herausforderungen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.10.2018, 10:16 Uhr

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