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Wädenswil präsentiert überarbeitetes Au-Park-Projekt

Die Kritik am Au-Park war gross: Gegen den Gestaltungsplan gingen 22 Einwendungen ein. Die Stadt Wädenswil hat am Mittwoch, zusammen mit Grundstückeigentümer und Kanton, den überarbeiteten Gestaltungsplan präsentiert.

Veränderte Gebäudehöhe: Das alte und das neue Projekt im Vergleich.


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Der Widerstand gegen den Gestaltungsplan des Au-Parks war in Wädenswil, vor allem im betroffenen Ortsteil Au, gross. Neben der Höhe der geplanten Gebäude wurden auch der fehlende Naturschutz und diverse andere Einwendungen angebracht. Insgesamt auch musste die Grundstückeigentümerin Intershop AG 22 Einwendungen prüfen.

Seit der Präsentation des ursprünglichen Gestaltungsplans im November 2017 ist nun ziemlich genau ein Jahr vergangen. Seit April weiss man auch, dass die neue Kantonsschule Zimmerberg in einem Teil des geplanten Au-Parks ihr Zuhause finden wird.

Heute konnte die Stadt Wädenswil nun zusammen mit Vertretern der Intershop AG und der Bildungsdirektion des Kanton Zürich eine überarbeitete Version des Projekts präsentieren.

Inwiefern ist man auf die Projekt-Gegner eingegangen? Philipp Kutter, Stadtpräsident von Wädenswil, zum angepassten Au-Park Projekt. Video: pst.

Anpassungen wurden seitens der Planer in diesen Punkten vorgenommen:

• Die Gebäudehöhe wird auf maximal 25 Meter begrenzt und Hochhäuser sind auf dem Areal explizit ausgeschlossen.

• Die Ausnützungsziffer auf dem Areal wurde von 140% auf 133% gesenkt. Damit ist die gemäss Richtplanung geforderte hohe städtebauliche Verdichtung unverändert sichergstellt und es wird gleichzeitig berücksichtigt, dass die Umsetzung quartierverträglich geschieht.

• Der Anteil bezahlbarer Wohnraum wurde von 12,5 Prozent auf 20 Prozent erhöht. Dies entspricht 50-60 Wohnung, deren Mieten unter den marktüblichen Mieten liegen und für mittlere Einkommensschichten bestimmt sind.

• In den Vorschriften zum Gestaltungsplan wird neu explizit festgehalten, dass die Energieversorgung auf dem Areal fortschrittlich, nachhaltig und mehrheitlich mit erneuerbaren Energien erfolgen muss.

Die neue und die alte Version der Parkanlage des Au-Parks im Vergleich.

Der überarbeitete Gestaltungsplan geht nun an den Gemeinderat. (pst)

Erstellt: 07.11.2018, 13:11 Uhr

Update folgt...

Reaktionen der Kritiker

Zufrieden mit Verbot von Hochhäusern

In einer ersten Reaktion zeigen sich die Vertreter der Interessengemeinschaft Wädi Au, die dem Projekt «Au-Park» kritisch gegenüberstehen, mit einem Teil der Anpassungen zufrieden. «Wir begrüssen, dass für das Areal der Bau von Hochhäusern explizit verboten wird», sagt René Kappeler von der Interessengemeinschaft. Dennoch seien weiterhin Gebäude mit einer Maximalhöhe von 25 Metern erlaubt, was Kappeler als hoch erachtet. Begrüssenswert sei ebenfalls, dass die Ausnützung des Areals von 140 Prozent auf 133 Prozent gesenkt wurde. «Aber auch hier hätten wir uns eigentlich eine stärkere Reduktion gewünscht».

Die IG Wädi Au sei nicht grundsätzlich gegen das Projekt, sagt Kappeler. Ein wichtiges Anliegen der Interessengemeinschaft sei es jedoch, dass das Quartier in der Au den ländlichen Charakter auch in Zukunft behalten könne. Je geringer die Ausnützung sei, desto weniger würde ein urbaner Charakter entstehen.

Enttäuscht zeigt sich René Kappeler, dass beim «europaallee-ähnlichen Riegel» entlang der Alten Landstrasse keine Änderungen im Gestaltungsplan vorgenommen wurden. Dieser füge sich durch seine übermässigen Dimensionen bezüglich Länge und Höhe in keiner Weise in den eher ländlichen Charakter der Umgebung ein. «Hier wäre eine lockerere Aufteilung der einzelnen Baukörper dringend erwünscht», sagt er. Ebenfalls glaubt die IG weiterhin, dass der Kanton bei der Planung der Mittelschule zu wenig die künftigen Schülerzahlen mit einberechne. «Die Schülerzahlen steigen kantonal immer weiter an, es braucht daher eine mindestens doppelt so grosse Fläche wie die zur Verfügung stehenden 11 000 Quadratmeter, um auch künftig Platz für sämtliche Schüler zu haben», sagt Kappeler. Er wird nun zusammen mit den Mitgliedern der IG die Anpassungen im Gestaltungsplan detailliert analysieren und danach weitere Schritte planen. (pme)

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