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Wädenswil holt versenktes Schulhausprojekt aus Schublade

Die Stadt Wädenswil will die Schulanlage Ort erweitern, und zwar mit einem Projekt, welches das Parlament vor zwei Jahren bachab geschickt hat.

Das Projekt zur Erweiterung der Schulanlage Ort (Bild) wurde wieder aus der Versenkung geholt.
Das Projekt zur Erweiterung der Schulanlage Ort (Bild) wurde wieder aus der Versenkung geholt.
Archiv Sabine Rock

Wädenswil versteht sich als Bildungsstandort. Als das Parlament vor zwei Jahren der anvisierten Erweiterung des Primarschulhauses Ort den Riegel schob, war die Ernüchterung gross. Der Bedarf nach zusätzlichem Schulraum im boomenden Ortsteil Au war zwar unbestritten. Das Parlament taxierte das gut 19 Millionen Franken teure Projekt namens Grisu, das aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen ist, aber als zu kostspielig und zu unflexibel.

Nun hat der Stadtrat das Grisu-Projekt aus der Versenkung geholt. Er legt dem Parlament einen Projektierungskredit über 450'000 Franken vor. In der Weisung an das Parlament schreibt er, die ursprünglichen Architekten hätten den Entwurf Grisu weiterentwickelt. Seit der Rückweisung durch das Parlament habe der Stadtrat die Kritikpunkte aufgenommen und Alternativen geprüft, sagt Stadtrat Walter Münch (FDP). Im Jahr 2016 hatte er das Grisu-Projekt noch bekämpft. Als Stadtrat Finanzen vertritt er es heute: «Die grössten Bedenken sind jetzt ausgeräumt», argumentiert er.

Auf Kritik reagiert

Geplant ist der Bau einer Dreifachsporthalle mit darüberliegendem Schulraum. Geprüft worden war auch eine Erweiterung mit zwei Baukörpern, je einem für die Schule und die Sporthalle. Der Stadtrat entschied sich aber für eine Erweiterung in einem Guss, weil diese Variante über eine Million Franken günstiger ist und weniger Land verbraucht als zwei Gebäude. Zudem sind die Bauzeit kürzer und der Energiebedarf geringer. «Als ehemaliger Kritiker habe ich mich überzeugen lassen», sagt Walter Münch. Es sind vor allem zwei Punkte, welche den Ausschlag dafür gaben.

Erstens hat sich die Ausgangslage seit 2016 verändert. Der Zürcher Regierungsrat hat inzwischen den Standort für die Kantonsschule Zimmerberg in der Au bestimmt. Das Gymi wird die neue Sporthalle mitbenutzen und dafür Miete bezahlen. Vor zwei Jahren sei Grisu mit der Dreifachsporthalle noch überdimensioniert gewesen, sagt Walter Münch, «mit einem so grossen Mieter wie dem Kanton ist dies nicht mehr der Fall.» In sechs Jahren, wenn das Gymi-Provisorium das Maximum von 500 Schülern erreicht hat, wird das Gymnasium Raum für 60 Sportlektionen pro Woche benötigen.

Zweitens haben die Architekten den Vorwurf, Grisu sei nicht flexibel genug nutzbar, entkräftet. Der Innenraum sei flexibel und könne den Bedürfnissen angepasst werden, erklärt Walter Münch. Die Möglichkeit einer Erweiterung der Schulräume werde bereits heute in die Planung miteinbezogen.

Urnenabstimmung nötig

Der Stadtrat rechnet mit Erstellungskosten von 18,8 Millionen Franken, also rund eine halbe Million Franken weniger als das ursprüngliche Grisu-Projekt kosten würde. Die Einsparungen gehen zum einen auf den flexiblen statt massiven Innenausbau zurück, dagt Walter Münch. Zum andern sei man konsequent über die Bücher gegangen, um Kosten einsparen zu können.

Über den Projektierungskredit von 450'000 wird nun das Parlament befinden. Wird er gutgeheissen, wird das Architekturbüro ein Projekt ausarbeiten, über welches das Stimmvolk an der Urne entscheiden wird. Läuft alles nach Plan, soll im Jahr 2022 gebaut werden.

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