Wädenswil

Wädenswil hat kein Geld für die Aufwertung des Seegüetli

Die Bevölkerung muss noch für längere Zeit auf eine nennenswerte Aufwertung des Seegüetli verzichten. Hauptgrund ist die angespannte Finanzlage der Stadt.

Minimale Sanierungsmassnahmen an den Gebäuden wird die Stadt durchführen und die Mauer zwischen den Gebäuden abreissen.

Minimale Sanierungsmassnahmen an den Gebäuden wird die Stadt durchführen und die Mauer zwischen den Gebäuden abreissen. Bild: Archiv, Sabine Rock

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Das 4500 Quadratmeter grosse Seegüetli in Wädenswil ist eigentlich attraktiv. Vor drei Jahren hat die Stadt das Areal für eine halbe Million Franken von einer Privatperson gekauft und eine öffentliche Bade- und Freizeitwiese eingerichtet – mit Beachvolleyballfeld und einem Grillplatz. Jetzt, in den heissen Sommertagen, wird die Wiese rege genutzt.

Und doch haften dem Areal Makel an. Die beiden Gebäude und das Bootshaus befinden sich in einem desolaten Zustand und sind aus Sicherheitsgründen zugenagelt. Es fehlen ein Gastro-Angebot und sanitäre Einrichtungen. Die Ufermauern sind renovationsbedürftig, der Einstieg ins Wasser ist umständlich.

Nur minimale Massnahmen

An diesem Zustand wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern. «Aufgrund der angespannten Finanzlage sind kurzfristig nur untergeordnete Massnahmen angedacht», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Interpellation der FDP-Fraktion.

Das ist ernüchternd, bedenkt man, dass der Stadtrat vor einem Jahr ein Nutzungskonzept erarbeitet hat. Er wollte das Seegüetli für die Öffentlichkeit aufwerten, die Gebäude sanieren und umnutzen, die Ufermauer instand setzen, einen Einstieg ins Wasser herstellen. Auch die Bevölkerung brachte zahlreiche Ideen ein: vom Belassen des heutigen Zustands über Gastronomiebetriebe bis zur Erstellung eines Pfahlbauerdorfes.

Vorerst ist nun nur der Abbruch der Mauer zwischen den Gebäuden geplant. Damit kann das Areal geöffnet und der Blick auf den See verbessert werden. Der Stadtrat erhofft sich dadurch auch weniger Vandalenakte, wie aus der Antwort auf die Interpellation deutlich wird. Geprüft werden zudem «minimale Sanierungsmassnahmen» an den Gebäuden zum Erhalt der Gebäudesubstanz, für Zwischennutzungen sowie eine mobile WC-Anlage.

Eine vollständige Instandstellung und Umnutzung der Gebäude ist aus Kostengründen nicht geplant. Erst mittelfristig sind die Sanierung der Ufermauer und ein besserer Seeeinstieg ein Thema. Eine langfristige Nutzung wird beim Bootshaus geprüft mit der Vermietung an die Stiftung Historische Zürichsee-Boote.

Kein Platz für Rettungsboot

Keinen Platz auf dem Seegüetli wird der Seerettungsdienst einnehmen. Der Stadtrat hat diesbezüglich Klarheit geschaffen. Er hat geprüft, ob der Seerettungsdienst seinen Standort ins Seegüetli verlegen könnte. Dies, weil dessen Bootshaus nahe beim Seeplatz dem geplanten Seeuferwegabschnitt zwischen Seeplatz und Giessen weichen müsste. Der Stadtrat verwirft diese Idee. Das Seerettungsboot passe aufgrund des Tiefgangs und der Höhe nicht ins Bootshaus beim Seegüetli. Auch der Zugang zum Areal ist für den Betrieb laut Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) problematisch, denn die Seeretter müssten unmittelbar bis zum Bootshaus vorfahren können. Ein weiterer Hinderungsgrund ist der Zeitwert des bestehenden Seerettungsgebäudes, denn es befindet sich noch in einem guten Zustand.

Uferweg vor Bundesgericht

Der Stadtrat hat den Entscheid punkto Seerettungsdienst gefällt, bevor Klarheit über den geplanten Seeuferweg zwischen Seeplatz und Giessen herrscht. Das Ausbauprojekt ist wegen eines bundesgerichtlichen Verfahrens in Sachen Enteignung von privaten Grundstücken für die Durchführung des Seeuferwegs blockiert. Grund ist die Beschwerde des Vereins «Ja zum Seeuferweg» und 15 Privatpersonen. Das Urteil des Bundesgerichts steht noch immer aus.

Erstellt: 10.08.2015, 16:40 Uhr

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