Thalwil

Vorboten des Centralplatzes sorgen für Erstaunen

An der Gotthardstrasse erschrecken Passanten über die «kolossalen» Dimensionen von neu ausgesteckten Baugespannen. Sie zeigen, wie gross die Neubauten neben dem künftigen Centralplatz werden sollen. Die Projektleiter rechnen mit Rekursen.

Am höchsten Punkt 21 Meter hoch werden die geplanten Neubauten neben dem künftigen Centralplatz. Die neu ausgesteckten Baugespanne zeigen die Dimensionen auf.

Am höchsten Punkt 21 Meter hoch werden die geplanten Neubauten neben dem künftigen Centralplatz. Die neu ausgesteckten Baugespanne zeigen die Dimensionen auf. Bild: Patrick Gutenberg

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Ein Bijou im Dorfzentrum, ja das Herzstück der Gemeinde Thalwil soll er werden: der Centralplatz. Der multifunktionale Zentrumsplatz ist ein Mammutprojekt der Thalwiler Bauplanung. Dem Kredit von 4,9 Millionen Franken hatten die Stimmbürger schon im Herbst 2015 zugestimmt. Nach ausschweifenden Diskussionen an der Gemeindeversammlung im Juni 2016 verstummten Anfang Jahr die Kritiker und der Gestaltungsplan trat in Kraft.

«Häuserkolosse» alarmieren

Jetzt sind die ersten Vorboten des Bauprojekts an der Gotthardstrasse zu sehen: Die Baugespanne der Neubauten nördlich und südlich des künftigen Begegnungsraums sind seit wenigen Tagen ausgesteckt — und sorgen offenbar bereits für rote Köpfe.

Passanten würden auf der Gotthardstrasse regelmässig stehen bleiben und alarmiert zu den Baugespannen hochblicken, meldet ein Leser der «Zürichsee-Zeitung». Er möchte sich nicht namentlich exponieren. Ihm scheine, sagt er, dass die Leute erst jetzt wirklich realisieren, wie hoch die Neubauten tatsächlich werden; wie viel grösser als die bisherigen Gebäude. Der Leser verweist auf zahlreiche Gesprächen mit Fussgängern, in denen sich alle erstaunt und betroffen über die geplanten «Häuserkolosse» zeigten: «Auf den Plänen konnte man sich die Dimensionen nicht richtig vorstellen.» Er befürchtet, dass die Bautätigkeit sich negativ auf die Attraktivität der Ladenstrasse auswirken könnte.

Einsprachen bald möglich

Am höchsten Punkt werden die Bauten von privaten Grundeigentümern 21 Meter hoch und damit deutlich höher als alle umliegenden Gebäude. Dass manch einer über die geplanten Änderungen überrascht sein könnte, ist Projektleiter Simon Edelmann von Fischer Architekten AG bewusst. «Sich an Neuem zu befremden, ist eine menschliche Reaktion. Veränderung braucht immer Mut und etwas Gewöhnungszeit, und bauen heisst nunmal: verändern», sagt Edelmann. Die Verantwortlichen rechnen denn auch mit einzelnen Rekursen.

Noch sind die eben eingereichten Baugesuche in der Vorprüfung. Voraussichtlich nach den Sommerferien werden die Projektunterlagen publiziert und liegen dann zur Einsicht bei der Abteilung Planung, Bau und Vermessung auf. Ab der Publikation kann während 30 Tagen Einsprache erhoben werden. Natürlich könne alles angefochten werden — allerdings, gibt Edelmann zu bedenken, würde ausser einer Verzögerung kaum etwas rausschauen. Denn: «Wir bewegen uns im Rahmen der rechtlichen Vorgaben, wie sie an der Gemeindeversammlung vom 8. Juni vergangenen Jahres von der Bevölkerung nach intensiv geführter Debatte verabschiedet wurden»», sagt der Projektleiter.

Mit der Höhe der neuen Gebäude erkauft man sich den Raum dazwischen — den Centralplatz. «Wir generieren mit einer gezielten Verdichtung einen grossen Mehrwert für die Öffentlichkeit», fasst Edelmann das Ziel des Bauvorhabens zusammen, an demPrivate sowie die öffentliche Hand beteiligt sind.

Ab Baustart könnte der Centralplatz und die flankierenden Neubauten innert vier Jahren fertiggestellt werden, schätzt Edelmann. Wichtig ist den Projektverantwortlichen wie auch der Gemeinde, dass während dieser langen Bauphase die Ladenstrasse und die Zufahrten möglichst wenig belastet werden. Deshalb werden die Häuser gestaffelt gebaut. Das genaue Szenarium des Vorgehens wird zurzeit ausgearbeitet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.08.2017, 14:43 Uhr

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