Zum Hauptinhalt springen

Vor der Streitschlichtung steht eine Kampfwahl an

Mit Martina Mokni (parteilos) und Christina Zurfluh (SVP) bewerben sich zwei Kandidatinnen für das Friedensrichteramt. Am 4. März kommt es zur Kampfwahl.

Ab April wird für die Stadt Wädenswil eine neue Friedensrichterin im Amt sein.
Ab April wird für die Stadt Wädenswil eine neue Friedensrichterin im Amt sein.
Patrick Gutenberg

In Wädenswil kommt es zu einer Kampfwahl um ein Amt, das in erster Linie dem Frieden verpflichtet ist. Mit Martina Mokni (parteilos) und Christina Zurfluh (SVP) kandidieren zwei Frauen für die Nachfolge von Peter Burkhard um das Amt des Friedensrichters der Gemeinde Wädenswil. Burkhard hat im Oktober des letzten Jahres seinen vorzeitigen Rücktritt auf Ende März 2018 bekannt gegeben. Der Wädenswiler Stadtrat hat die Ersatzwahl auf den 4. März 2018 angesetzt.

Mediatorin mit juristischem Hintergrund

Erfahrungen als Friedensrichterin hat keine der beiden Kandidatinnen. Als Mediatorin mit Jura-Studium bringe sie jedoch die notwendigen Voraussetzungen mit, um als Friedensrichterin Streitfälle zu schlichten und den Parteien den Gang vor das Gericht zu ersparen, sagt Martina Mokni. «Als Friedensrichterin kann ich meine Erfahrungen als Mediatorin mit meinen juristischen Kenntnissen verknüpfen», sagt die 59-Jährige, deren Kandidatur von der SP unterstützt wird.

Ihr gehe es bei der Schlichtung eines Streites nicht um Schuldzuweisungen sondern um eine gemeinsame, zukunftsorientierte Konfliktlösung, sagt Mokni. «Es ist wichtig, nicht alles in schwarz und weiss zu sehen und die Streitigkeiten von einem neutralen Standpunkt aus zu betrachten», sagt die gebürtige Wädenswilerin, die erst vor ein paar Jahren wieder an ihren Heimatort zurückkehrte. Davor lebte sie unter anderem in Frankreich, in Zürich und in den Kantonen Graubünden, Genf und Aargau. In letzterem war sie auch als Gemeinderätin tätig . Ihre Stärke sei es, auch in hitzigen Situationen die Ruhe zu behalten und die verschiedenen Standpunkte anzuhören, sagt Mokni. Sollte es die Situation jedoch verlangen, könne sie durchaus hart durchgreifen.

Ein Friedensrichter kann anstelle eines Gerichts Sachurteile bis zu einem Streitwert von 2000 Franken erlassen. Meist geht es bei den Fällen, die vor den Friedensrichter kommen, um arbeits-, nachbar- oder erbrechtliche Streitigkeiten, oder um Forderungen, Persönlichkeitsverletzungen und Unterhaltsklagen. Im Kanton Zürich werden rund zwei Drittel aller Fälle von einem Friedensrichter behandelt, bevor diese ans Gericht weitergezogen werden.

Karrierefrau mit Verhandlungsgeschick

Christina Zurfluhs Geheimrezept, um Streitigkeiten zu schlichten, ist es, immer sachlich zu bleiben. «Ein gesunder Menschenverstand kombiniert mit Menschlichkeit sind für mich die idealen Voraussetzung einer Friedensrichterin», sagt die 56-jährige Marketing-Fachfrau, amtierende Gemeinderätin und Präsidentin der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission.

Aufgrund ihres Berufes im Bereich Brandschutz sei sie es gewohnt, Verhandlungen zu führen und nach Möglichkeit Lösungsvorschläge zu unterbreiten. «Auch in meinen politischen Ämtern sind Fingerspitzengefühl und Verhandlungsgeschick gefragt, um Lösungen zu finden, die von allen Parteien akzeptiert werden», sagt Zurfluh.

Sollte die Innerschweizerin, die seit über 30 Jahren in Wädenswil lebt, zur Friedensrichterin ernannt werden, würde sie das Amt als Gemeinderätin voraussichtlich niederlegen. «Die Arbeitsbelastung wäre zu gross», sagt die SVP-Politikerin, deren Kandidatur auch von der lokalen FDP und dem BFPW unterstützt wird. In Wädenswil mit über 21 000 Einwohner entspricht die Arbeitsbelastung einer Friedensrichterin nämlich etwa einem 40- bis 60-Prozent-Pensum.

«Als Friedensrichterin könnte ich auf einer anderen Ebene für Wädenswil und seine Bürger im Einsatz stehen», sagt Christina Zurfluh. Ihr Ziel sei es, möglichst viele Streitigkeiten zu schlichten, und so den Gang an ein höheres Gericht zu verhindern. «Dies erspart den Betroffenen nicht nur langwierige und kostspielige Prozesse, sondern verbessert auch das Zusammenleben in unserer Stadt.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch