Langnau

Vor Debatte über Steuererhöhung kauft Gemeinderat Luxusstühle

An der Gemeindeversammlung will die Exekutive den Langnauern eine Steuererhöhung um sechs Prozentpunkte beantragen. Kurz davor kauft der Gemeinderat nun zwölf Bürostühle für fast 23 000 Franken.

Trotz gewissen finanziellen Engpässen und einer geplanten Steuererhöhung kaufte sich der Langnauer Gemeinderat Bürostühle für 23'000 Franken.

Trotz gewissen finanziellen Engpässen und einer geplanten Steuererhöhung kaufte sich der Langnauer Gemeinderat Bürostühle für 23'000 Franken. Bild: Archiv ZSZ

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In finanzieller Hinsicht geht es Langnau nicht gut. An der Gemeindeversammlung von nächstem Donnerstag beantragt der Gemeinderat beim Stimmvolk gar eine Steuererhöhung um sechs Prozentpunkte. Der Steuerfuss würde dann neu bei 108 Prozent liegen. Nur so sei laut Finanzvorstand Beat Husi (CVP) im nächsten Jahr eine ausgeglichene Rechnung möglich. Grund für die beantragte satte Erhöhung sind stark steigende Ausgaben im Jahr 2019.

So sind zum Beispiel im Bereich der öffentlichen Ordnung und Sicherheit Mehrausgaben von 120 000 Franken budgetiert. Dabei sind erstmals die Kosten für die Polizei Adliswil-Langnau enthalten, welche Anfang 2019 startet. Auch die Kosten im Gesundheitswesen steigen aufgrund der Ausgaben für die Pflegeversicherung um rund 500 000 Franken. Noch höher fallen die Mehrausgaben bei der Sozialen Sicherheit mit 870 000 Franken aus. Die geplante Steuererhöhung beschäftigt die Stimmbürger. In Leserbriefen wird unter anderem vermutet, dass das vorhandene Geld falsch eingesetzt werde. Dieses Gefühl der Stimmbürger könnte mit einem kürzlich veröffentlichten Gemeinderatsbeschluss bekräftigt werden. Für die Ersatzbeschaffung der zwölf 30-jährigen Konferenzstühle im Sitzungszimmer A des Gemeindehauses, hat der Gemeinderat nämlich eine Ausgabe von 22 900 Franken als Nachtragskredit gesprochen.

«Die nun bestellten Stühle werden eine Lebensdauer von minimal 30 Jahren haben.»Adrian Hauser, Gemeindeschreiber

Die Bestellung fällt in eine Zeit, in der sich die Gemeinde auch mit Sparübungen beschäftigen muss. Pikant: Die Stühle werden vom Gemeinderat auch für jene Sitzungen genutzt, in denen über die hohen Ausgaben und Einsparmöglichkeiten diskutiert wird.

Raum ist auch Traulokal

Der Langnauer Gemeindeschreiber Adrian Hauser verteidigt die Ausgaben: «Das Sitzungszimmer A wird nicht nur als Sitzungs- und Konferenzraum genutzt, sondern dient auch als Traulokal. Die Feierlichkeiten der Ziviltrauung haben sehr stark an Bedeutung gewonnen. Es ist unser einziger Raum, welcher für repräsentative Anlässe, Empfänge sowie wichtige, bedeutungsvollen Verhandlungen und dergleichen genutzt werden kann.» Der Beschaffung der Stühle sei ein Submissionsverfahren vorausgegangen, «bewusst in einem Zeitraum, in dem ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis erzielt werden konnte.»

Zudem würden die alten, noch funktionstüchtigen Konferenzstühle nicht entsorgt, sondern als Ersatz noch älterer Stühle in anderen Sitzungszimmern genutzt. «Die nun bestellten Stühle werden eine Lebensdauer von minimal 30 Jahren haben», sagt Hauser. Zu beachten und werten bei der Beschaffung der Konferenzstühle sei deren lange Lebensdauer und hohe Qualität. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.12.2018, 15:17 Uhr

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