Zürichsee

Von Schiffsfünflibern, Horngegnern und dem neuen Fahrplan

An der Generalversammlung der ZSG zogen die Verantwortlichen für das Jahr 2018 eine positive Bilanz. Dies nicht ohne Wermutstropfen und die eine oder andere Kritik.

Die Schiffe der ZSG konnten im vergangenen Jahr wieder mehr Passagiere befördern. Trotzdem kommen einige Herausforderungen auf den Betrieb zu.

Die Schiffe der ZSG konnten im vergangenen Jahr wieder mehr Passagiere befördern. Trotzdem kommen einige Herausforderungen auf den Betrieb zu. Bild: Keystone

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«2018 war eine verrückte Saison.» Mit diesen Worten eröffnete Peter Weber, Verwaltungsratspräsident der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) am Montag die Generalversammlung im Horgner Schinzenhofsaal. Um nach einer Kunstpause zu ergänzen: «Eine verrückt gute Saison.»

Rund 1,78 Millionen Passagiere beförderten die Schiffe der ZSG im vergangenen Jahr. Das ist eine massive Zunahme von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund für die hohe Anzahl Passagiere waren nicht nur der milde Frühling und der heisse Sommer. Kurz vor Saisonstart am 29. März kündigte der Regierungsrat an, den umstrittenen Schiffsfünfliber wieder abzusetzen.

«Es war ein trauriger Anblick»

Der Zuschlag hielt 2017 viele vom Service der ZSG fern. «Es war ein trauriger Anblick, als nur noch tröpfchenweise Personen in die Schiffe einstiegen», sagte Peter Weber. Einen Drittel der Passagiere hatte die ZSG durch den Zuschlag verloren. «Die Aufhebung im März hatte beim Personal, aber auch bei der Bevölkerung für Verwunderung und grosse Erleichterung gesorgt», sagte Weber. Der Gastronomiebetreiber der Schiffe, der wegen des Schiffsfünflibers 20 Mitarbeiter entlassen musste, konnte unterdessen wieder alle einstellen.

Die ZSG konnte 2018 einen Gewinn von 38000 Franken erzielen. Im Vorjahr musste die Gesellschaft einen Verlust von 154000 Franken hinnehmen. Vor allem bei den Extrafahrten konnte die ZSG den Umsatz steigern. Im erfolgreichen Jahr 2018 war trotzdem ein Wermutstropfen zu beklagen. So fielen wegen zu hohen Temperaturen die Limmatboote während neun Tagen aus.

«Wir halten uns an die Gesetze»

Die Generalversammlung schaute nicht nur auf das vergangene Jahr zurück, sondern liess auch in das aktuelle Geschehen und die Pläne der ZSG blicken. Der Start ins Jahr 2019 ist holprig verlaufen. Gleich zwei Schiffe mussten in Revision. Die Panta Rhei hat nach zehn Jahren Betrieb und 350000 zurückgelegten Kilometern zwei neue Antriebsmotoren erhalten. Die Reparaturarbeiten sind grösstenteils fertig. Die Panta Rhei ist seit Mitte Juni wieder unterwegs. Anders sieht es beim Dampfschiff «Stadt Zürich» aus. Wegen unerwarteter Schäden fällt das Schiff die ganze Saison aus. Zudem müssen bald auch die beiden MS Forch und Zimmerberg neu motorisiert werden.

Des Weiteren hält ein Horngegner aus Stäfa mit mehreren Klagen gegen Kapitäne die ZSG auf Trab. Vertieft wollte sich Direktor Roman Knecht am Montag nicht dazu äussern. «Wir halten uns an die Gesetze», sagte er nur.

Knecht gab den Aktionären einen Ausblick auf die kommenden Projekte. «Wir wollen in wetterunabhängige Fahrten investieren», sagte er. Damit meint er vor allem die Extrafahrten.

Kritik am neuen Fahrplan

Zum Thema wurde auch der neue Fahrplan ab 2020. Neue Informationen gab es am Montag dazu jedoch nicht. Ziel der ZSG ist es, den Schiffsverkehr zu entschleunigen und so Treibstoff zu sparen und die Schiffe zu schonen. Während Angebote wie unter anderem die Zürcher Seebeckenrundfahrt oder ein Ufenau-Shuttle hinzukommen, fällt die Oberseerundfahrt unter der Woche weg (diese Zeitung berichtete). Zudem will die ZSG drei neue Limmatboote kaufen.

Aus den Kreisen der 388 anwesenden Aktionäre kamen am Montag auch kritische Voten. Ein ehemaliger Schiffskapitän der ZSG bemängelte, dass Reisende von Rapperswil nach Zürich am Bürkliplatz künftig keinen direkten Anschluss mehr haben, um wieder zurück nach Rapperswil zu fahren. Peter Weber entgegnete: «Unser Ziel ist es, das Schiff dorthin zu bringen, wo die Menschen sind. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen. Auch wenn hier vielleicht ein Manko entsteht.»

Erstellt: 24.06.2019, 20:45 Uhr

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