Thalwil

Von Moskau nach Thalwil

Eine fremde Kultur, fremde Leute und eine fremde Sprache: Ein Umzug ins Ausland braucht Mut. Mit Einzel­gesprächen versuchen die Gemeinden, den Neuzuzügern ­diesen Start zu erleichtern. So auch die Gemeinde Thalwil. Neuzuzügerin Olga Ivanova berichtet von ihren Erfahrungen.

Die Neuzuzügerin Olga Ivanova und ihre Familie fühlten sich dank persönlichem Beratungsgespräch rasch willkommen in ihrer neuen Heimat Thalwil.

Die Neuzuzügerin Olga Ivanova und ihre Familie fühlten sich dank persönlichem Beratungsgespräch rasch willkommen in ihrer neuen Heimat Thalwil. Bild: Michael Trost

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Als der Brief von der Gemeinde kam, sei sie zuerst skeptisch gewesen, sagt Olga Iva­nova. «Von einem amtlichen Brief erwartet man doch zuerst mal nichts ­Gutes.» Sie habe gedacht, dass die Behörden vielleicht sicher­gehen wollten, dass ihre Familie sich an die Regeln halte oder möglichst rasch wieder aus­reise, sagt die Russin.Olga ­Iva­nova zog mit ihrer ­Familie im vergangenen November von Moskau in die Schweiz und im Januar nach Thalwil. Als Neuzuzügerin aus dem Ausland lud die Gemeinde sie per Post zu einem Begrüssungsgespräch ein.

Rasche Antwort auf Englisch

Aus Skepsis und Unverständnis, weil der Brief auf Deutsch verfasst war, mel­dete Olga Iva­nova sich längere Zeit nicht, um einen Termin zu vereinbaren. Als sie schliesslich doch Fragen zu ihrem neuen Wohnort hatte, schickte sie eine Mail auf Englisch an die Gemeinde. Sie habe nicht schlecht gestaunt, als nach nur zehn Minuten eine Antwort auf Englisch zurückkam.

Alle ihre Zweifel und Vorbe­halte seien dann beim Termin ­Ende Mai auf der Gemeinde Thalwil verflogen, zu welchem sie ihren Mann und ihre zwei Kinder mitnahm. «Kaum waren wir da, holte die Beamtin eine Kiste mit Spiel­sachen für die Kinder hervor», erzählt die Russin. Damit habe sie nicht gerechnet. «Wir fühlten uns willkommen und ernst genommen», sagte sie. ­Zu­dem sei die Gemeinde nicht als etwas Abstraktes, Bürokratisches in Erscheinung getreten, sondern menschlich auf sie zugekommen.

Hilfreiche Tipps

Dank der Präsentation von ­Käthi Pfister, die für die Gespräche in Thal­wil zuständig ist, hätten sich viele Fragen geklärt. So zum Beispiel, wofür die einzelnen Farben der Parkfelder stehen, wie recycelt wird und was Vereine sind. «Käthi Pfister wusste auf alle ­Fragen eine Antwort und konnte äus­serst genau Auskunft geben.» Beeindruckt habe sie, dass ­Käthi Pfister ihr wenige Stunden nach dem Gespräch per E-Mail eine Liste all ihrer Fragen mit Antworten habe zukommen lassen. Insbesondere die Informationen über die Angebote der Gemeinde halfen der jungen Familie. Sie sind nun Teil des Elternvereins und möchten ihre Tochter in die Waldspielgruppe schicken. ­Olga Iva­nova verbessert ihr Deutsch in einem Kurs der Gemeinde. Das Gespräch habe ihren Umzug deutlich vereinfacht. «Es ging nicht nur um die Informationen, sondern auch um das Gefühl, hier gewollt zu sein.»

Obwohl Olga Iva­nova mit ihrer Familie aufgrund eines Jobangebotes in den Kanton Zürich gezogen ist, sei die Schweiz und ins­besondere Thalwil eine Wunschheimat geworden. «Hier ist es ruhi­ger als in Zürich und wir sind der Stadt doch so nah.»

Schon mehrere Male besucht

Einer der Gründe, warum sie gerade Thalwil ausgesucht hätten, sei auch eine Freundin aus Russland gewesen, die schon seit sechs Jahren hier lebe. Sie habe diese schon mehrere Male besucht und sich bereits früher in die Gemeinde am Zürich­see verliebt. Auch die Schweizer Nachbarn seien, entgegen allen Klischees, herzlich und bemüht, ihnen den Start zu vereinfachen. «Obwohl wir uns kaum verstehen, kommunizieren wir.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.07.2016, 18:34 Uhr

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