Horgen

Vier Kandidaten buhlen um einen Sitz in der Sozialbehörde

Der freigewordene Sitz in der Sozialbehörde Horgen ist begehrt. Gleich vier Bewerber haben sich gemeldet - ein Überblick.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Kaum hat die Amtsdauer der Sozialbehörde angefangen, findet bereits ein erster Wechsel statt. Im Frühjahr 2018 wurden alle Kandidaten in einer stillen Erneuerungswahl gewählt. Darunter auch Sabine Hickert (FDP). Nachdem sie neun Jahre lang in der Sozialbehörde tätig war, zieht sie aus der Gemeinde Horgen weg und lässt ihren Sitz zurück. Nach dem Wegzug von Hickert besteht die Sozialbehörde aus zwei SP-, zwei CVP-, einem SVP- und einem FDP-Mitglied.

Für den freien Posten haben sich gleich vier Kandidaten beworben, was für eine Ersatzwahl der Sozialbehörde aussergewöhnlich ist. Die FDP möchte ihren zweiten Sitz verteidigen. Auch die Grünen wollen Einsitz in der Behörde nehmen und schicken ihren Kandidaten ins Rennen. Die anderen beiden Bewerber sind parteilos. Die Horgner entscheiden am Urnengang vom 19. Mai ob und welcher der Kandidaten im ersten Wahlgang gewählt wird. Die Sozialbehörde ist unter anderem für die Unterstützung hilfsbedürftiger Einwohner zuständig.

Stefanie Huser (parteilos)


Eine der beiden Parteilosen ist Stefanie Huser. Die Mutter zweier Töchter lebt seit 20 Jahren in Horgen und arbeitet teilzeit als Masseurin und Therapeutin in der eigenen Praxis. Auf den Sitz in der Sozialbehörde hat sie sich spontan beworben. «Als ich das Inserat gelesen habe, hat mich der Posten angesprochen», sagt sie. Für das Amt sei sie geeignet, da sie neben dem sozialen Wesen auch einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund habe.

Dass Huser keine Partei im Rücken hat, sieht sie nicht als Nachteil. «Als neutrale Parteilose bin ich für die Sozialbehörde prädestiniert. Es geht hier um den Menschen und nicht um ein Parteikonzept», sagt sie. Den Wahlkampf mit den eigenen Mitteln bestreiten zu müssen, sei jedoch eine Herausforderung.

Philip Schalch (parteilos)


Als zweiter Parteiloser kämpft Philip Schalch um den freien Sitz in der Sozialbehörde. Er ist mit 36 Jahren der Jüngste der vier Kandidaten. An Erfahrung mangle es ihm aber nicht. «Ich bin ausgebildeter Sozialarbeiter und besitze daher das fachliche Wissen, um dieses Amt auszuüben», sagt er. Seit gut zehn Jahren arbeitet er im sozialen Bereich. Aktuell ist er im Sozialen Netz Bezirk Horgen tätig.

In der Sozialbehörde wolle sich der alleinerziehende Vater eines Sohnes für eine nachhaltige Sozialpolitik einsetzen, in deren Mittelpunkt der Mensch stehe. «Ich bin für Lösungen, die auf den ersten Blick vielleicht etwas umständlich wirken, dafür im Endeffekt den Betroffenen aber längerfristig etwas bringen.»

Dolores Marazzotta (FDP)


Den Sitz für die FDP verteidigen soll Dolores Marazzotta. Die 52-Jährige arbeitet als Klassenassistentin im Schulhaus Bergli. «Bei der Unterstützung der Schüler habe ich gemerkt, wie unterschiedlich das soziale Umfeld der Kinder ist.» Diese Erfahrung wolle die Mutter einer Tochter nun in der Behörde einbringen. «In der Sozialkommission möchte ich mich dafür einsetzen, dass wir den Bedürftigen so weit wie möglich helfen können», sagt sie.

Dabei müssten die Mittel jedoch mit gesundem Menschenverstand und nicht blauäugig vergeben werden. Die ehemalige Gymnasium-Lehrerin und HR Mitarbeiterin sei in ganz Europa gewesen und spreche fünf Sprachen fliessend, sagt sie.

Walid Smayra-Notz (Grüne)


Walid Smayra-Notz kandidiert für die Grünen für den frei gewordenen Sitz. Der Vater von vier Kindern ist im Libanon aufgewachsen, verheiratet und lebt seit 25 Jahren in Horgen. In Rapperswil-Jona führt er eine eigene Zahnarztpraxis. Zuvor hatte er als Sozialbetreuer gearbeitet. «Einerseits bringe ich Erfahrung für die Sozialbehörde mit, da ich Vater einer mit Down-Syndrom geborenen Tochter bin, Wissen als Unternehmer und Sozialarbeiter gesammelt habe und als Zahnarzt mit vielen Geflohenen aus Syrien oder dem Irak zu tun habe.»

Andererseits wolle der 52-Jährige der Gemeinschaft etwas zurückgeben, da er selber erfahren habe wie wertvoll es sei, eine Chance in einem neuen Land zu bekommen. Im Zentrum stehe für ihn eine faire und effiziente Behördenarbeit.

Erstellt: 26.04.2019, 14:13 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!