Wädenswil

Grösse des Au-Park-Projekts stösst nach wie vor auf Kritik

Die Pläne für den Au-Park kommen demnächst in den Gemeinderat. Das bereits redimensionierte Projekt mit Gymnasium und Wohnungen ist einigen noch immer zu gross.

Das Grossprojekt Au-Park samt Gymnasium und Wohnungen empfiehlt die Raumplanungskommission zur Festsetzung.

Das Grossprojekt Au-Park samt Gymnasium und Wohnungen empfiehlt die Raumplanungskommission zur Festsetzung. Bild: Visualisierung: PD

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Die Pläne für den Au-Park auf dem ehemaligen Alcatel-Areal werden nach wie vor kritisch beäugt. Genau unter die Lupe genommen hat nun die Raumplanungskommission des Gemeinderats Wädenswil das Vorhaben der Grundeigentümerin, der Intershop. Diese plant auf dem Areal bei der Halbinsel Au ein Gymnasium sowie 200 Wohnungen. Es handelt sich um eines der bedeutendsten Entwicklungsgebiete von Wädenswil

«Weil es sich um ein sehr grosses und komplexes Projekt handelt, auf dem Areal eine Kantonsschule geplant ist und der Au-Park besonders in der Au seit längerer Zeit ein Politikum ist, gab die Vorlage zu langen Diskussionen Anlass», sagt Hansjörg Schmid (SP), Präsident der Raumplanungskommission.

Komplexe Berechnung

Zehn von der Kommission angeführten Punkte wurden besprochen und von Mitarbeitern der Abteilung Planen und Bauen, Stadtrat für Planen und Bauen, Heini Hauser (SVP) sowie Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) erläutert. «Die Grünen und die SP interessierten sich insbesondere für den Mehrwertausgleich», sagt Schmid. Eine eigene Sitzung war für diesesThema nötig. In dieser habe das für die Berechnung beauftragte Unternehmen Fahrländer Partner AG aufgezeigt, wie der Mehrwert des Projekts ermittelt wurde. Zwar seien komplexe Berechnungen erstellt und zahlreiche Faktoren berücksichtigt worden, doch hätten auch viele Annahmen getroffen werden müssen, erklärt Schmid. Der berechnete Mehrwert von 5 Millionen Franken sei daher eher als Richtgrösse zu betrachten. Dennoch erachtet die Mehrheit der Kommission die Grössenordnung als plausibel.

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Redimensioniertes Projekt: So wurde der Au-Park bereits angepasst.

Fragen um ÖV-Situation

Bedenken äusserte die Kommission auch in Hinblick auf den Bau der preisgünstigen Wohnungen. Sie befürchtet, dass sich deren Bau stark verzögert oder dass sie gar nicht realisiert würden, da der Investor den Anteil der preisgünstigen Wohnungen erst mit der letzten Bauetappe realisiert haben muss. Die Vertreter der Stadt versicherten, dass die Grundeigentümer grundsätzlich daran interessiert seien, an einen gemeinnützigen Wohnbauträger zu verkaufen. «Am besten wäre, wenn die Intershop eine Genossenschaft findet und mit dieser die Wohnungen baut», sagt Schmid. Diskutiert wurde auch über den Gewerbeanteil, mit dem es sich ähnlich wie mit den preisgünstigen Wohnungen verhalte.

Befürchtungen wurden seitens der Kommission ausserdem zur ÖV-Situation geäussert. Spätestens wenn die Kantonsschule voll in Betrieb sei, wäre der öffentliche Verkehr überlastet. Die Abteilung Planen und Bauen verwies zu diesem Thema auf den kürzlich verabschiedeten kommunalen Richtplan. Darin enthalten sei die Entwicklungsplanung Zentrumsgebiet Ortsteil Au. Mit ihr werde eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr erwartet. Da der Au-Park in Etappen gebaut werde, sei eine Reaktion des ZVV immer möglich. Die Lärmbelastung, ein weiterer Diskussionspunkt, werde erst Thema im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens. Dann werde das Einhalten der Lärmgrenzwerte geprüft.

Der private Gestaltungsplan Au-Park ist für eines der bedeutendsten Entwicklungsgebiete von Wädenswil.

Gesamtvision fehlt

Nicht nur diskutiert sondern auch kritisiert wurde das Projekt von einer Minderheit der Kommission. Diese hätte es grundsätzlich begrüsst, wenn die Realisierung der Kantonsschule von der restlichen Überbauung getrennt und in einer separaten Vorlage vorgelegt worden wäre. In den Augen der Kommission könnte dadurch eine Verzögerung des Baus der Kantonsschule verhindern werden. Dies falls sich Widerstand gegen die sonstige Überbauung rege.

Zwar hat die Intershop die Gebäudehöhe reduziert und die Ausnützungsziffer auf dem Areal gesenkt. Dennoch erachtet eine Minderheit der Kommission das Projekt für das Quartier überdimensioniert und unverträglich. Gewünscht hätte sie sich auch eine vom Stadtrat entwickelte Gesamtvision für das Areal. «Es ist nicht ersichtlich, welche Infrastruktur, wie zum Beispiel Schulhäuser und Turnhallen, mit dem Au-Park notwendig werden und mit welchen grösseren Investitionen dadurch zu rechnen ist», merkt Schmid an.

Weiter kritisiert die Minderheit, dass der Kanton einen schlechten Deal für die Kantonsschule ausgehandelt habe und zu viel für diese bezahle. Letztlich ist dies aber Sache des Kantons, denn die Stadt Wädenswil hat bei diesem Geschäft kein Mitspracherecht.

«Ist dies der Fall, ist damit zu rechnen, dass die Bevölkerung das Referendum ergreift.»Hansjörg Schmid (SP), Präsident der Raumplanungskommission.

Nach Abwägung der Vor- und Nachteile spricht sich eine grosse Mehrheit der Raumplanungskommission schliesslich dafür aus, die Teilrevision der Nutzungsplanung des Au-Park-Areals anzunehmen sowie den privaten Gestaltungsplan des Au-Parks festzusetzen.

Mit dem Bericht und den Anträgen der Raumplanungskommission liegt der Ball nun beim Gemeinderat. Dieser hat im nächsten Schritt darüber zu entscheiden, ob die Teilrevision der Nutzungsplanung genehmigt und der private Gestaltungsplan für den Au-Park festgesetzt werden soll. «Ist dies der Fall, ist damit zu rechnen, dass die Bevölkerung das Referendum ergreift», sagt Schmid. Bereits während der öffentlichen Auflage des privaten Gestaltungsplans, nutzte die Bevölkerung rege ihr Recht auf Einwendungen, denen die Intershop auch zum Teil nachkam.

Erstellt: 14.05.2019, 16:17 Uhr

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