Horgen

Verletzte auf Wasserrutschbahn — Anlass am Zürichsee steht auf der Kippe

Vergangene Woche haben sich vier Personen auf der Summerslide in Steckborn TG teils schwer verletzt. Ob die «grösste Wasserrutschbahn Europas» in zwei Wochen in Horgen zum Einsatz kommt, wird derzeit abgeklärt.

Die Summerslide, hier in Luzern.

Die Summerslide, hier in Luzern. Bild: Keystone

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Spektakuläre Bilder produziert die Summerslide. Eine riesige Wasserrutschbahn, die schon an diversen Orten in der Schweiz zum Einsatz kam.

Doch am vorletzten Freitag verletzten sich vier Personen beim Sprung in den Bodensee bei Steckborn. Eine Frau brach sich einen Lendenwirbel, eine weitere drei Rippen. In diversen Medien beklagten sich Teilnehmer über Schmerzen.

Die Thurgauer Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eröffnet. Der Veranstalter Promotion Tools zog die Reissleine – am Samstag und am Sonntag kam die «grösste mobile Wasserrutschbahn Europas nicht mehr zum Einsatz.

Horgen muss sich entscheiden

In zwei Wochen ist in der Badi Seerose in Horgen geplant, die Rutsche aufzustellen. Ursprünglich sollte das Ganze schon Ende Juli stattfinden. Doch wegen des schlechten Wetters wurde der Anlass damals verschoben. Ob er in zwei Wochen durch­geführt wird, ist jetzt aber völlig offen.

Der Gemeinderat Horgen wird sich heute Montag damit befassen. Auch die Veranstalter können keine klare Antwort geben, ob die Summerslide in Horgen durchgeführt wird. «Wir klären aktuell mit allen involvierten Parteien die Gegebenheiten in Horgen, um eine passende Entscheidung treffen zu können», antwortet Barbara Kallenberg, Medienverantwortliche von Promotion Tools.

Schon früher Verletzte

Medienberichte aus den letzten Jahren zeigen, dass Steckborn nicht der erste Fall mit verletzten Teilnehmern ist. Vor allem in Pully im Kanton Waadt ist es 2017 gemäss «20 minutes» zu einigen Vorfällen gekommen.

Angeblich haben sich 80 Personen beim Flug von der 15 Meter hohen und 29 Meter langen Rutschbahn in den Genfersee verletzt. Diese Zahlen will die Mediensprecherin aufgrund des laufenden Verfahrens nicht kommentieren. Hingegen bestreitet sie die von der «Thurgauer Zeitung» kolportierten 17 Verletzten in Steckborn. Vier Personen hätten sich bei 996 Durchgängen verletzt.

Rutsche nochmals geprüft

Verletzte Personen gab es gemäss Medienberichten auch nach den Anlässen am Züri-Fäscht 2016 und im Berner Marzili-Bad 2017. Hingegen lief die Premiere 2015 in Zollikon nach Kenntnis der Veranstalter ohne Verletzte ab. Bevor die Rutschbahn in diesem Jahr zum ersten Mal aufgestellt wurde, seien die Sicherheitsvorkehrungen, die Verhaltensregeln und die Rutsche noch mal überprüft worden, sagt Barbara Kallenberg.

Die ­Veranstalter hätten alle Bewilligungen erhalten, und der TÜV Thüringen habe die Bahn abgenommen. Einer der «weltweit führenden Wasserrutschbahnbauer» habe die Summerslide entwickelt.

Tieferer Wasserspiegel als mögliche Ursache

Jeder Teilnehmer am Summer­slide muss einen Haftungsausschluss unterschreiben. Dieser nimmt den Veranstalter bei Unfällen aus der Verantwortung. ­Allerdings könnte er verantwortlich gemacht werden, wenn es Mängel an der Rutsche gibt. Dies klärt die Staatsanwaltschaft Thurgau jetzt ab.

Eine mögliche Ursache für die schweren Ver­letzungen nannte ein Sprecher der Kantonspolizei gegenüber der «Thurgauer Zeitung»: Der Wasserspiegel des Bodensees sei 80 Zentimeter tiefer gewesen als zum Zeitpunkt der Bewilligung.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.08.2018, 19:20 Uhr

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