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Urs Künzler ist höchster Adliswiler – nach politischem Blitzstart

Erst gerade drei Jahre ist Urs Künzler (SVP) im Grossen Gemeinderat Adliswil. Und schon ist er dessen Präsident. Dass er in der Politik gelandet ist, war eigentlich gar nicht geplant.

Was er macht, macht er richtig. Das nimmt sich Urs Künzler, der seit rund 30 Jahren die traditionsreiche Thalwiler Druckerei Künzler betreibt, auch für sein Jahr als Adliswiler Gemeinderatspräsident vor.
Was er macht, macht er richtig. Das nimmt sich Urs Künzler, der seit rund 30 Jahren die traditionsreiche Thalwiler Druckerei Künzler betreibt, auch für sein Jahr als Adliswiler Gemeinderatspräsident vor.
Sabine Rock

Es hätte auch ganz anders kommen können in Urs Künzlers (SVP) Leben. Ursprünglich wollte er nämlich zur See fahren. «Ich hatte die Unterlagen für die Seefahrtsschule in Hamburg schon zu Hause», erinnert sich Künzler. «Meine Passion ist das Wasser.» Gelernt hat Künzler schliesslich Schriftsetzer. Seit nunmehr 30 Jahren betreibt er die traditionsreiche Thalwiler Druckerei Künzler, in vierter Generation. «Es war wohl naheliegend mit der Schriftsetzerei», sinniert Künzler.

Aufholjagd vom letzten Platz

Mit der Politik verhält es sich ganz ähnlich. Künzler selbst sah sich nämlich 2014 als Listenfüller. Damals, als er einwilligte, sich auf der SVP-Liste für die Wahlen in den Grossen Gemeinderat eintragen zu lassen. Auf dem letzten Platz. Am Mittwoch wurde er im Parlament bereits zum höchsten Adliswiler gekürt. Vielleicht ist auch dies naheliegender, als er gedacht hätte.

«Ich habe 2014 wohl unterschätzt, wie viele mich in Adliswil kennen», sagt Künzler mit einem Schmunzeln. Mitte der 1980er Jahre war er mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern nach Adliswil gezogen. Viele Jahre war er ab dann bei der Adliswiler Feuerwehr, zuerst aktiv, später noch in der Feuerwehrvereinigung, jahrelang als deren Präsident. «So habe ich Adliswil rasch kennen gelernt, und viele Adliswiler dazu», sagt Künzler, der in Thalwil aufgewachsen ist und Thalwiler Bürger.

Die Wähler nicht enttäuschen

Restlos wird er wohl nie wissen, wie er es vor drei Jahren vom letzten Listenplatz aus schaffte, sogar einen Bisherigen aus dem Grossen Gemeinderat zu verdrängen. Aber eines wusste er schnell: Er würde seine Wähler nicht enttäuschen wollen. «Ich habe mir damals kurz überlegt, das Amt des Gemeinderats nicht anzutreten. Rasch wurde mir aber klar, dass ich nicht nein sagen konnte.»

Sofort habe er denn auch Gefallen gefunden an den Debatten. Schon im zweiten Jahr habe ihn der Fraktionschef gefragt, ob er bereit wäre, sich ins Ratsbüro wählen zu lassen. Seit einem Jahr sitzt er nun während den Gemeinderatssitzungen schon auf dem Bock. Und hat sich bereits daran gewöhnt, «politisch neutralisiert» zu sein, wie er es ausdrückt. Er, der sich selbst als moderaten SVPler bezeichnet, der inhaltlich durchaus auf der Linie der Zürcher SVP liege. «Mit der Art und Weise habe ich aber manchmal Mühe. Gewisse Plakate gehen mit klar zu weit.» Entsprechend wichtig ist ihm auch im Rat ein anständiger Umgang.

Weltreise muss warten

Mit der gleichen Einstellung, mit der Künzler das Amt des Gemeinderats angetreten hat, packt er auch jenes des Ratspräsidenten an. Er will es richtig machen. Dabei hätte der passionierte Segler, Töffahrer und Reisende eigentlich andere Pläne gehabt. Denn Ende Jahr wird er seine Druckerei aufgeben. Der 66-Jährige hat nämlich keinen Nachfolger gefunden.

Als erstes hätte Künzler die vermehrte freie Zeit für eine Weltreise mit seiner Frau genutzt. «Drei, vier Monate um die Welt, mit dem Schiff», sagt Künzler, der schon fast ganz Europa mit dem Töff erkundet, und auch sonst schon viele weitere Ecken der Welt bereist hat, etwa Vietnam, die Südsee oder Spitzbergen. «Nun planen wir dieses Jahr kürzere Ferien, damit ich keine Termine verpasse.»

Weitere politische Ambitionen, etwa auf ein Amt im Stadt- oder Kantonsrat, hat Künzler aber trotz seinem politischen Blitzstart nicht. Aber auf die Gemeinderatsliste möchte er sich, wenn alles wunschgemäss läuft, 2018 noch einmal setzen lassen. «Vier Jahre würde ich noch anhängen.»

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