Thalwil

«Unsere Gäste staunten, dass man im Zürichsee baden kann»

Das Hotel Alex in Thalwil hat seine erste Sommersaison hinter sich. Direktor Olivier Gerber nimmt Stellung zur Kritik am Service und spricht über eine wichtige Auszeichnung sowie überraschte Gäste.

Das neue Hotel Alex in Thalwil zieht trotz Kritik eine positive Bilanz über die ersten paar Wochen.

Das neue Hotel Alex in Thalwil zieht trotz Kritik eine positive Bilanz über die ersten paar Wochen. Bild: Sabine Rock

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Olivier Gerber, vor zehn Wochen, mitten in der Hochsaison, eröffneten Sie das Hotel Alex. Wie lautet Ihre erste Bilanz?
Es war eine sehr intensive Zeit. Wir wurden richtiggehend überrannt, hatten mehr Hotelgäste als erwartet. Sehr gut angekommen ist bei ihnen die Innen- und die Aussenarchitektur. Und natürlich hat auch das Wetter mitgespielt, sodass die Restaurantterrasse an den warmen Sommerabenden immer voll besetzt war. Dafür, dass wir wenig Vorbereitungszeit hatten, sind wir sehr zufrieden.

Hoteldirektor Olivier Gerber hatte vor und während der Eröffnung alle Hände voll zu tun. Foto: Manuela Matt

Gerade von Restaurantgästen gab es auf Internetplattformen wie Tripadvisor aber auch einige Kritik. Sie bemängelten vor allem den Service.
Ja, das ist uns bewusst, und wir werden uns in diesem Bereich auch verbessern. Dass wir nicht die gewünschte Qualität erreichten, hatte damit zu tun, dass unser Servicepersonal in den Sommerwochen vor allem aus Studenten bestand. Weil lange unklar war, wann wir eröffnen werden, konnten wir kein Personal mit der nötigen Erfahrung anstellen.

Kritisiert wird auch das Frühstücksbuffet. Es sei zu klein für ein Hotel dieser Qualität.
Wir haben momentan noch zu wenig Platz, um alles anzurichten, was wir eigentlich wollen. Das lösen wir jetzt mit zusätzlichen Ablageflächen, die bald fertig sind. Das ermöglicht uns auch, ab Ende Oktober an den Wochenenden einen Brunch anzubieten.

Was würden Sie rückblickend anders machen?
Ich würde darauf bestehen, schon früh ein verbindliches Datum für die Eröffnung zu haben. Probleme wie jenes des Servicepersonals hätten damit entschärft werden können.

Das Servicepersonal wurde von Gästen des Restaurants teils heftig kritisiert. Foto: Sabine Rock

Wie sah es mit der Zimmerbelegung aus? Für den August setzten Sie sich eine Auslastung von 50 Prozent zum Ziel.
Diese wurde mit rund 70 Prozent weit übertroffen. Unsere Gäste kamen vor allem aus der Schweiz, Deutschland, Grossbritannien und aus dem arabischen Raum. Gerade für einige internationale Gäste war der Aufenthalt hier direkt am See besonders speziell. Sie waren überrascht, als sie sahen, wie sauber der Zürichsee ist und dass man darin baden kann.

Nun sind die Touristen aber weg. Wie gut ausgelastet ist das Alex jetzt?
An den Wochenenden läuft es gut. Mitte Woche haben wir aber noch viel Potenzial, gerade im Vergleich zu unseren Mitbewerbern in Zürich. Unter Businessleuten sind wir einfach noch zu wenig bekannt.

«Unter Businessleuten sind wir einfach noch zu wenig bekannt.»Olivier Gerber, Direktor Hotel Alex

Was unternehmen Sie dagegen?
Wir schliessen zum Beispiel Partnerschaften mit grossen lokalen Firmen und Institutionen wie Lindt & Sprüngli, Dow Chemical, 3M oder dem Gottlieb-Duttweiler-Institut. Auch sind wir inzwischen in eine weitere internationale Vermarktungsgruppe für Boutiquehotels aufgenommen worden.

Vor wenigen Tagen wurden Sie vom Verband Hotelleriesuisse offiziell als 5-Stern-Hotel klassifiziert. Was bedeutet das?
Das ist ein Meilenstein. Dass wir ihn schon so kurz nach der Eröffnung erreicht haben, ist nicht selbstverständlich. Die Auszeichnung hilft uns natürlich in der Vermarktung und der Positionierung gegenüber Mitstreitern. Auch wenn die Sterne nicht mehr den gleichen Stellenwert haben wie früher, geben sie den Gästen einen guten Anhaltspunkt.

Das Hotelkonzept ist auch auf Langzeitgäste ausgerichtet, die mehrere Wochen oder Monate bleiben. Gibt es solche schon?
Ja, wir hatten im Sommer zum Beispiel Gäste, die in Zürich in medizinischer Behandlung waren. Sie genossen es, ausserhalb der Stadt am See zu wohnen. Und jetzt ist gerade eine holländische Familie bei uns, die in ein paar Wochen eine Wohnung in der Region beziehen wird.

Die Zimmer im Hotel Alex sind auch für Langzeitgäste geeignet. Foto: Patrick Gutenberg

Und wie geht es Ihnen persönlich nach der Startphase?
Natürlich war es eine anstrengende Zeit. Aber es macht Spass, dieses tolle Hotel vermarkten zu können. Als Thalwiler liegt mir auch viel daran, dass es lokal gut angenommen wird. Aber jetzt habe ich bald selber einmal Ferien nötig. Diese werde ich in Beirut verbringen, im Flaggschiff-Hotel unserer Hotelkette.

Erstellt: 20.09.2019, 08:34 Uhr

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