Unfälle

Unfälle mit Fussgängern treffen vor allem Senioren

Fussgänger sind die schwächsten Verkehrsteil­­nehmer. Insbesondere Senioren haben aus gesundheitlichen Gründen ein erhöhtes Unfallrisiko.

Mitte Dezember wurden in Wädenswil zwei über 80-jährige Fussgängerinnen von einem Auto erfasst und verletzt.

Mitte Dezember wurden in Wädenswil zwei über 80-jährige Fussgängerinnen von einem Auto erfasst und verletzt. Bild: PD/Kapo ZH

In der Dunkelheit können Autofahrer die Umrisse von Fussgängern schlechter erkennen. Biegen Fahrer ab, muss oft schnell reagiert werden, um rechtzeitig vor dem Zebrastreifen anzuhalten. Eine ZSZ-Leserin berichtet, wie es ihr neulich dabei erging, als sie eine Strasse überqueren wollte.

Emilie Swoboda betritt den Fussgängerstreifen, der vor der Migros an der Schwandelstrasse in Thalwil liegt. Etwa die Hälfte der Strasse überquert, erblickt sie den älteren Herrn, der in seinem silbernen Auto mit hoher Geschwindigkeit auf sie zufährt. Erst in letzter Sekunde bringt er sein Auto quietschend zum Stehen. Sobald Swoboda ihn passiert hat, setzt er seine Fahrt im gleichen Tempo fort. Dies schrieb die Thalwilerin in einem Leserbrief. Offensichtlich beschäftigt sie das rücksichtslose Verhalten des Fahrers auch eine Woche später noch.

Immer wieder hört man, dass Fussgänger und Autos zusammenstossen. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) seien sehr viele der Fussgänger, die umkommen, Senioren. So fallen schweizweit mehr als die Hälfte der Todesfälle von Fussgängern auf Personen über 75 Jahren. Grund dafür sei unter anderem die zunehmende Verletzlichkeit im Alter.

Lockerung trotz Risiko

Doch im Alter steigt im Schnitt nicht nur das Risiko, verletzt zu werden, sondern auch jenes, selber Unfälle zu verursachen. Dies liege daran, dass sowohl die motorischen als auch die sensorischen Fähigkeiten im Alter abnehmen, schreibt die BfU. Beide sorgen dafür, dass man im Verkehr für andere und für sich selbst keine Gefahr darstellt. Die Hauptursachen für das steigende Risiko im Alter sieht die BfU in den verminderten Geh- und Reaktionsgeschwindigkeiten. Weiter wirkt sich mangelndes Hör- und Sehvermögen sowohl als Fahrer als auch als Fussgänger stark auf die Sicherheit aus.

Trotz des steigenden Risikos hat das Parlament vor über einem Jahr entschieden, dass Senioren erst mit 75 statt wie früher mit 70 Jahren zur ärztlichen Kontrolle müssen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der älteren Verkehrsteilnehmer gemäss einer Analyse der BfU laufend zu. An sich bedeutet ein hohes Alter zwar nicht, dass man schlechter fährt, doch gesundheitliche Einschränkungen, die vorwiegend in höherem Alter auftreten, vermindern die Sicherheit im Verkehr. Laut BfU steigern vor allem Gesundheitsprobleme wie eingeschränkte Sehfähigkeit, Demenzerkrankungen und Medikamentenkonsum das Unfallrisiko. Deshalb rät die BfU bereits vor dem 70. Lebensjahr zu regelmässigen augenärztlichen Untersuchungen.

(Carlotta Imholz) (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.01.2019, 09:13 Uhr

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