Stromleitungen

Umweltverbände setzen sich für Erdverkabelung ein

Mit Einsprachen verlangen jetzt auch WWF und Pro Natura Zürich eine Erdverkabelung der Axpo-Hochspannungsleitung im Wädenswiler Berg. Für den Abschnitt in Horgen hat man sich darauf bereits geeinigt. Dafür müssen jedoch 9000 Quadratmeter Wald temporär gerodet werden.

Dass die Starkstromleitungen im Wädenswiler Berg einst in den Boden verlegt werden, davon will die Axpo  aus Kostengründen nichts wissen.

Dass die Starkstromleitungen im Wädenswiler Berg einst in den Boden verlegt werden, davon will die Axpo aus Kostengründen nichts wissen. Bild: Michael Trost

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Die lokale Opposition gegen den von der Axpo beabsichtigten Ausbau der Freileitung von 50 auf 110 Kilovolt im Wädenswiler Berg erhält Unterstützung von kantonalen Umweltorganisationen: Pro Natura und WWF Zürich verlangen nun ebenfalls, dass die 4,5 Kilometer lange Starkstromleitung mit den bis zu 30 Meter hohen Betonmasten zwischen dem Unterwerk Wädenswil und der Horgner Grenze aus der Landschaft verbannt wird.

Die beiden Umweltverbände haben gegen die Ausbaupläne gemeinsam Einsprache beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat erhoben, wie Andreas Hasler, Geschäftsführer von Pro Natura Zürich, bestätigt. «Das betroffene Gebiet im Wädenswiler Berg wird von mehreren Übertragungsleitungen durchquert, die das Landschaftsbild sowie den Charakter der Moränen- und Moorlandschaft beeinträchtigen und so den Erholungswert mindern», sagt Hasler zur Begründung. Mit der bevorstehenden Sanierung der Oberen Bergstrasse — der Kantonsstrasse, die parallel zur Leitung verläuft — bestehe nun «die einmalige und kostensparende Gelegenheit», die Axpo-Leitung in die Erde zu verlegen.

IG und Stadt unterschreiben Verträge nicht

Das wäre ganz im Sinne der Wädenswiler IG «Starkstromleitung in den Boden», der sich schon über 70 Landwirte und Landschaftschützer angeschlossen haben. 13 betroffene Bauern oder andere Landeigentümer der IG fordern ebenfalls per Einsprache eine Verkabelung. Sie weigern sich zudem, für die Freileitung einen neuen Dienstbarkeitsvertrag mit der Axpo zu unterschreiben.

Auf eine Einsprache verzichtet, aber als Landeigentümerin den Axpo-Vertrag ebenfalls nicht unterschrieben hat Wädenswil, «um dem Rechtsverfahren nicht vorzugreifen», wie Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) sagt. Die Stadt unterstütze die IG «ideell» und mit einem Zustupf.

Von einer Verkabelung in Wädenswil will die Axpo aus Kostengründen nichts wissen. Diese wäre unverhältnismässig teuer, wogegen für den Freileitungsausbau nur gerade drei Masten sowie Isolatoren ersetzt werden müssten, argumentiert der Energiekonzern.

Erdverkabelung in Horgen erfordert Waldrodungen

In Horgen hatten die lokale IG Lebensraum und der Gemeinderat ebenfalls auf eine Erdverkabelung gepocht – bis die Axpo schliesslich einlenkte. Aber nur, weil dort die Freileitung, anders als in Wädenswil, auf einer Länge von 2,75 Kilometern durch ein Gebiet führt, das im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) enthalten ist.

Künftig soll die Leitung gemäss dem Plangenehmigungsgesuch dieses landschaftlich reizvollen Gebiets im weiteren Umkreis des Horgner Bergweihers und des Naturschutzgebiets Grindelmoos auf anderer Route unterirdisch umfahren. Gemäss Planauflage sollen ab dem Unterwerk Horgenberg Erdkabel unter bestehenden Forststrässchen durch den Wald hinab zum Autobahnanschluss Horgen verlegt werden. Und von dort dann entlang der Zugerstrasse wieder hinauf zur Hanegg nahe der Hirzelpassstrasse und der Wädenswiler Grenze. In der Waldpartie müssten für den Bau insgesamt 9100 Quadratmeter Wald temporär gerodet werden, wie es im Axpo-Rodungsgesuch heisst. «Das betroffene Waldgebiet wird später wieder auf natürliche Weise aufgeforstet», sagt Axpo-Sprecher Tobias Kistner dazu. Von den Rodungen betroffen ist auch Gemeindewald. Der Gemeinderat von Horgen hat für die entsprechenden Grundstücke unlängst die Dienstbarkeitsvereinbarungen mit der Axpo gutgeheissen und ist mit der Verkabelung einverstanden, weshalb die Gemeinde auch keine Einsprache erhebt, wie Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP) sagt.

Erstellt: 23.02.2017, 15:45 Uhr

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