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Umstrittenes Tierversuchslabor stellt Betrieb ein

Nach Vorwürfen der Tierquälerei beendet das umstrittene deutsche Tierlabor LPT seine Versuche an Tieren. Die Wädenswiler Firma Inthera, welche Kunde des Labors war, sieht sich derweil mit einer Petition konfrontiert.

In einem internen Schreiben an die Mitarbeiter bestätigt LPT das Ende der umstrittenen Tierversuche.
In einem internen Schreiben an die Mitarbeiter bestätigt LPT das Ende der umstrittenen Tierversuche.
PD

Es waren schockierende Bilder, die eine deutsche Tierschutzorganisation Mitte Oktober ans Licht brachte: In Zwingern wurden Hunde eingesperrt, Katzen lagen in Mülltonnen, und Affen wurden an Kopf und Füssen in Halterungen fixiert. Die Bilder, die von der SRF-Sendung «Kassensturz» ausgestrahlt wurden, stammen aus dem Labor Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) in der Nähe von Hamburg. Ein Kunde des Labors war auch die Wädenswiler Firma Inthera Biosciences, die in der Krebsforschung tätig ist. An Hunden der Rasse Beagle wurden für Inthera Substanzen getestet, welche die Hunde nach nur wenigen Tagen apathisch werden liessen. Später bluteten sie stark, weil offenbar ihre Organe versagten.

Nach Bekanntwerden der Tierversuchs-Praktiken geriet die Chemie-Firma ins Visier der Tierschützer. In Wädenswil demonstrierten 70 Personen auf dem Seeplatz, um einen generellen Stopp von Tierversuchen einzufordern, und am Mittwoch übergab die Organisation «Animal Rights Switzerland» eine Petition mit über 18000 Unterschriften an Inthera Bioscience mit der Aufforderung, Tierversuche zu stoppen – die Übergabe war symbolischer Art, standen die Tierschützer am Wädenswiler Firmensitz doch vor verschlossenen Türen.

Am Mittwoch fand die «Übergabe» der Petition statt. Bild: PD/Animal Rights Switzerland.
Am Mittwoch fand die «Übergabe» der Petition statt. Bild: PD/Animal Rights Switzerland.

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat die Kooperation mit dem Wädenswiler Unternehmen nach Bekanntwerden der Vorfälle beendet. Inthera selbst hat mittlerweile die Zusammenarbeit mit dem deutschen Labor eingestellt und nach eigenen Angaben den Anbieter für Tierversuche gewechselt. Nicht genug für Animal Rights Switzerland: «Kein Hund will für Inthera Bioscience sterben, egal in welchem Labor», sagt Geschäftsleiter Pablo Labhardt. Die Firma müsse daher komplett aus dem Geschäft mit Tierversuchen aussteigen.

Veterinäramt ermittelte

In Deutschland ist nach der Veröffentlichung des belastenden Bildmaterials der Druck auf das Labor gewachsen: Das deutsche Veterinäramt begann gegen LPT zu ermitteln. Wie der «Kassensturz» nun berichtet, konnte das Labor in Norddeutschland offenbar mit den Behörden eine Einigung erzielen und wird per Februar 2020 auf die umstrittenen Tierversuche mit Hunden, Katzen und Affen verzichten. Das geht aus einem internen Schreiben an die Mitarbeitenden des Labors hervor, dass der «Kassensturz»-Redaktion vorliegt.

Wie deutsche Medien berichten, wolle das Labor vor der Schliessung noch eine Affenstudie für das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck beenden. Dafür seien bereits vergangene Woche 76 lebende Affen einem niederländischen Tierhändler übergeben worden. Von einer offiziellen Schliessung des Labors ist derzeit jedoch nicht die Rede.

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