Oberrieden

Um ein Haus zu schützen, muss der Kanton alte Pläne überdenken

Ein Gebäude an der Seestrasse in Oberrieden kann nicht unter Schutz gestellt werden, weil eine Baulinie mitten durch das Haus führt. Der Gemeinderat hat nun einen Antrag an den Kanton gestellt.

Dieses Haus an der Seestrasse in Oberrieden soll geschützt werden – allerdings besteht deswegen ein Konflikt.

Dieses Haus an der Seestrasse in Oberrieden soll geschützt werden – allerdings besteht deswegen ein Konflikt. Bild: Manuela Matt

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Ein historisches Gebäude an der Seestrasse 5 in Oberrieden soll unter Schutz gestellt werden. Der ehemalige Pferdestall liegt zwischen dem Zürichsee und der Seestrasse und wurde 1875 gebaut. Als schützenswert erweist sich insbesondere die Fachwerk-Fassade des privaten Gebäudes.

Weil aber eine Strassenbaulinie mitten durch das Gebäude führt, wird die Unterschutzstellung verhindert. Strassenbaulinien kommen dort zum Einsatz, wo künftig neue Strassen entstehen könnten. Diese Linien garantieren, dass ein für einen Ausbau der Strasse benötigtes Stück Land nicht überbaut wird.

In diesem Fall handelt es sich um eine Strassenbaulinie die seit 1931 eingeplant ist – damals wurde nämlich in Erwägung gezogen, dass die Seestrasse in Zukunft vierspurig befahren werden soll. Aus diesem Grund hatte der Regierungsrat im Abschnitt zwischen dem See und der Seestrasse in den 30-er Jahren eine Baulinie eingeplant, um Raum für einen möglichen Strassenausbau zu sichern. «Es ist jedoch aus heutiger Sicht sehr unwahrscheinlich, dass die Seestrasse in Zukunft vierspurig befahren werden soll», sagt der Oberriedner Bauvorstand Jean-Luc Meier (FDP).

«Es liegt im Ermessen des Kantons, ob die Linie in Zukunft in einem Bogen um das Gebäude laufen oder aufgehoben wird»André Guntern

Deshalb hat der Gemeinderat in Oberrieden nun die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich beantragt, die kantonale Baulinie so zu verlegen, dass das Gebäude nicht mehr betroffen sein wird. «Es liegt im Ermessen des Kantons, ob die Linie in Zukunft in einem Bogen um das Gebäude laufen oder aufgehoben wird», sagt André Guntern, Abteilungsleiter Hochbau Oberrieden.

Es handle sich um einen Zielkonflikt. Zum einen wolle man Raum sichern für mögliche künftige Anpassungen, zum anderen soll ein Haus unter Denkmalschutz gestellt werden, erklärt er.

Der ehemalige Pferdestall wurde 1875 gebaut.

Jean-Luc Meier sagt: «Ich persönlich glaube nicht, dass es ein Problem sein wird, die Strassenbaulinie so zu verlegen, dass das Haus unter Schutz gestellt werden kann». Er glaubt, dass es auf Seiten des Kantons eine reine Formsache ist, den Antrag des Gemeinderats zu bewilligen. Markus Gerber, Mediensprecher des Amts für Verkehr, erklärt: «Der Antrag der Gemeinde Oberrieden ist bei uns eingetroffen und Gegenstand der Abklärungen».

Noch sei keine Entscheidung getroffen worden, da unter anderem abgeklärt werden muss, ob die Strassenlinie verschoben werden soll oder gänzlich aufgehoben.

Erstellt: 02.12.2019, 10:18 Uhr

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