Thalwil

Über Thalwiler Grossprojekte wird erst nächstes Jahr abgestimmt

Geplant war, dass die Thalwiler Stimmberechtigten noch dieses Jahr über die Umgestaltung des Seeufers und die Bahnhofüberbauung befinden. Das war zu optimistisch.

So soll es dereinst seeseits des Bahnhofs Thalwil aussehen.

So soll es dereinst seeseits des Bahnhofs Thalwil aussehen. Bild: Visualisierung: Talevo.ch

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In Thalwil übt man sich gerade in Geduld: Die Wohnüberbauung im Breiteli kommt bekanntlich weniger schnell voran wie geplant. Der Rechtsstreit um die Blutbuche blockiert das Projekt Centralplatz. Und auch bei der Seeuferplanung kommt es zu einer Verzögerung, wie bei der Gemeinde auf Anfrage zu erfahren ist.

Konkret geht es um den Gestaltungsplan Seeufer Bürger. Dieser soll die planerische Grundlage schaffen, um die beiden Seebäder Bürger I und Bürger II baulich zu einer einzelnen Badi zusammenzuschliessen. Eigentlich war vorgesehen, dass die Thalwiler an der Gemeindeversammlung im nächsten Dezember über diese Vorlage abstimmen können. Doch nun wird das Geschäft voraussichtlich erst im Frühling 2020 traktandiert sein.

Uneinig in der Kostenfrage

Wie Thalwils Gemeindeschreiber Pierre Lustenberger sagt, ist die Verzögerung entstanden, weil zum einen «die Vorprüfung des Gestaltungsplans beim Kanton länger gedauert hat als erwartet». Zum anderen hat es damit zu tun, dass das Badi-Projekt auch eng verknüpft ist mit dem vom Kanton geplanten Sihl-Hochwasserentlastungsstollen. Dessen Auslaufbauwerk wird direkt unter dem Bürger I zu liegen kommen. Erst anschliessend könnte das neue Seebad gebaut werden.

Seebad statt Hafen: Die Bootshaabe Bürger soll den Badis geopfert werden. Der Steg wird direkt auf dem Auslaufstollen gebaut. (Für eine vergrösserte Ansicht HIER klicken.) Bild: Gemeinde Thalwil / Grafik: da.

In der jetzigen Phase bearbeiten die Behörden die Einwendungen und Einsprachen, die im Frühling gegen die jeweiligen Projekte eingegangen sind. «Es sind viele verschiedene Ämter von Gemeinde und Kanton involviert», erklärt Lustenberger. «Sie alle müssen Stellungnahmen abgeben, das macht es aufwendig.»

Hinzu kommt ein noch offener Diskussionspunkt. Er betrifft den Fall, dass die Thalwiler den Gestaltungsplan für das neue Seebad an der Gemeindeversammlung ablehnen. Dann nämlich würde die Badi Bürger I nach den dreijährigen Bauarbeiten für den Stollen wieder in ihre jetzige Form versetzt, wenn auch etwas modernisiert. Wer aber muss wie viel für diese Wiederherstellung bezahlen? «Diese Diskussion zwischen Kanton und Gemeinde ist noch nicht abgeschlossen», sagt Pierre Lustenberger. Sie trägt ebenfalls zur Verzögerung bei.

Beides gleichzeitig?

Neben der Abstimmung zum Seeufer kann die Gemeinde auch jene zum Bahnhofsprojekt der SBB nicht mehr dieses Jahr durchführen. Auch da werden es die Stimmberechtigten mit einem Gestaltungsplan zu tun haben. Dieser ermöglicht den SBB, das seeseitige Park+Rail-Areal mit drei bis vier Gebäuden zu überbauen und aus dem bestehenden Güterschuppen ein Büro- und Gewerbezentrum zu machen.

Ab dem Jahr 2024 sollen der umgebaute Güterschuppen (vorne) und die neuen Wohn- und Gewerbehäuser (hinten) die Thalwiler Bahnhofstrasse prägen. Visualisierung: talevo.ch

Auch zu diesem, teils umstrittenen Grossprojekt sind im Frühling Einwendungen eingegangen. Nachdem sich die SBB mit diesen befasst hat, liegen sie nun der Gemeinde zur abschliessenden Bearbeitung vor. Über den bereinigten Gestaltungsplan soll an der Gemeindeversammlung vom 12. März 2020 abgestimmt werden.

Ob dann auch die Umgestaltung des Seeufers Thema ist, sei hingegen offen, sagt der Gemeindeschreiber. «Vielleicht werden wir dafür auch eine separate Gemeindeversammlung einberufen, um nicht beide Grossprojekte am gleichen Abend abhandeln zu müssen.»

Erstellt: 15.08.2019, 17:45 Uhr

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