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Trotz Defizit – Thalwil will Steuerfuss halten

Das Budget der Gemeinde Thalwil fürs 2019 sieht ein Minus von 1,1 Millionen Franken vor. Trotzdem ist der Finanzvorstand zufrieden.

Thalwil rechnet für 2019 mit einem Minus. Trotzdem soll der Steuerfuss bei 85 Prozent verharren.
Thalwil rechnet für 2019 mit einem Minus. Trotzdem soll der Steuerfuss bei 85 Prozent verharren.
Archiv Moritz Hager

Die Erleichterung ist dem Thalwiler Finanzvorstand Hansruedi Kölliker (FDP) anzumerken: Das Budget 2019 hält sich im Rahmen. Der Voranschlag fürs kommende Jahr sieht ein kleines Minus von 1,1 Mio. Franken vor. Dies bei einem Gesamtaufwand von 133,3 Mio. Franken und einem gleich bleibenden Steuerfuss von 85 Prozent, wie der Gemeinderat mitteilt.

Erleichtert ist Kölliker darum, weil das Budget für ihn selbst so etwas wie eine Wundertüte war. Wie alle anderen Gemeinden musste Thalwil erstmals ein Budget nach dem neuen Rechnungslegungsmodell HRM2 erstellen. Darüber hinaus hat Thalwil aber als eine der wenigen Gemeinden im Kanton beschlossen, eine Neubewertung des Verwaltungsvermögens vorzunehmen. Das heisst, dass Thalwil sämtliche seit 1986 getätigten Investitionen rückwirkend noch einmal neu bewertet hat. Die neue Art, Abschreibungen zu berechnen, schenkt ein. Sie bedeutet für die Gemeinde Thalwil einen hohen Buchwertgewinn in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe.

Nicht am Steuerfuss rütteln

Daher war für den Thalwiler Finanzvorstand unklar, wie sich diese Zahlenschieberei auf die Zahlen seiner Gemeinde auswirken würde. Entsprechend erleichtert ist Kölliker nun, dass die Zahlen nicht aus dem Ruder laufen: «Ich bin sehr froh, dass sich die Zahlen trotz aller Neuerungen im Rahmen der Vorjahre bewegen. Wir haben im Vorfeld die Höhe der Abschreibungen zu prognostizieren versucht. Die Realität entspricht nun ziemlich genau unseren vorgängigen Berechnungen.» Die Neuberechnung der Abschreibungen schlage sich im Aufwand mit 1,1 Mio. Franken nieder.

Köllikers Erleichterung ist auch vor dem Hintergrund zu verstehen, dass seine Gemeinde für die beiden letzten Jahre zwar ausgeglichene Voranschläge präsentieren konnte. In den Jahren davor – fast zehn – präsentierten sich die Zahlen seiner Gemeinde dagegen teilweise tiefrot. Kölliker sagt: «Mit einem Minus von lediglich 1 Million müssen wir nicht am Steuerfuss rütteln.» 1,1 Mio. Franken entsprechen ungefähr anderthalb Steuerprozent.

Grund zu Optimismus bietet dem Thalwiler Finanzvorstand nicht zuletzt die wirtschaftliche Grosswetterlage. Der Gemeinderat rechnet mit steigenden Steuereinnahmen: 62 Mio. Franken, das sind rund 4 Mio. Franken mehr als im Vorjahr. Die Kehrseite der Medaille des Steuersegens bedeutet, dass die Ressourcenabschöpfung 2021 um 700 000 Franken auf 9,9 Mio. Franken ansteigt.

Investitionen für einmal tief

Auch das Investionsvolumen ist 2019 aussergewöhnlich tief. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 9 Mio. Franken, nur 5,5 Mio. Franken aber gehen zu Lasten des Haushalts. Das ist deutlich weniger als die im Schnitt angestrebten 8 Mio. Franken pro Jahr. «Wir sind froh für diese Pause, stehen doch in späteren Jahren mit dem Centralplatz und der Seeufergestaltung wieder grössere Brocken an», sagt Kölliker.

Das Budget 2019 und der Steuerfuss werden der Gemeindeversammlung am 5. Dezember vorgelegt.

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