Wohnungsmarkt

Traum vom Wohneigentum bleibt oft unerfüllt

Angebot und Nachfrage stimmen häufig nicht überein – auch am Zürichsee. Dies zeigt das neue «Immo-Monitoring». Bei den Mietwohnungen mischt ein Grossprojekt in der Region den Markt auf.

Das Neubauprojekt Hangenmoos in Wädenswil - wo derzeit 305 neue Wohnungen entstehen - belebt die Bautätigkeit in der Region Zimmerberg.

Das Neubauprojekt Hangenmoos in Wädenswil - wo derzeit 305 neue Wohnungen entstehen - belebt die Bautätigkeit in der Region Zimmerberg. Bild: Visualisierung: PD

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In der Schweiz hat sich die Leerstandsquote beim Wohnraum im laufenden Jahr nur leicht erhöht – um 4 Basispunkte von 1,62 auf 1,66. Dies trotz nach wie vor lebhafter Bautätigkeit und schwachem Bevölkerungswachstum. In den beiden Seeregionen Pfannenstiel und Zimmerberg sind die Leerstände im laufenden Jahr sogar zurückgegangen - in der Region Pfannenstiel (Bezirk Meilen, plus die Gemeinde Egg) um 40 Basispunkte, in der Region Zimmerberg (Bezirk Horgen) um 10 Basispunkte. Allgemein prognostiziert die Zürcher Beratungsfirma Wüest Partner in ihrem am Donnerstag veröffentlichten «Immo-Monitoring» aber eine weitere Zunahme der Leerstände, vor allem im Mietwohnungsbereich.

Rekordverdächtige Zunahme

Dass der Rückgang beim Leerstand in Zimmerberg - im Vergleich zur Region Pfannenstiel - weniger stark ausfällt, liegt nach Angaben von Robert Weinert, Immobilienexperte bei Wüest Partner, daran, dass am linken Seeufer die Leerstände mit 0,7 Prozent ohnehin sehr tief sind, deutlich unter dem Schweizer Schnitt (1,7%).

In der Region Pfannenstiel - am gegenüberliegenden Seeufer - liegen die Leerstände mit 1,9 Prozent trotz des Rückgangs leicht über dem Landesmittel. Weinert weist darauf hin, dass aufgrund des überdurchschnittlichen Leerstands und wegen der sehr hohen Bodenpreise jetzt weniger gebaut werde als noch vor wenigen Jahren.

«Beim Wohneigentum wird in den hochpreisigen Gegenden weniger gehandelt.»Robert Weinert,
Leiter Immo-Monitoring,
Wüest Partner

Ins Auge sticht in Zimmerberg vor allem die rekordverdächtige Zunahme von 195 Prozent bei den Neubaubewilligungen für Mietwohnungen im zweiten Quartal 2019. Diese Entwicklung führt Weinert vor allem auf die Baubewilligung für das Wohnersatzneubauprojekt Hangenmoos in Wädenswil zurück. Hier entstehen rund 300 neue Wohnungen. Der langjährige Marktbeobachter geht davon aus, dass die neuen Objekte in der gesamten Region grundsätzlich auf eine stabile Nachfrage treffen werden, «sofern das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt». Zimmerberg profitiere in diesem Fall auch von der guten Anbindung an Zürich und an die Innerschweiz.

Für viele Haushalte zu teuer

Von steigenden Leerständen ist beim Wohneigentum noch wenig zu spüren. Dafür verantwortlich ist laut dem halbjährlich erscheinenden «Immo-Monitoring» das nochmals attraktiver gewordene Finanzierungsumfeld. Die tiefen Hypothekarzinsen hätten das bereits grosse Interesse an Wohneigentum weiter gesteigert. Allerdings haben ein beschränktes Angebot sowie stark gestiegene Preise bei strengen Tragbarkeitsregeln - etwa zum Eigenkapital - dazu geführt, dass sich der Wohneigentumsmarkt in der Schweiz verengt hat. Dass das Angebot bei steigendem Interesse dennoch zunimmt, ist nach Angaben von Weinert nicht auf eine intensivierte Neubautätigkeit zurückzuführen. Die Zunahme widerspiegle vielmehr die Tatsache, dass das Angebot häufig nicht zur Nachfrage passe, sei es, dass die Objekte zu teuer sind, oder die ausgeschriebenen Eigentumswohnungen zu abgelegen liegen.

Besonders angespannt ist die Ausgangslage für potenzielle Nachfrager in Gebieten mit einem reichhaltigen Arbeitsplatzangebot. Dazu zählen auch die Gemeinden auf beiden Seiten des Zürichsees, die - wie die meisten Gemeinden im Kanton Zürich - zwar eine gute Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen aufweisen, aber bei denen Eigentumswohnungen für viele Haushalte zu teuer sind. Das führt auch dazu, dass in den hochpreisigen Gegenden weniger gehandelt wird. Im Kanton Zürich hat das Handänderungsvolumen für Stockwerkeigentum bereits 2017 um 20,6 Prozent abgenommen. Seither stagniert das Niveau auf dem tiefen Stand. Insgesamt gehört der Zürichsee im schweizweiten Vergleich weiterhin zu den teuersten Wohnregionen.




Erstellt: 24.10.2019, 16:17 Uhr

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