Thalwil

Thalwiler stimmen für Fortsetzung des Energieförderprogramms

Seit 2010 unterstützt die Gemeinde energetische Sanierungen von Privaten. Dieses Angebot soll bestehen bleiben, befand die Gemeindeversammlung am Mittwochabend. Auch das Budget und der Steuerfuss von 85 Prozent wurden angenommen.

Wer in Thalwil eine Photovoltaikanlage anschafft, kann diese auch in den nächsten vier Jahren von der Gemeinde mitfinanzieren lassen.

Wer in Thalwil eine Photovoltaikanlage anschafft, kann diese auch in den nächsten vier Jahren von der Gemeinde mitfinanzieren lassen. Bild: Symbolbild/PD

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Soll die Gemeinde während der nächsten vier Jahre eine Million Franken zur Förderung von nachhaltigen Energieprojekten aufwenden? Mit dieser Frage beschäftigten sich gestern Abend die 172 Stimmberechtigen an der Thalwiler Gemeindeversammlung in der reformierten Kirche. Sie fanden grossmehrheitlich ja und stimmten somit dem Antrag des Gemeinderats zu. Damit kann Thalwil sein Förderprogramm, das seit acht Jahren läuft, mindestens bis 2022 fortsetzen.

«Wir finden, es hat sich bis jetzt echt gelohnt», sagte der zuständige Gemeinderat, Bauvorstand Richard Gautschi (parteilos) eingangs. Im Rahmen des Programms bietet die Gemeinde ihren Bürgern und KMUs finanzielle und beratende Unterstützung zur energetischen Gebäudesanierung. Wer zum Beispiel eine Photovoltaikanlage anschafft, erhält dafür Geld. Seit 2010 wurden über 300 Förderanträge an die Gemeinde gestellt. Die meisten davon hat sie unterstützt.

«Unsinnig» und «unwirksam»

Wie sich im Vorfeld abgezeichnet hatte, stiess das Förderprogramm an der Versammlung aber auch auf Kritik. So ging der Abstimmung eine ausführliche Diskussion voran. Unnötig sei es, befand etwa die Rechnungsprüfungskommission (RPK). So bezweifelte deren Präsident Andrea Müller, dass das Programm überhaupt einen Anreiz für mehr Haussanierungen schafft. Zudem sei es «unsinnig», etwas zu fördern, für das es schon von Bund und Kanton Gelder gebe.

Ganz ähnlich tönte das Votum der FDP. Sie stellte die Wirksamkeit des Programms infrage und plädierte für eine effizientere Verwendung der Million. Als Beispiele wurde die Anschaffung von Elektrofahrzeugen für die Verwaltung oder den Einbau intelligenter Strassenlampen genannt.

Letzteres «ist ja bereits in Umsetzung» entgegnete Ex-Gemeinderat Jan Rauch (GLP). Die Ideen der FDP seien zwar gut, aber sie ersetzten das Förderprogramm nicht. So sahen es auch weitere Votanten, darunter Vertreter der Grünen und der SP. Sie sprachen von «bewährter Lösung» und davon, dass der Anreiz von Förderprogrammen empirisch bewiesen sei. Auch Liegenschaftenvorstand Andreas Federer (CVP) wollte die Wirksamkeit betont haben. Die eingesparte Energie nach einer Sanierung sei durchaus nachweisbar. Das zeige sich auch bei sanierten Gemeindeliegenschaften. Die Stimmberechtigen schienen nach der rund 40-minütigen Diskussion von den Argumenten der Befürworter überzeugt zu sein.

«Das hatten wir noch nie»

Gänzlich harmonisch wurde das zweite Traktandum abgehandelt: das Budget 2019. Wie Finanzvorstand Hansruedi Kölliker (FDP) ausführte, wurde dieses erstmals nach dem neuen Rechnungslegungsmodell HRM2 ausgearbeitet. Es sieht ein Minus von 1,1 Millionen Franken vor, dies bei einem Gesamtaufwand von 133,3 Millionen Franken. Für Investitionen ist lediglich ein Betrag von 5,5 Millionen Franken zulasten des Haushalts vorgesehen.

Die RPK zeigte sich mit dem Voranschlag äusserst zufrieden. Und auch die SP, GLP und FDP empfahlen eine vorbehaltlose Annahme des Budgets sowie die Beibehaltung des Steuerfusses von 85 Prozent. Dies taten die Stimmberechtigen dann auch. Und zwar einstimmig und ohne, dass in der Detailberatung davor irgendjemand das Wort ergriffen hätte. Für eine Thalwiler Gemeindeversammlung eine Seltenheit. Oder wie es Gemeindepräsident Märk Fankhauser (FDP) zum Schluss sagte: «Das hatten wir wahrscheinlich noch nie.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.12.2018, 23:32 Uhr

Artikel zum Thema

Energie-Million stösst in Thalwil auf Opposition

Thalwil An der kommenden Thalwiler Gemeindeversammlung stehen zwei Geschäfte zur Abstimmung. Die geplante Million für nachhaltige Energie trennt die Gemeinde in zwei Lager. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.