Thalwil

Thalwiler bewilligen 2,7 Millionen für neuen Hort deutlich

82 Prozent der Thalwiler sagen Ja zum Neubau für einen neuen Hort und Mittagstisch beim Alten Schulhaus Gattikon. In dieser Deutlichkeit konnte das Resultat nicht erwartet werden.

Auf der Wiese vor dem Alten Schulhaus Gattikon entsteht ein dreigeschossiger Neubau für vier Horteinheiten samt Mittagstisch.

Auf der Wiese vor dem Alten Schulhaus Gattikon entsteht ein dreigeschossiger Neubau für vier Horteinheiten samt Mittagstisch. Bild: Sabine Rock

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«Das ist ja sensationell», freut sich der Thalwiler Liegenschaftenvorstand Andreas Federer (CVP) am frühen Sonntagnachmittag. «Dass die Thalwiler in dieser Deutlichkeit Ja sagen zum neuen Hort in Gattikon, habe ich nicht erwartet.» Tatsächlich lässt das Resultat an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: 3936 Ja-Stimmen stehen 782 Nein-Stimmen gegenüber. Dies bei einer vergleichsweise hohen Stimmbeteiligung von 45,4 Prozent. Gutgeheissen haben die Thalwiler einen Kredit von 2,67 Millionen Franken. Für diesen Betrag wird auf der Wiese vor dem Alten Schulhaus Gattikon ein dreigeschossiger Neubau erstellt. Dieser wird Raum für vier Horteinheiten samt Mittagstisch bieten. 80 bis 90 Kindergarten- und Schulkinder sollen dort künftig ausserschulisch betreut werden.

Kritisch hatten sich im Vorfeld der Abstimmung insbesondere Anwohner geäussert. Sie monierten, der Aussenraum sei zu klein für die vorgesehene Anzahl Kinder. Sie befürchten daher, dass die Kinder ins angrenzende Wohngebiet ausweichen – was für die Anwohner noch mehr Lärm bedeute.

Politik der kleinen Schritte

Federer zeigt am Abstimmungssonntag Verständnis für die Haltung der Anwohner. Er verspricht: «Der Hort wird kein Störfaktor fürs Quartier» – auch wenn der Aussenraum begrenzt sei. Erreichen will er dies mit einer optimierten Betreuung: «Die Kinder sind ja nicht sich selbst überlassen, sondern es wird Regeln geben. An diesem sensiblen Ort werden wir speziell darauf achten, dass diese Regeln auch eingehalten werden», sagt der Liegenschaftenvorstand.

Der neue Hort ist nicht nur nötig, um dem steigenden Bedürfnis nach ausserschulischer Betreuung gerecht zu werden, sondern darüber hinaus ein zentrales Puzzleteilchen in der Schulraumplanung von Thalwil. Gerade in Gattikon steigen die Schülerzahlen kontinuierlich an.

Hier soll der Neubau realisiert werden.

Schulpräsident Kurt Vuillemin (SP) erklärt, warum der Neubau wichtig ist: «So bekommen wir wieder Schulraum frei.» Einerseits im Alten Schulhaus, wo heute ein provisorischer Hort/Mittagstisch betrieben wird. An dessen Stelle entsteht Raum für eine dritte Kindergartenklasse. Andererseits aber auch im Schulhaus Schweikrüti. Auch dort ist der Schulraum schon sehr bald knapp. Durch den Hortneubau beim Alten Schulhaus kann der Hort/Mittagstisch im Schweikrüti seinerseits als Schulraum genutzt werden. Auch so zeichnet sich bereits ab, dass aufs Schuljahr 2023/24 ein modulartiger Ausbau des Schulhauses nötig wird, wie der Gemeinderat bereits bei anderer Gelegenheit ausgeführt hat.

Vuillemin freut sich, dass diese Schulraumplanung in kleinen Schritten beim Souverän auf Verständnis stösst – obwohl ein an sich kleiner Schritt wie der Hortneubau mit 2,67 Millionen Franken zu Buche schlägt. «Für mich ist das deutliche Resultat ein Vertrauensbeweis der Stimmbürger in unsere Bildungs- und Liegenschaftenpolitik.»

Baustart im September

Der Zeitplan sieht vor, dass der eben beschlossene Hortneubau den Betrieb aufs Schuljahr 2020/21 den Betrieb aufnimmt. Das Bauprojekt ist bereits ausgearbeitet. Es sieht auf der Wiese zwischen dem Alten Schulhaus Gattikon und der Kindertagesstätte Öpfelbaum ein dreigeschossiges Gebäude vor, das in den Hang gebaut wird. Der Flachdachbau – mit einem Sockelgeschoss aus Beton und einer zweigeschossigen Holzelementkonstruktion – werde sich dem charakteristischen Alten Schulhaus aus dem Jahr 1869 unterordnen.

«Der Hort wird kein Störfaktor fürs Quartier.»Andreas Federer (CVP), Gemeinderat, Liegenschaftenvorstand

Liegenschaftenvorstand Andreas Federer geht davon aus, dass der Neubau rechtzeitig bereitstehen wird. Er rechnet damit, dass der Baustart im September erfolgt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.05.2019, 18:44 Uhr

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