Thalwil

Thalwiler entscheiden über Neuregelung des Aussichtsschutzes

An der Gemeindeversammlung vom Mittwoch geht es neben dem Budget 2020 unter anderem um Veränderungen in der Bau- und Zonenordnung. Davon betroffen sind auch 13 Aussichtspunkte.

Die Aussicht, wie diese hier vom Höhenweg aus, ist Thema an der Gemeindeversammlung. Ebenso das neue Gebäude der Schule Sonnenberg (links im Bild).

Die Aussicht, wie diese hier vom Höhenweg aus, ist Thema an der Gemeindeversammlung. Ebenso das neue Gebäude der Schule Sonnenberg (links im Bild). Bild: Patrick Gutenberg

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Der Höhenweg in Thalwil trägt seinen Namen nicht von ungefähr. Wer auf diesem Fussweg unterwegs ist, blickt vom Etzliberg hinab auf Thalwil. Dahinter erstreckt sich der See und ein Panorama, das bei schönem Wetter von Zürich bis in die Glarner Alpen reicht. Der Höhenweg ist einer von 13 Standorten, die im Aussichtsschutzplan festgehalten sind. Zu diesen zählen beispielsweise auch die Terrasse hinter der reformierten Kirche, der Hügel Strickacher im Brand oder der Ochsenrain in Gattikon.

In der Bau- und Zonenordnung (BZO) ist geregelt, wie die Aussicht an diesen Punkten geschützt werden soll: Horizontale und vertikale Winkel definieren, welche Sicht an den jeweiligen Standorten unverbaut bleiben muss. Dies soll sich nun ändern, wie der Gemeinderat in den Unterlagen für die Gemeindeversammlung vom Mittwoch schreibt. Anstelle der geometrischen Definition «sollen neu die Landschaftsobjekte bestimmt werden, auf welche die Aussicht freizuhalten ist». So muss beim südlichen Abschnitt des Höhenwegs unter anderem der Blick auf Pfannenstiel, Halbinsel Au und Berge gewährleistet sein.

Kernzonenpläne anpassen

Die Überarbeitung des Aussichtsschutzes sei ein dringendes Anliegen, schreibt die Gemeinde. In mehreren Rechtsverfahren habe sich gezeigt, dass die bisherige Handhabung gegen andere Gebote verstösst. Im Zuge der Neuregelung soll auch ein bisheriger Aussichtspunkt aufgehoben werden, der auf einem Privatgrundstück oberhalb des Marbachquartiers liegt.

Die formellen Änderungen des Aussichtsschutzes will der Gemeinderat im Rahmen einer Teilrevision der BZO vollziehen. Diese wird den Thalwilern am Mittwoch zur Abstimmung vorgelegt. Neben dem Aussichtsschutz geht es darin vor allem um die Kernzonenpläne aus dem Jahr 1984. Sie sollen an andere Planungsinstrumente angepasst werden. Zum Beispiel an das Inventar schützenswerter Bauten von kommunaler Bedeutung.

Gegen die geplante BZO-Teilrevision gingen während der Auflagefristen ein Dutzend Einwendungen aus der Bevölkerung ein.

Neu würden in den Kernzonenplänen auch Hauptfirstrichtungen von Gebäuden bezeichnet, die für das Ortsbild wichtig sind. Ebenso Freiräume und markante Bäume.

Die geplante BZO-Teilrevision scheint unter den Parteien nicht umstritten zu sein. Während der Auflagefristen gab es zwar ein Dutzend Einwendungen aus der Bevölkerung. Dabei hat es sich laut Gemeinde aber nicht um grundsätzliche Kritik gehandelt, sondern um Anliegen einzelner Betroffener.

Mehr Geld für Vereine?

Wenig Anlass zu Diskussionen bietet auch das zweite Traktandum der Gemeindeversammlung: die Genehmigung der Bauabrechnung des Erweiterungsbaus der Primarschule Sonnenberg. Im Sommer 2018 haben die Schülerinnen und Schüler das dreigeschossige Gebäude in Beschlag genommen. Gekostet hat das Bauprojekt 7,5 Millionen Franken. Und damit knapp 700'000 Franken weniger als budgetiert waren.

Das dritte traktandierte Geschäft ist das Gemeindebudget 2020. Dieses sieht ein Minus von 1,4 Mio. Franken vor. Dies bei einem Aufwand von 140,7 Mio. Franken. Geht es nach dem Gemeinderat und der Rechnungsprüfungskommission, soll der Steuerfuss unverändert bei 85 Prozent bleiben. Diskussionen sind allerdings vorprogrammiert: Wie diese Zeitung berichtete, wird der Verein Kultur Thalwil eine Erhöhung der Gemeindebeiträge an die Kultur- und Sportvereine beantragen. Vor vier Jahren wurden diese im Zuge von Sparmassnahmen gekürzt.

Gemeindeversammlung, Mittwoch, 11. Dezember, 19 Uhr, reformierte Kirche.





Erstellt: 09.12.2019, 15:56 Uhr

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