Langnau / Thalwil

Thalwil bringt Lösungen im Flutlichstreit, Langnau bleibt skeptisch

Sie bleiben ein Zankapfel: die Flutlichter der Sportanlage Brand. Die Thalwiler setzen nun Massnahmen für weniger Lichtemissionen um. Das reicht Langnau aber nicht.

Die beiden Gemeinden Thalwil und Langnau streiten bereits seit längerem über die Flutlichtanlage der Sportanlage Brand.

Die beiden Gemeinden Thalwil und Langnau streiten bereits seit längerem über die Flutlichtanlage der Sportanlage Brand. Bild: Patrick Gutenberg

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Die Gewitterwolken hängen bereits seit Monaten über der Gattikerhöhe zwischen Langnau und Thalwil. Die beiden Gemeinden streiten über die Flutlichtanlage der Sportanlage Brand. Die Langnauer fühlen sich von den Lichtimmissionen gestört.

Thalwil beruft sich auf zwei Messungen, die zum selben Ergebnis kamen, auf das sich die Thalwiler bereits seit Jahren abstützen: Heute dürften die Flutlichter in diesem Ausmass wahrscheinlich nicht mehr gebaut werden, dennoch gilt eine Besitzstandswahrung, welche Thalwil zu keinen Änderungen zwingt.

«Gut für alle Beteiligten»

Bereits zwei Treffen haben zwischen der Gemeinde Thalwil und einer Langnauer Interessensgemeinschaft unter der Federführung von Gemeinderat Rolf Schatz (GLP) stattgefunden. Nun hat sich die Gemeinde Thalwil entschieden, wie man dem Problem Herr werden will. «Der Gemeinderat hat sich für die Installation einer zusätzlichen Laufbahnbeleuchtung im Brand 1 entschieden», heisst es in einer gestern verschickten Mitteilung. Die dafür zum Einsatz kommenden LED-Leuchten würden tiefer als die Flutlichter montiert und «generieren ungefähr die Helligkeit einer Trottoirbeleuchtung». Die Flutlichter sollen dadurch weniger zum Einsatz kommen.

Die nun gefundene Lösung sei für alle Beteiligten gut, auch für die Thalwiler, sagt Joana Büchler, Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde Thalwil. «Bislang brauchte es immer Absprachen mit den Vereinen, ob die Flutlichter fürs Training benötigt werden oder nicht. Nun kann das Ein- und Ausschalten der zusätzlichen Beleuchtung automatisch erfolgen.»

Die Gemeinde plant, dass diese im Winter jeweils bis 21.15 Uhr in Betrieb ist. «Das bringt ebenfalls Vorteile für Individualsportler, die nicht im Rahmen eines Vereins ihre Runden im Brand drehen wollen», sagt Büchler.

Die Installation der LED-Leuchten, die zudem den Energieverbrauch massiv reduzieren werden, wie die Gemeinde weiter schreibt, soll noch vor dem Beginn der Wintersaison passieren. Die Kosten für die zusätzliche Rundbahnbeleuchtung belaufen sich auf 35 000 Franken.

«Grundproblematik bleibt»

Die nun präsentierten Lösungsansätze von Thalwil überzeugen die Langnauer jedoch nicht. Für Rolf Schatz sind die Streitpunkte damit keineswegs gelöst. Zwar attestiert er Thalwil «einen Schritt in die richtige Richtung». Die Grundproblematik bleibe aber bestehen, solange die Flutlichter unberührt bleiben. «Mit dem Einsatz der tiefer liegenden LED-Leuchten werden lediglich die Betriebszeiten der Flutlichter begrenzt», sagt Schatz. Er sei immer noch davon überzeugt, «dass die Lichtemissionen rechtswidrig sind».

Rolf Schatz möchte sich nun mit der Interessengemeinschaft besprechen. «Ich habe ein hohes Interesse daran, die Sachlage juristisch abklären zu lassen», sagt Schatz. Sind die IG-Mitglieder ebenfalls dieser Meinung, könnte der Fall trotz den Lösungen der Thalwiler am Ende vor dem Bezirksrichter landen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.06.2018, 17:22 Uhr

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