Adliswil

Swiss Re will Sportanlage mit Wohnungen überbauen

Sechs Tennisfelder, ein Schwimmbecken und ein Fussballplatz: Die Sportanlage der Swiss Re in Adliswil steht Mitarbeitenden seit 50 Jahren kostenlos zur Verfügung. Doch nicht mehr lange. Die Firma will das Areal mit Wohnungen überbauen.

Die Sportanlage der Swiss Re mit Fussballfeld und Tennissandplätzen liegt direkt neben den fünf Plätzen des Tennisclubs Adliswil (rechts).

Die Sportanlage der Swiss Re mit Fussballfeld und Tennissandplätzen liegt direkt neben den fünf Plätzen des Tennisclubs Adliswil (rechts). Bild: Manuela Matt

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sie ist eine Oase. Eine Insel der Glückseligkeit für sportbegeisterte Mitarbeiter der Swiss Re: die firmeneigene Sportanlage in Adliswil. Etwas versteckt liegt sie im Gebiet Tal zwischen Wohnquartier, Alterssiedlung und Freibad. Seit Juni 1968 können dort Angestellte und ihre Familien sowie pensionierte Mitarbeiter des Rückversicherers Sport treiben. Von Frühling bis Herbst stehen ihnen sechs Tennisplätze, ein Fussballfeld, ein Schwimmbecken, eine Bocciahalle und eine Liegewiese zur Verfügung. Auf dem über 22 000 Quadratmeter grossen, gut gepflegten Areal befindet sich zudem ein Sportplatzrestaurant. Auch für Teamevents wird die Anlage genutzt.

Genau 50 Jahre nach ihrer Eröffnung verkündet Swiss Re nun das Ende der Sportoase. In einer internen Nachricht an die Mitarbeitenden schrieb das Unternehmen diese Woche: «Wir haben beschlossen, die Anlage im Oktober 2020 zu schliessen.»

Viel Unverständnis

Die Schliessung geht einher mit dem schrittweisen Rückzug der Swiss Re aus Adliswil und der Zentralisierung am Zürcher My­thenquai. Von 2700 Angestellten am Standort im Soodring wurden letztes Jahr bereits rund 1000 Mitarbeitende nach Zürich umplatziert. Die restlichen sollen in einigen Jahren nachziehen.

Die Sportanlage werde schon heute von relativ wenigen Mitarbeitenden genutzt, heisst es im internen Schreiben. Mit dem Umzug an den Mythenquai werde die Nutzung noch weiter abnehmen. Den Betrieb aufrechtzuerhalten sei darum «zu ressourcenintensiv und nicht mehr nachhaltig». Wie viel der Betrieb der Anlage kostet, will Swiss Re allerdings nicht mitteilen.

Der Entscheid zur Schliessung hat im Unternehmen hohe Wellen geschlagen. Im Intranet von Swiss Re wurde die Nachricht ­zigfach kommentiert, wie mehrere Quellen gegenüber der ZSZ ­sagen. Die meisten Reaktionen reichten von Enttäuschung bis Unverständnis.

Betroffen ist insbesondere der firmeninterne Tennisclub, dessen Mitglieder in Adliswil trainieren und spielen. «Wir bedauern den Entscheid natürlich sehr», sagt Vizepräsident Hannes Howald. In welcher Form der Tennisclub künftig seine Aktivitäten durchführen werde, sei noch völlig offen. Klar ist: Eine andere Sportanlage oder andere Tennisplätze hat die Swiss Re nicht. Zu den Hauptnutzern zählt auch der FC Swiss Re. Will er nach 2020 weiterbestehen, muss er wohl auf öffentliche Fussballplätze ausweichen. Für die ZSZ war der ­FC-Präsident nicht erreichbar.

260 Besucher am Tag

Dass jene Mitarbeiter, die die Anlage nutzten, enttäuscht seien, sei nachvollziehbar, sagt Swiss-Re-Mediensprecherin Stefanie Weitz auf Anfrage. Doch seien es verhältnismässig eben nur noch wenige, die das Angebot in Adliswil in Anspruch nähmen. So zähle die Anlage in Monaten mit schlechtem Wetter durchschnittlich nur 100 Zutritte pro Tag. An schönen Tagen lägen die Spitzenwerte bei rund 260 Besuchern.

Seit der Eröffnung 1968 hätten sich die Umstände geändert. «Damals gab es kaum Fitnessstudios oder Sportanlagen. Unsere Anlage war etwas Einzigartiges. Heute haben unsere Mitarbeitenden viele ähnliche Alternativen in der nahen Umgebung», sagt Weitz. Hinzu kämen veränderte Gewohnheiten. «Zahlreiche Mitarbeitende benutzen die Fitnessräume an unseren Standorten in Zürich, Adliswil und Rüschlikon oder gehen joggen.»

Bis ins Jahr 2020 will Swiss Re nun die Planung für die künftige Nutzung des Areals im Tal vorantreiben. Das Ziel: eine Überbauung mit Wohnungen. Das Gelände befindet sich in der Wohnzone W2, in der Häuser mit maximal zwei Vollgeschossen gebaut werden dürfen. Konkrete Pläne lägen aber noch keine vor, sagt Weitz. «Wir sind noch nicht einmal in der Vorprojektphase.» Mit der Stadt Adliswil sei man aber bereits im Gespräch.

(zsz.ch)

Erstellt: 16.06.2018, 09:18 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!