Verkehr

Südostbahn stoppt eigene Ticket-App

Das Bahnunternehmen kann sich die Investitionen für die Mobilitätsplattform Abilio nicht leisten und gibt eine Partnerschaft mit Siemens auf.

Die Südostbahn will künftig keine Tickets mehr über die Plattform Abilio verkaufen.

Die Südostbahn will künftig keine Tickets mehr über die Plattform Abilio verkaufen. Bild: Archiv/Manuela Matt

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Mit viel Aufwand und einer grossen Werbekampagne hatte die Südostbahn (SOB) vor knapp zwei Jahren die Mobilitätsplattform Abilio lanciert. Mit der App sollten Bahnkunden nicht nur Tickets lösen, sondern ihre Reise mit verschiedenen Verkehrsmitteln planen können.

Die App startete schon mit Schwierigkeiten. Anfänglich wurden pro Tag nur rund 20 Tickets gelöst, aktuell waren es rund 40 - eine nach wie vor miserable Quote im Vergleich mit anderen Ticket-Apps. Nun stoppt die Südostbahn das Projekt, aber nicht wegen der Resonanz, wie man betont. Vielmehr konnte sich die Südostbahn mit ihrem Technologiepartner Siemens nicht über die Weiterentwicklung von Abilio einigen.

«Aufgrund der unterschiedlichen Auffassung zur zukünftigen Ausrichtung der Abilio zugrundeliegenden Plattform und dem damit einhergehenden Geschäftsmodell haben sich die SOB und Siemens Mobility einvernehmlich entschlossen, die Partnerschaft per 30. September zu beenden», heisst es in einer Mitteilung. Der Südostbahn sei es aktuell nicht möglich, die Kosten für die Plattform ohne Investor oder industriellen Partner zu tragen. Siemens hatte zuvor entschieden, all ihre Aktivitäten im Bereich der Mobilitätsplattformen zusammenzulegen.

TCS macht weiter

Abilio-Kunden wird empfohlen, die App des Touring Club Schweiz (TCS) «Einfach Mobil» zu nutzen, welche die gleichen Funktionalitäten wie Abilio biete. Der Mobilitätsclub verfügt über einen eigenen Vertrag mit Siemens und kann das Projekt deshalb fortsetzen. Wie lange ist allerdings unklar, das System ist laut der SOB nur noch eine «begrenzte Zeit» in Betrieb. Der TCS teilt mit, man sei mit Siemens über die zukünftige Entwicklung der Plattform im Gespräch.

Erstellt: 11.07.2019, 18:47 Uhr

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