Richterswil

Streit endet mit Einigung – und Vorwürfen

Ein Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert soll umgebaut werden. Dies rief den Heimatschutz auf den Plan. Inzwischen haben sich die Parteien geeinigt. Die Vorwürfe an den Gemeinderat bleiben.

Das alte Riegelhaus Im Rees 4 in Samstagern soll erneuert werden. Der Heimatschutz rekurrierte und suchte mit der Bauherrschaft eine Einigung.

Das alte Riegelhaus Im Rees 4 in Samstagern soll erneuert werden. Der Heimatschutz rekurrierte und suchte mit der Bauherrschaft eine Einigung. Bild: Manuela Matt

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Aus alt mach neu. Dieses Schicksal sollte ein Riegelhaus Im Rees zwischen Sternenweiher und Haltestelle Grüenfeld in Richterswil Samstagern ereilen. Im Rees stehen seit Anfang des neunzehnten Jahrhunderts eine Handvoll Riegelhäuser im Stile des Spätbarocks. Das Haus mit der Nummer vier sollte Anfang Jahr einem moderneren Gebäude weichen. Aufgrund des hohen Alters des Hauses prüfte der Gemeinderat, ob das historische Gebäude unter Schutz gestellt werden soll. Im vergangenen Februar schätzte die Exekutive das Gebäude als nicht schutzwürdig ein.

Dieser Entscheid missfiel dem Zürcher Heimatschutz. Mit einem Rekurs beim Baurekursgericht wollte er den Abbruch des Gebäudes verhindern. «Ein Ersatzneubau aus Beton hätte das Bild der Gebäudereihe auf das Empfindlichste aufgesprengt», sagt Martin Killias, Präsident des Zürcher Heimatschutzes. Das Gericht überliess es der Eigentümerin, der Viplocations AG aus Cham, und dem Heimatschutz, eine bilaterale Lösung zu finden.

«Ein voreiliger Entscheid»

Beide Parteien hätten sich inzwischen auf ein Umbauprojekt einigen können, schreibt der Heimatschutz in einer Mitteilung. Die originalen Fassaden in Richtung Reesstrasse, die von aussen gut sichtbar sind, sollen erhalten bleiben. Der hintere Teil des Gebäudes könne ersetzt werden, solange es das Erscheinungsbild bewahre. «Nun ist es eine Win-Win-Situation», sagt Killias. Die Eigentümerin erhalte ein schönes Gebäude und der Öffentlichkeit bleibe das Ortsbild erhalten. Die Bauherrschaft wollte sich zum Projekt gegenüber der ZSZ noch nicht äussern.

Die Schuld, dass es überhaupt zu einer Einsprache kommen musste, gibt Killias nicht der Viplocations AG, sondern dem Richterswiler Gemeinderat. «Die Bauherrschaft war stets kooperativ. Aber sie wurde vom Gemeinderat in die falsche Richtung gelenkt», sagt Killias. Der Gemeinderat habe das Gutachten zu wenig kritisch analysiert und zu voreilig gegen den Denkmalschutz entschieden.

Gegen diese Vorwürfe wehrt sich Hansjörg Germann (CVP), Gemeinderat und Ressortvorsteher Planung und Bau: «Wir haben nicht leichtfertig entschieden.» Das rund 40 seitige Gutachten sei von einer unabhängigen und renommierten Unternehmung erstellt worden, sagt er. Die Planungs- und Baukommission habe unter anderem gar die projektierte Fassadengestaltung abgelehnt und eine Nachbesserung verlangt. «Diese Verbesserungen waren unter anderem ausschlaggebend, das Gebäude nicht zum Schutzobjekt zu machen», sagt Germann. Das Anliegen des Heimatschutzes sei dem Gemeinderat aber wichtig gewesen, weshalb er überhaupt ein Gutachten habe erstellen lassen.

Damit das neue Bauvorhaben realisiert werden kann, muss die Eigentümerin ein erneutes Baugesuch einreichen und von der Gemeinde bewilligen lassen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.12.2018, 15:39 Uhr

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