Wädenswil

Stocker hält Einzug in die Ahnengalerie

Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) hat gestern sein Porträt für die Ahnengalerie enthüllt. Die Züge des Wädenswilers hat der Oberriedner Künstler Robert Honegger auf Leinwand gebannt.

Mit oder ohne Krawatte? Eine Frage, die den Künstler Robert Honegger (links) bei der Gestaltung des Porträts von Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP)beschäftigte. Gestern wurde es enthüllt.

Mit oder ohne Krawatte? Eine Frage, die den Künstler Robert Honegger (links) bei der Gestaltung des Porträts von Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP)beschäftigte. Gestern wurde es enthüllt. Bild: Moritz Hager

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Jeder Zürcher Regierungsrat hält am Ende seines Präsidialjahres mit einem Porträt Einzug in die Ahnengalerie im Walcheturm. Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) aus Wädenswil hat gestern sein Bildnis im Kreis der Familie enthüllt.

Er hätte sich vor vielen Jahren, als er an den Porträts vorbeischlenderte, nicht vorstellen können, dass er einst zwischen «all diesen erlauchten Personen» hängen würde, sagt Stocker. Nun habe ihn die Tradition eingeholt. Bis zur Entstehung des Bildes habe es aber noch einige Hindernisse zu überwinden gegeben: einen passenden Künstler zu finden und nicht tagelang Modell sitzen zu müssen.

Livezeichnung missglückt

Auf den Oberriedner Künstler Robert Honegger ist Stocker durch dessen Darstellung der Bundesräte im «Tages-Anzeiger» aufmerksam geworden. «Für ihn sprach obendrein, dass er wie ich ein Seebueb vom linken Seeufer ist», sagt der Finanzdirektor. Der «Zürichsee-Zeitung»-Gerichtszeichner Honegger präferiert Livezeichnungen, deshalb habe er einen ersten Entwurf von Stocker im Rathaus gewagt. «Missglückt», sagt er. Die Distanz zum Modell sei zu gross gewesen – trotz Feldstecher. Daher musste schliesslich eine Fotografie des 62-jährigen Finanz­direktors geduldig Modell sitzen.

Auf dem Bild sitzt der Porträtierte an seinem Bürotisch, hat ein gelbes Dossier vor sich und hält einen dampfenden Kaffee in der Hand. Dass eine Fotografie als Vorlage diente, liess der Künstler an der lockeren Art erkennen, in der Stocker seine Kaffeetasse hält. «In dieser Haltung könnte niemand stundenlang verweilen», erklärt Honegger.

Eine dezente Kuh

Ganz dezent im Hintergrund sieht der aufmerksame Betrachter das Gemälde einer Kuh. Dieses Detail sei ein bewusst eingefügter Hinweis auf seine Herkunft, erklärt der ehemalige Landwirt Stocker. Sie begleite ihn, seit er vor sieben Jahren «ins Amt der Volkswirtschaft» gewählt worden sei.

Nur geringfügig driften Regierungsrat Stocker aus Fleisch und Blut und sein Porträt in Öl aus­einander. Der auffälligste Unterschied: Der eine trägt eine Krawatte, der andere nicht. Auf dem Foto, das dem Künstler als Vorlage diente, habe das Modell Stocker zwar eine Krawatte getragen, erzählt der Künstler, doch Honeggers Freundin meinte, das sehe zu sehr nach FDP aus, deshalb habe er sie weggelassen – um das Bodenständige Stockers hervorzuheben. Er könne sie aber noch hinzufügen, sagt der Künstler, nimmt kurzerhand seine eigene ab und hält sie dem gemalten Stocker vor die Brust.

Wichtiger als die Krawattenfrage war Stocker aber, dass seine Frau ihn auf dem Bild wiedererkennt. Mission erfüllt: Lobend hervorgehoben wird von den Anwesenden, unter ihnen Stockers Frau, die Ähnlichkeit des Gemäldes mit dem Original. «Der Blick, der leicht verschmitzte Ausdruck – das passt», hält seine Schwester und Hüttner Gemeindepräsidentin Verena Dressler (parteilos) fest. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.07.2017, 08:30 Uhr

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