Hütten

Stehende Ovationen an Hüttens letzter Gemeindeversammlung

Im Dezember mussten die Hüttner jeweils notgedrungen einen hohen Steuerfuss abnicken. Die letzte Gemeindeversammlung vor dem Zusammenschluss mit Wädenswil und Schönenberg wurde nun zu einer Abschiedsfeier umfunktioniert.

120 Hüttner und Hüttnerinnen bedankten sich am Dienstag bei Verena Dressler (links, mit Blumenstrauss) für ihr langjähriges Wirken als Gemeindepräsidentin.

120 Hüttner und Hüttnerinnen bedankten sich am Dienstag bei Verena Dressler (links, mit Blumenstrauss) für ihr langjähriges Wirken als Gemeindepräsidentin. Bild: Michael Trost

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Eine langanhaltende stehende Ovation für die Hüttner Gemeindepräsidentin Verena Dressler bildete am Dienstag den Höhepunkt der letzten Gemeindeversammlung im Gemeindesaal. Mit der Eingemeindung Hüttens in Wädenswil per 1. Januar 2019 scheidet Dressler aus dem Amt. Zu dem denkwürdigen Anlass erschienen waren gut 120 Personen — weit mehr als jeweils zu den Budget-Gemeindeversammlungen im Dezember. Vor der eindrücklichen Sympathie- und Dankesbekundung des Publikums hatte Finanzvorstand Hans Hauser die Verdienste der langjährigen Hüttner Sozialvorsteherin und späteren Gemeindepräsidentin gewürdigt.

Mit 20 Jahren im Amt, ist Hauser der dienstälteste Gemeinderat in Hütten. Er betonte, dass Verena Dressler «ein grosses Herz» für die Hüttner habe und sich stets «mit Vollgas» für deren Wohlergehen eingesetzt habe. Verena Dressler zeigte sich sichtlich gerührt und bekräftigte, wie gerne sie immer Gemeindepräsidentin von Hütten gewesen sei.

Mit einem Glöcklein hatte die abtretende Gemeindepräsidentin den Abschiedsabend und die neue Epoche für die kleine Berggemeinde eingeläutet. Vor ziemlich genau 219 Jahren sei die allererste Hüttner Gemeindeversammlung abgehalten worden, hielt Dressler fest. Es sei wichtig, dass Hütten, auch als künftiger Stadtteil von Wädenswil, bestehende Traditionen und Anlässe weiter pflege. Diesem Ziel und der Wahrung der Hüttner Interessen fühle sich denn auch ein im Aufbau befindlicher Quartierverein verpflichtet, hielt sie weiter fest.

Zum denkwürdigen Anlass erschienen waren gut 120 Personen — weit mehr als jeweils zu den Budget-Gemeindeversammlungen im Dezember. Bild: Michael Trost

Dankesreigen zum Abschied

Dressler bedankte sich sodann bei allen am Zusammenschluss Beteiligten, bat aber ihre Mitbürger auch um etwas Geduld, wenn vielleicht nicht alles von Anfang an reibungslos funktioniere. Wichtig sei jetzt auch «dass wir das Alte nicht verherrlichen, sondern positiv in eine gemeinsame Zukunft starten.»

Auch ihrerseits würdigte die scheidende Gemeindepräsidentin die Verdienste ihrer Gemeinderatskollegen und bedankte sich bei ihnen für ihre Arbeit zugunsten der Bevölkerung. Im Verlauf des Abends wurden alle Gemeindeangestellten, die Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission und der Primarschulpflege persönlich verabschiedet. Zum Dank erhielten sie einen Fotoband über Hütten und eine kleine Süssigkeit. Ebenso bedankte sich Dressler bei den, nun Wädenswil unterstellten, Lehrpersonen, sowie einer ganzen Reihe weiterer Personen, die in Hütten im Dienste der Gemeinde und der Schule gestanden hatten oder als Freiwillige tätig gewesen waren.

Auch das Feuerwehrkader wurde verabschiedet. Der scheidende Sicherheitsvorstand Walter Tessarolo betonte, dass die Feuerwehr Schönenberg-Hütten das Zusammengehen mit Wädenswil auf organisatorischer Ebene bereits im laufenden Jahr vorweggenommen habe. Wädenswil habe dadurch 72 gut ausgerüstete Top-Feuerwehrleute erhalten.

Erstellt: 12.12.2018, 14:50 Uhr

Stimmen von Hüttens letzter Gemeindeversammlung

Ein emotionaler Abschied von Hütten als politischer Gemeinde

«Es ist für mich schon auch ein sehr emotionaler Abend», bekannte etwa der Hüttner Peter Hauser beim Apéro nach dem offiziellen Teil gegenüber der ZSZ. Der 77-jährige betonte, dass er aus finanzpolitischen Überlegungen stets für das Zusammengehen mit Wädenswil gewesen sei. An diesem Abend, da Hütten nun aber «effektiv aufgehört hat als politische Gemeinde zu existieren», tue es halt «schon auch ein bisschen weh», meint der Senior. Seit seiner Geburt lebe er in Hütten und habe auch kaum einmal eine Gemeindeversammlung verpasst. Er schaue dem Zusammenschluss zwar nach wie vor positiv entgegen, bleibe aber im Herzen doch stets Hüttner, fügte er an.

Gelassener nimmt das Ganze die 54-jährige Gaby Sulzberger. Sie war vor 30 Jahren von Wädenswil nach Hütten gezogen und besass bislang beide Bürgerrechte. Der Zusammenschluss mit Wädenswil sei für sie nun «ein bisschen wie ein Heimkommen». Auch mit der Eingemeindung, die sie vor allem aus finanzstrategischen Gründen befürworte, werde Hütten «sicher nicht von Wädenswil aus fremdgesteuert», sei sie überzeugt. Als bisheriges Mitglied des Hüttner Wahlbüros werde sie künftig an der Abstimmungsurne, die in Hütten bestehen bleibt, stehen.

Am Schlussabend nahmen auch Fusionsgegner, wie etwa der 36-jährige Christian Hitz, teil. Er sei noch immer überzeugt, dass die Aufgabe der Selbständigkeit für Hütten «nicht zwingend notwendig» gewesen wäre. Selbstverständlich akzeptiere er aber den demokratisch gefällten Entscheid, sagt er Er hoffe aber, «dass der gute Zusammenhalt derHüttner Bevölkerung auch bestehen bleibt, wenn das Dorf nun zu einem Stadtteil von Wädenswil wird.»

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