Thalwil

«Vor dem Stimmbruch klang ich wie Mickymaus»

Wenn er sich nicht gerade mit seinen Kumpels in Thalwil trifft oder Ufzgi macht, dann rührt Flavio Rizzello zurzeit das TV-Publikum mit seiner Stimme zu Tränen. Der Gewinner von «Die grössten Schweizer Talente» gibt drei Jahre nach seinem Siegeszug im Schweizer Fernsehen nun bei «The Voice Kids» Vollgas.

Überflieger mit Bodenhaftung: Der Thalwiler Flavio Rizzello hat sich bei «The Voice Kids» auf Sat 1 in die nächste Runde gesungen.

Überflieger mit Bodenhaftung: Der Thalwiler Flavio Rizzello hat sich bei «The Voice Kids» auf Sat 1 in die nächste Runde gesungen. Bild: Patrick Gutenberg

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Bei seinem letzten Auftritt flog Flavio Rizzello mit seiner Performance von «Il Volo» direkt souverän in die nächste Runde von «The Voice Kids». Doch der Alltag des 13-jährigen Sekschülers geht parallel dazu normal weiter: Die «Zürichsee-Zeitung» trifft den TV-Liebling aus Thalwil beim «Schnuppern» in seiner Kommunikationsagentur im Herzen von Zürich.

Physiotherapeut, Drogist oder Kommunikationsmanager – du schnupperst in diversen Berufsfeldern, aber kommt für dich überhaupt einer der Jobs infrage oder setzt du sowieso voll auf die Karte Musik? Flavio Rizzello: Es ist wichtig, einen Plan B zu haben. In einer Drogerie zu arbeiten, könnte ich mir am ehesten vorstellen, dort hat es mir am besten gefallen – wegen des Kundenkontakts. Aber klar, ich würde schon am liebsten Sänger werden. Das ist mein Traum.

Diese Schnupperwoche erinnert daran, dass ihr bereits jetzt die Weichen stellen müsst für eure Zukunft. Wie orientierst du dich an diesem Wendepunkt? Unsere Lehrer reden bereits davon, dass wir bald Bewerbungen schreiben müssen. Aber ich finde, wir sind eigentlich noch ein bisschen zu jung, um schon zu entscheiden, was wir aus den Rest unseres Lebens machen wollen.

Geniesst du unter deinen Mitschülern als aufgehender Star einen besonderen Status? Nein, ich will das auch überhaupt nicht. Wenn sie auf meine Sängerambitionen aufmerksam machen, dann höchstens, um mich ein wenig zu ärgern.

Erntest du Reaktionen, wenn du durch deine Wohngemeinde Thalwil spazierst? Es gibt zwar einige, die mich mustern, aber direkt angesprochen werde ich eigentlich nie – obwohl mich das gar nicht stören würde.

Aber deine Mitschüler sprechen dich momentan bestimmt oft auf deine Auftritte bei «The Voice Kids» an? Sie fragen mich tatsächlich sehr oft, wie es weitergeht, wer weiterkommt und so fort. Aber ich habe Schweigepflicht über den Sendeverlauf, ist ja klar, sonst ist die Spannung futsch – es würde niemand mehr die Show schauen, wenn ich alles schon verraten würde.

Wie fühlst du dich vor deinen Liveauftritten auf Sat 1? Ganz ehrlich, jetzt verspüre ich mehr Nervosität als noch vor drei Jahren bei «Die grössten Schweizer Talente». Ich singe ja immerhin direkt vor Nena, und sie ist ein Weltstar. Aber es ist auch ein schönes Gefühl – ich liebe es.

Sitzt du jeden Sonntagabend mit deiner «Famiglia» auf dem Sofa und fieberst mit – wenn du nicht gerade selbst live auf Sendung bist? Auf jeden Fall. Ich habe während der Aufnahmen Freunde fürs Leben gefunden und drücke allen die Daumen. Dass ich es über die ersten Runden geschafft habe, ist für mich eine Bestätigung, dass ich mit dem Singen auf dem richtigen Weg bin.

Als ihr euch jüngst zu dritt mit dem Song «Grande Amore» in die Herzen der TV-Zuschauer gesungen habt, warst du schliesslich der Einzige, der in die nächste Runde gewählt wurde. Treibt dieser Konkurrenzkampf keinen Keil zwischen euch? Gar nicht. Ein Teil der Aufnahmen wurde ja bereits vor einigen Wochen gedreht, alles wird vor­aufgezeichnet, bis auf die Livesendungen natürlich. Die gemeinsame Zeit hat uns zusammengeschweisst. Besonders mit meinen «Il Volo»-Gesangsgspänli habe ich mich super verstanden –wahrscheinlich, weil wir alle dasselbe italienische Temperament haben. Ich fand es sehr schade, dass diese Zeit zu Ende ging.

Was reizte dich an der Teil­nahme bei «The Voice Kids», als dich Sat 1 angefragt hat? Ich wollte testen, ob ich auch ohne den Jöö-Effekt punkten kann. Denn jetzt messe ich mich erstmals mit Gleichaltrigen.

Wie empfindest du deine Stimme nach dem Stimmbruch? Sie ist reifer geworden. Noch komme ich leider nicht in die hohen Tonlagen wie früher, aber dafür in sehr viel tiefere. Wenn ich Aufnahmen von «Die grössten Schweizer Talente» höre, finde ich, ich klinge wie Mickymaus – eine Quietschie-Stimme. Heute gefällt sie mir besser.

Hörst du zu Hause dieselbe Musik, die du am TV singst? Eine Ballade wie «Skyfall» von Adele, mit der ich zum Beispiel bei «The Voice Kids» einstieg, würde ich zu Hause nicht hören. Dort schalte ich eher R ’n’ B oder Soul ein. Zu Hause singe ich die ganze Zeit, manchmal auch, ohne es bewusst zu bemerken. Es kommt ganz von alleine.

Für deine Auftritte im TV wählst du nicht selbst die Lieder aus. Wie würde dein eigenes Album klingen? Einen Mix aus Balladen, die zu meiner Stimme passen, und Liedern, die etwas mehr Rhythmus haben – zum Beispiel, das ist alles noch offen. Aber ich freue mich schon darauf, ich möchte unbedingt ein Album aufnehmen.

Wie stehst du zum Vorurteil des «gestressten Jungstars»? Ich fühle mich gar nicht unter Druck. Ich kann meine Freizeit geniessen, gehe mit meinem Vater Tennis spielen, hänge mit meinen Kollegen, mache Hausaufgaben – und daneben habe ich ab und zu eine Liveshow in Deutschland oder einen Auftritt in der Schweiz auf dem Programm. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.03.2018, 19:54 Uhr

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